Welche Positionen sind bei der Geburt günstig?

Drei von vier Frauen befinden sich bei der Geburt in Rückenlage. Nicht die ideale Position, findet Hebamme Christiane Schwarz
von Julia Jung, aktualisiert am 12.12.2016

Vielen Frauen hilft es bei der Geburt, wenn sie sich bewegen

Your Photo Today/EMAP Mother + Baby

Frau Schwarz, was spricht gegen die Rückenlage bei der Geburt?

Sie ist ungünstig. In ­dieser Position kann sich das Becken nicht bewegen, und der Geburtskanal ist enger. Deshalb hat die Frau mehr ­Schmerzen, und die Geburt ­dauert im Vergleich auch länger.

Christiane Schwarz ist Hebamme und Dozentin an der Medizinischen Hochschule Hannover

W&B/Privat

Sind andere ­Positionen demzufolge besser?

Es geht gar nicht so sehr um bestimmte Positionen. Viel wichtiger ist, dass sich die Frau bewegt, also herumläuft und verschiedene Stellungen einnimmt. So kann sie mit dem Schmerz am besten ­umgehen. Es ist eigentlich ganz natürlich. Einen Knopf presst man ja auch nicht einfach starr durchs Knopfloch, sondern bewegt ihn nach Gefühl.

Warum liegen dann trotzdem so viele Frauen ­während der Geburt?

Gerade beim ersten Kind ist man sehr unsicher. Während dieser Phase braucht die Frau eine gute Betreuung, jemanden, der ihr hilft, in sich zu hören. Leider können viele Kliniken das während einer Geburt, die viele Stunden oder sogar ­Tage dauert, nicht leisten. Teil­weise wird auch ein Dauer-CTG gemacht, was die Frau in ihrer ­Bewegung stark einschränkt.

Kann eine ­Schwangere denn vorbeugen?

Nicht in jedem Fall. Aber ich empfehle, die Stellungen ­vorab auszuprobieren, entweder im Geburtsvorbereitungskurs oder zu Hause. Und es hilft sehr, wenn die Frau zur Geburt ­jemanden mitbringt, der sie ­immer wieder zur Bewegung und zum Positionswechsel ­ermutigt. Denn gerade, wenn es auf die Geburt zugeht, stecken viele Frauen so sehr in einer ­Spirale aus Angst, Schmerzen und Unsicherheit, dass sie gar nicht mehr wissen, was sie im Geburtsvorbereitungskurs gelernt haben. Gut, wenn dann jemand da ist, der es ihnen sagt.


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