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Geburt: Welche Eingriffe sind notwendig?

Dammschnitt, Kaiserschnitt und mehr: Kaum ein Kind in Deutschland kommt ganz ohne Hilfe zur Welt. Doch wann sollte in den Geburtsvorgang eingegriffen werden?

von Christian Andrae und Julia Schulters, 29.10.2018
Krankenhaus

Die Geburt verläuft nicht immer ohne Eingriffe – aber nicht immer sind Eingriffe auch nötig


Öffnung der Fruchtblase

Das wird gemacht: Bei der sogenannten Amniotomie wird die Fruchtblase durch den geöffneten Muttermund mit einem kleinen Gerät oder dem Finger geöffnet.
Darum wird es gemacht: Um den Geburtsvorgang zu beschleunigen.
Das sagt die Wissenschaft: Das geringe Maß an Beschleunigung rechtfertigt nicht die hohen Risiken (Nabelschnurvorfall), die mit dem Eingriff einhergehen.

Dammschnitt (als Routine)

Das wird gemacht: Der Damm wird mit einer Schere eingeschnitten.
Darum wird es gemacht: Mit der sogenannten Episiotomie wird der Scheideneingang erweitert, um einen Dammriss zu verhindern.
Das sagt die Wissenschaft: Bislang konnte kein Nutzen eines routinemäßigen Dammschnitts für Mutter und Kind festgestellt werden. Die Rate höhergradiger Dammrisse steigt sogar.

Vaginale Untersuchung

Das wird gemacht: Unter anderem werden der Gebärmutterhals, der Muttermund sowie die Fruchtblase mit der Hand abgetastet.
Darum wird es gemacht: Um den Geburtsfortschritt, die Lage des Kindes (Kopf oder Steiß) sowie eventuelle Komplikationen rechtzeitig zu erkennen.
Das sagt die Wissenschaft: Dieser Eingriff kann Vorteile für einen positiven Verlauf der Geburt – und damit für Mutter und Kind – mit sich bringen. Die WHO rät zu einer vaginalen Untersuchung nicht häufiger als alle vier Stunden.

Wehenschreiber (CTG)

Das wird gemacht: Die Herztöne des Kindes sowie die Wehen der werdenden Mutter werden aufgezeichnet.
Darum wird es gemacht: Um sicherzustellen, dass das Kind eine gute Sauerstoffversorgung hat, und um einen Mangel frühzeitig festzustellen.
Das sagt die Wissenschaft: Umstritten. Es gibt keinen Nachweis für einen Nutzen für Frauen bei einer risikoarmen Schwangerschaft. Und: Wird bei der Aufnahme ein CTG gemacht, ist die Wahrscheinlichkeit eines Kaiserschnitts um 20 Prozent größer.

Einlauf

Das wird gemacht: Über den After wird Flüssigkeit in den Darm geleitet und dann wieder ausgeschieden.
Darum wird es gemacht: Der Einlauf soll dabei helfen, die Wehen einzuleiten, und das Infektionsrisiko für Mutter und Kind senken, da bei der Geburt kein Stuhl mehr austreten kann.
Das sagt die Wissenschaft: Es gibt keinerlei Belege für eine positive Wirkung eines Einlaufs bei der Geburt.

Kaiserschnitt

Das wird gemacht: Das Kind wird durch Schnitte in Bauchdecke und Gebärmutter zur Welt gebracht.
Darum wird es gemacht: Weil sonst die Gesundheit von Mutter oder Kind bedroht wäre.
Das sagt die Wissenschaft: Ein Kaiserschnitt sollte nur aus medizinischen Gründen erfolgen.

Quellen: Cochrane Collaboration; World Health Organisation (WHO); American College of Obstetricians and Gynecologists


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