So verheilt ein Dammriss gut

Nach einem Dammriss bleibt eine Narbe zurück. Zum Glück können Frauen einiges für die Heilung tun

von Andrea Schmidt-Forth, aktualisiert am 13.08.2018
Frau im Bett liegend

Dammrisse heilen meist während des Wochenbetts gut ab


Die gute Nachricht zuerst: Damm-Verletzungen während der Geburt sind seltener geworden. Muss der Damm allerdings genäht werden, lässt sich die Narbe im Anschluss gut behandeln. "Wichtig ist, dass die Frauen die Narbe rechtzeitig pflegen und die Behandlung mit dem Arzt individuell abstimmen", erklärt Apotheker Volker König aus Schmalkalden. Er und seine Mitarbeiter kennen sich mit dem Thema aus: Die zertifizierte babyfreundliche Apotheke ist auf die Beratung von Schwangeren und frisch Entbundenen spezialisiert. Bei Problemen mit ge­burtsbedingten Narben empfiehlt Volker König, auch eine Hebamme heranzuziehen. Hier erklärt der Apotheker, wie Frauen zu Hause die Heilung fördern.

Größe der Narbe

Unterschiedlich, von wenigen Millimetern bis Zentimetern.

Hygiene

Um zu verhindern, dass Keime vom After in die Wunde gelangen, den Po nach dem Stuhlgang  immer nach hinten abputzen.

Heilungsdauer

Eine Woche nach der Geburt sollten die Beschwerden deutlich besser sein. Vier bis sechs Wochen danach ist die Dammnaht normalerweise komplett ausgeheilt.

Das können Sie tun

1. Sitzbäder

Bis die Wunde nach circa zehn Tagen verschorft ist, unterstützt ein gerbstoffhaltiges oder ein pflanzliches Sitzbad (zum Beispiel mit Kamille, Schafgarbe und Ringel­blume) den Heilungsprozess.

Anwendung: Täglich einmal. Das Wasser auf Körpertemperatur abkühlen lassen.

Wirkung: Sitzbäder desinfizieren und halten die Narbe weich.

2. Spülen

Wer keine Sitzbäder mag und die gleiche Wirkung erzielen möchte, kann regelmäßig Intimspülungen machen.

Anwendung: Die Lösung (aus der Apotheke) einmal täglich von oben zwischen den Beinen durchlaufen lassen, während Sie auf der Toilette sitzen.

3. Kühlen

Ist die Narbe unangenehm geschwollen, hilft es, sie zu kühlen.

Anwendung: Ein Kondom mit Wasser füllen und ins Eisfach legen, gefrieren lassen, dann in ein Tuch gewickelt auflegen. Alternativ auf eine saubere Monatsbinde etwas pflanzliches Öl (zum Beispiel Olive, Weizenkeim) träufeln, ebenfalls gefrieren lassen, umwickeln und auf die Narbe legen.

4. Cremen

Sobald die Fäden sich aufgelöst haben, die Narbe ein- bis zweimal täglich mit Mandelöl oder einer speziellen Narbensalbe/-creme massieren. Das fördert die Durchblutung des Gewebes und aktiviert die Selbst­­heilungskräfte der Haut.

Wann zum Arzt?

Entzündet sich die Narbe, tritt Eiter aus, bildet sich ein Wulst oder bekommen Sie Fieber, gehen Sie bitte gleich zum Arzt. Hin und wieder wird ein Dammriss oder -schnitt zu eng genäht. Dann schnüren die Fäden das Gewebe ein – das tut weh. In so einem Fall wird der Arzt die Fäden entfernen und die Wunde neu verschließen.

Info: Unterschiedliche Schweregrade des Dammrisses

Die Verletzung wird in vier Schweregrade eingeteilt:

  • 1. Grad: Der Riss ist oberflächlich und betrifft nur die Haut
  • 2. Grad: Die Beckenbodenmuskulatur ist zusätzlich etwas eingerissen
  • 3. Grad: Der äußere Afterschließmuskel ist zusätzlich eingerissen
  • 4. Grad: Auch die Darmschleimhaut ist aufgerissen

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