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Zehn Fakten zum geplanten Kaiserschnitt

Manchmal muss das Baby per geplantem Kaiserschnitt auf die Welt kommen. Zehn Dinge, die Sie dann wissen sollten

von Nadja Katzenberger, 16.07.2018

1. Wann ist ein geplanter Kaiserschnitt nötig?

Zum Beispiel bei Querlage des Kindes oder wenn die Plazenta den Muttermund blockiert (Plazenta praevia). "Auch bei manchen übermäßig groß gewachsenen Kindern, deren Mütter an einem Schwangerschaftsdiabetes leiden, empfehlen wir in einigen Fällen die geplante Sectio", sagt Dr. Bettina Kuschel, Leiterin der Geburtshilfe am Klinikum rechts der Isar in München. Ist das Kind sehr groß, besteht die Gefahr, dass es sich nicht richtig in den Geburtskanal hineindreht. Weitere Indikationen können sein: eine vorausgegangene OP an der Gebärmutter sowie Eklampsie oder manche Zwillings-Schwangerschaften. Die Beckenendlage – das Kind "sitzt" im Bauch – ist nicht per se ein Grund für den Kaiserschnitt. Ist das Geburtsteam entsprechend ausgebildet, ist die vaginale Geburt aus Steißlage häufig möglich.

2. Warum wird der Termin so früh gelegt?

"Meist wird der Kaiserschnitt eine Woche vor dem errechneten Termin angesetzt", sagt Bettina Kuschel. Viele Kliniken wollen vermeiden, dass die Schwangere plötzlich mit Wehen im Kreißsaal steht. Dann muss es sehr schnell gehen, der OP vorbereitet, das Team zusammengetrommelt werden. Gerade nachts ist die Besetzung auf der Geburtsstation kleiner, das Team länger auf den Beinen, das Risiko für Komplikationen steigt. "Bei einer Plazenta praevia können schon Senkwehen zu Blutungen führen, die Plazenta kann sich lösen – das will man auf jeden Fall vermeiden", sagt Kuschel. In diesem Fall wird der Kaiserschnitt sogar drei Wochen vor dem Geburts­termin geplant.

3. Wie werde ich betäubt?

Beim geplanten Kaiserschnitt wird in der Regel eine regionale Betäubung gelegt. Die Teilnarkose wirkt vom Bauch abwärts, und das schon nach maximal 20 Minuten. Die Frau kann die Geburt also bei vollem Bewusstsein miterleben.

4. Warum werde ich angeschnallt?

An einem Arm liegt der Zugang für die Infusion, dort sitzt auch der Anästhesist und überwacht die Narkose. Auch der andere Arm wird locker fixiert, um unbewusste Bewegungen in Richtung Bauch zu vermeiden.

5. Warum wird das Gewebe ­gerissen?

Bei der "Misgav-Ladach-Methode" (siehe Galerie) wird so wenig wie möglich geschnitten, das Gewebe möglichst nur aufgedehnt. "Diese Methode ist Standard, führt zu weniger Blutverlust und besserer Heilung", so Kuschel. Bevor das Baby geboren wird, braucht es eine künstliche Wehe, das heißt: Der Po des Kindes wird von außen kurz nach unten gedrückt und das Kleine aus der Gebärmutter gehoben. Durch den Druck von Außen zieht sich die Gebärmutter wie bei einer Wehe zusammen und der Arzt kann das Baby nach draußen ziehen.

6. Kommt mein Baby gleich zu mir?

"Meistens wird das Neugeborene kurz vom Kinderarzt oder einer Hebamme untersucht und kommt dann zur Mutter auf die Brust", sagt Andrea Hagen-Herpay, erfahrene Klinikhebamme aus Berlin. Dieser erste Kontakt ist auch für das Stillen wichtig. Dann geht’s zügig weiter zum Wiegen, Messen und Anziehen – im OP-Saal ist es kühl, und das Neugeborene soll nicht frieren – und anschließend mit Papa schon mal in den Kreißsaal, während der Arzt den Bauchschnitt bei Mama verschließt. "In manchen Kliniken dürfen die Eltern das Aussteigen des Kindes mit ansehen, und der Vorhang wird dafür kurz heruntergelassen", sagt Andrea Hagen-Herpay vom Deutschen Hebammenverband. Ob das möglich ist, sollte man bei der Geburtsanmeldung besprechen.

7. Wird das Stillen klappen?

"Ein Kaiserschnitt ist für das Stillen kein Problem", so Hagen-Herpay. Den Milchfluss stört eher, wenn Kinder zu schläfrig sind oder Mütter sich zu wenig schonen.

8. Was bekomme ich gegen die Schmerzen?

Gegen den Wundschmerz helfen Ibuprofen oder Paracetamol, die auch fürs Stillen unbedenklich sind. Die Wunde schließt sich schnell, braucht aber mehrere Monate, um zu heilen. Ansonsten gilt: schonen. Nicht schwer heben und bücken, am besten immer über die Seite aufstehen. Von strenger Bettruhe rät Kuschel dagegen ab. "Eine schnelle Mobilisierung senkt das Thrombose- und Embolierisiko, das im Wochenbett bei jeder Frau erhöht ist", sagt sie.

9. Was muss in meine ­Kliniktasche?

Neben der üblichen Ausrüstung fürs Krankenhaus vor allem hochgeschnittene Slips und Jogging- oder Schwangerschaftshosen mit weichem Bund, damit nichts auf die Narbe drückt. Hebammen-Tipp: anfangs eine Mull­binde über die Narbe kleben, damit kein Druck auf das Gewebe kommt.

10. Einmal Kaiserschnitt, immer Kaiserschnitt?

Nein! Es ist möglich, nach einem Kaiserschnitt ein Kind vaginal zu gebären. Wie hoch das Risiko ist, dass die Narbe reißt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Frauen sollten sich von ihrem Arzt beraten lassen.


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