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Kaiserschnittnarbe richtig pflegen

Ein Kaiserschnitt verursacht eine größere Wunde. Was Frauen für die Heilung und eine schöne Narbe tun können

von Andrea Schmidt-Forth, aktualisiert am 18.09.2018

Wie pflege ich die Narbe am besten? Und wie lange dauert die Heilung? Das erklären unsere Experten im Video


Kaum zu glauben: Irgendwann wird wahrscheinlich nur noch ein schmaler Strich an den Kaiserschnitt erinnern. "Das ist sehr gut möglich, wichtig ist, dass die Frauen die Narbe rechtzeitig pflegen und die Behandlung mit dem Arzt individuell abstimmen", erklärt Apotheker Volker König aus Schmalkalden. Er und seine Mitarbeiter kennen sich mit dem Thema aus: Die zertifizierte babyfreundliche Apotheke ist auf die Beratung von Schwangeren und frisch Entbundenen spezialisiert. Bei Problemen mit ge­burtsbedingten Narben empfiehlt Volker König, auch eine Hebamme heranzuziehen. Hier erklärt der Apotheker, wie Frauen zu Hause die Heilung fördern:

Größe der Narbe

Der Arzt setzt die Naht in der Regel entlang der Schamhaargrenze. Dort wird sie später von Slip oder Bikinihose verdeckt. In den ersten Wochen ist die zehn bis 14 Zentimeter lange Narbe noch rot und wulstig. Im Lauf der Zeit flacht sie ab und ist nur noch als heller Strich erkennbar. Das Narbengewebe fühlt sich auf Dauer etwas fester an als die umgebende Haut.

Hygiene

Vor allem in den ersten zwei Wochen waschen Sie sich bitte immer gründlich die Hände, bevor Sie die Narbe anfassen. Wenden Sie desinfizierende Cremes nur in Ab­sprache mit Arzt oder Hebamme an.

Heilungsdauer

Äußerlich verheilt die Wunde normalerweise innerhalb von zehn bis 14 Tagen. Dass die Kaiserschnittnarbe am Anfang wehtut, ist ganz natürlich. Schließlich wurden bei der OP mehrere Gewebe- und Muskelschichten sowie Nerven durch­trennt. Deshalb kann die Narbe druck­­empfindlich sein, oder sie brennt und juckt, während sie heilt. Manchmal fühlt sich das Areal um die Narbe herum auch für einen längeren Zeitraum taub an.

Das können Sie tun

Massieren: Haben sich die Fäden aufgelöst, dürfen Sie die Narbe täglich ein- oder zweimal behutsam mit pflanzlichem Öl (zum Beispiel Mandel, Lavendel, Weizenkeim) oder einer speziellen Narbensalbe/­-creme massieren. Das fördert die Durchblutung und die Selbstheilungskräfte der Haut und macht das Gewebe geschmeidig. "Ist der Wundschorf abgefallen, können Sie die Narbe auch mit einer weichen Babyhaarbürste massieren", so König.

Die Wundheilung verläuft bei jeder Frau anders, abhängig von Faktoren wie Hautstruktur, Alter und Stoffwechsel. "Bei sehr erhabenen oder großen Narben können Silikonfolien die Wundheilung verbessern. Untersuchungen bestätigen einen positiven Effekt. Allerdings erfordert die Anwendung viel Geduld, da sie lange dauert. Außerdem ist sie recht kostspielig", sagt der Apotheker.

Wann zum Arzt?

In den ersten Wochen nach der Entbindung kann sich die Narbe entzünden. Wichtig ist es, die Bauchmuskulatur und die Haut in dem Bereich sechs bis acht Wochen lang zu schonen. Treten akute Schmerzen an der Narbe oder im Bauch auf, sieht die Narbe entzündet aus, tritt Eiter aus und kommt Fieber dazu, kann das ein Hinweis auf eine Infektion sein und sollte unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden.

In seltenen Fällen kommt im Bauchraum zu Verklebungen oder Verwachsungen der Narbe, die Schmerzen verursachen und chirur­gisch behandelt werden müssen.

Ist die Narbe nach Monaten noch wulstig oder eingesunken, kann sie kosmetisch korrigiert werden. Möglich wären eine Hyaluron- oder Eigenfett-Behandlung, eine Korrektur per Laser oder eine Dermabrasion (Abschleifen der Haut). Diese Eingriffe übernimmt der Hautarzt.


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