Beugt frühe Hautpflege Neurodermitis vor?

Neurodermitis ist die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern, oft bricht sie früh aus. Studien lassen Eltern von Risikobabys hoffen. Unsere Expertin gibt eine Einschätzung

von Peggy Elfmann, 05.07.2016

Frau Professor Fölster-Holst, laut zwei neuen Studien soll frühes Eincremen bei Risiko­patienten eine Neu­­rodermitis verhindern können. ­Sehen Sie die Ergebnisse auch so positiv?

Die Studien sind vielversprechend. Durch das Eincremen ab dem ersten Lebenstag konnte das Risiko für die Entwicklung einer Neurodermitis um 50 Prozent gesenkt werden. Allerdings erlauben die Studien noch keine generelle Aussage, da zu wenig Patienten beteiligt waren. Die Forschung sollte weiter in diese Richtung gehen, was wir nun mit einer eigenen Studie machen wollen.

Was raten Sie Eltern nun konkret?

Für allgemeine Empfehlungen ist es zu früh. Handelt es sich allerdings um eine Risikofamilie, weil schon Mutter und Vater an atopischer Dermatitis leiden, dann würde ich ihnen die frühe Basistherapie als Prävention empfehlen.

Warum?

Bei der Neurodermitis handelt es sich um einen Schaden an der Haut­­barriere. Die Lipide in der Hornzellschicht sind falsch zusammengesetzt und reduziert. Dadurch können Schadstoffe und Allergene leichter eindringen und eine Reaktion des Immunsys­tems bewirken. Durch das frühe Eincremen wird die Hautbarriere gestärkt.

Und welche Creme eignet sich zur Prävention?

Empfehlenswert ist eine sogenannte Basispflege. Wichtig bei Risikopatienten ist, dass die Creme keine Duftstoffe enthält. Eltern aus Risikofamilien sollten ihr Baby von Anfang an zweimal täglich damit am ganzen Körper eincremen.

Laut der aktuellen Leitlinie zur Allergieprävention spielt nicht nur die Haut bei Neurodermitis eine Rolle …

Die Ernährungsweise hat auch einen Einfluss. ­Studien zeigen, dass neben einer ausgewogenen Ernährung auch Prä- und Probiotika präventiv wirken könnten, da sie das Immunsystem über den Darm stärken.


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