Blasen an den Füßen vorbeugen und behandeln

Barfuß in die neuen Schuhe geschlüpft – und die Quittung kommt nur einen Spaziergang später: Blasen an den Füßen. Wie man die schmerzenden Stellen behandelt und schnell wieder loswird

von Andrea Schmidt-Forth, 11.10.2018
Blasenpflaster

Autsch! Wer Barfuß in Schuhe schlüpft, bekommt schnell schmerzende Blasen.


Meistens spürt man es schon nach ein paar Schritten. An der Ferse reibt der Schuh, am kleinen Zeh drückt es bei jedem Schritt. Laufen wir weiter, bildet sich garantiert eine dicke Blase.

So entstehen Blasen

Blasen sind kleine Hautverletzungen. Sie bilden sich, wenn die Haut an einer Stelle mit Druck hin und her gerieben wird. Weil der Schuh zu eng, das Fußbett noch nicht eingelaufen ist oder weil ein Strumpf Falten wirft. Eine Blase kündigt sich meist durch eine gerötete Druckstelle an. Anschließend löst sich die obere von der darunterliegenden Hautschicht, in dem Hohlraum sammelt sich Gewebsflüssigkeit an. Wird die Blase weiter belastet, kann sie schließlich platzen – eine offene, schmerzhafte Wunde ist die Folge.

So behandeln Sie Blasen

"Je früher Sie die betroffene Hautpartie schützen, umso besser", sagt Apothekerin Iris Christians aus Hövelhof. "Spezielle Pflaster können verhindern, dass aus einer Druckstelle eine Blase wird. Sie helfen aber auch, wenn sich schon eine Blase gebildet hat."

Blasenpflaster

Blasenpflaster (in der Apotheke erhältlich) sind mit Hydrokolloidgel beschichtet. Die Gelschicht nimmt die Feuchtigkeit der Blase auf und bildet ein Polster, das sie vor Schmutz und Keimen schützt sowie den Druck vermindert. So kann die Blase in Ruhe abheilen. Das feuchte Milieu unter dem Pflaster fördert zusätzlich den natürlichen Heilungsprozess.

Blasenpflaster sind wasserfest und müssen nur gewechselt werden, sobald sich die Ränder lösen. Sie eignen sich – wie übrigens alle anderen hier beschriebenen Mittel – für Kinder und Erwachsene gleichermaßen.

Klar drückt eine prall gefüllte Blase, oft brennt sie auch unangenehm. "Widerstehen Sie trotzdem der Versuchung, die Blase aufzustechen, und gar die Haut darüber, das sogenannte Blasendach, abzuziehen", so die Apothekerin. Das lindert zwar den Druck, dafür haben Sie eine offene Wunde, in die Schmutz und Bakterien eindringen und eine Entzündung verursachen können.

Wunddesinfektionsmittel

"Ist die Blase bereits von alleine aufgegangen, wund und aufgescheuert, desinfizieren Sie die Stelle", sagt Apothekerin Iris Christians – idealerweise mit einem Wunddesinfektionsmittel. Haben Sie unterwegs nichts zur Hand, können Sie die Stelle auch vorsichtig mit frischem Wasser oder Salzwasser abtupfen, was sicherlich ein bisschen brennen wird. Anschließend ebenfalls ein Blasenpflaster auftragen. Der Vorteil: Es verklebt nicht mit der Wunde wie herkömmliche Pflaster.

Hydrokolloidgel

Hält an der betroffenen Stelle kein Pflaster, wie etwa an aufgescheuerten Stellen zwischen zwei Zehen, können Blasengeplagte die Wunde nach dem Desinfizieren mehrmals täglich mit Hydrokolloidgel aus der Tube betupfen. Es bietet einen leichten Schutzfilm und kann zusätzlich mit Zink und Eisen die Wundheilung fördern.

Zum Arzt gehen Sie, wenn die Blase sich entzündet und binnen einer Woche nicht heilt, wenn gelbliche oder rötliche Flüssigkeit austritt, Sie Diabetikerin sind oder Schmutz in die Wunde geraten ist und Sie nicht sicher sind, ob Ihr Tetanus-Schutz aktuell ist.

So beugen Sie vor

Sitzen Schuhe und Strümpfe gut und ist die Haut an den Füßen weder Druck noch Reibung ausgesetzt, haben Blasen kaum eine Chance. Neue Schuhe sind oft die Übeltäter, deshalb hilft es, sie gründlich einzulaufen. "Mit Nylonsöckchen immer mal eine Stunde tragen, dann auf ältere bequeme Schuhe wechseln", empfiehlt Christians.

Und Kinder? Die beschweren sich selten, da sie nicht beurteilen können, ob die Schuhe passen. Sie merken es schlichtweg nicht. Hier gilt: Die Füße vor dem Schuhkauf vermessen lassen und/oder eine Schablone vom Fuß anfertigen und damit testen, ob der Wunschschuh passt.

Ganz Vorsichtige können auch ein spezielles Anti-Blasen-Gel (aus der Apotheke) versuchen, wenn sie das erste Mal neue Schuhe tragen. Es soll helfen, Blasen zu verhindern. Ein farbloser Gleitfilm soll die Reibung zwischen Fuß und Schuh reduzieren, so Apothekerin Iris Christians: "Bevor Sie in die neuen Schuhe schlüpfen, einfach mit dem Stick auf Stellen auftupfen, an denen sich früher schon Blasen gebildet haben."


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