Umweltfreundlich und günstig putzen

Für jeden Fleck das passende Mittel? Nicht nötig. Wie Sie mit fünf Putzmitteln das ganze Haus günstig und umweltfreundlich säubern

von Madlen Ottenschläger, 16.07.2015

Statt Glasreiniger: Zum Fensterputzen reicht ein Gemisch aus Spülmittel und Wasser


Für jedes Haushaltsproblem gibt es passende Spezialmittel. Doch: "Die braucht es fast nie", sagt Haushaltsexperte Chris­tian Eigner aus Berlin, der auch für Stiftung Warentest arbeitet. Im Grunde reichen fünf Putzmittel: Universalreiniger, Essigreiniger, Scheuer­mittel, Geschirrspül­mittel, WC-­Reiniger. Aber: Sie müssen richtig eingesetzt werden. Wie das geht? Das zeigen Eigners Tipps. Der Vater einer Tochter und Buchautor hat sie für das Familienleben optimiert: 

Kinder- und  Schlafzimmer:

  • Die richtige Dosis Hygiene
    Zu viel des Guten schadet. Anti­bakterielle Reiniger bergen gesundheitliche Risiken. Deshalb gilt beim Putzen: sauber ja, aber nicht klinisch rein. Für Fußböden und abwaschbare Oberflächen gibt’s Universalreiniger, für Wasser- und Kalkflecken Essigreiniger. Besonders effektiv gegen Krankheits­keime: Türklinken putzen und häufig Hände waschen.

  • Fingerabdrücke schnell entfernt
    Am besten lassen sie sich mit einem trockenen Mikrofaser- oder Schwammtuch lösen. Klebt auch Schnodder am Fenster, gibt man einen Tropfen Spülmittel und wenige Tropfen Wasser auf das Tuch, danach das feuchte Glas mit Küchenpapier trocken reiben.

  • Aktiv gegen Milben
    Ganz los wird man die ungeliebten Bettgesellen leider nicht. Doch wer morgens die Decke für eine ­Stunde zurückschlägt, lüftet die Matratze aus. Milben vermehren sich besonders im feuchtwarmen Klima. Bett­wäsche alle zwei Wochen bei 60 Grad waschen.

Badezimmer

  • Keine müffelnde Toilette mehr

    WC-Steine übertünchen nur den Geruch und belasten das Abwasser. Der Trick gegen Muff heißt regel­mäßig putzen: mindestens einmal wöchentlich WC-Reiniger ins Becken und unter den Rand spritzen, einwirken lassen, mit der WC-­Bürste schrubben. Kommt der Muff von hartnäckigem Urinstein: Fleck mit WC-Reiniger behandeln, ein Stück Toilettenpapier darauflegen – so klebt der Reiniger quasi am Fleck – über Nacht einwirken lassen.

  • Weg mit den Kalkflecken  

    Hier hilft meist Scheuermittel. Kalk­schleier an Armaturen löst ­etwas Hand­­seife auf einem feuchten Lappen. Hartnäckigen Kalk kann man mit Bimsstein auf­rauen, dann mit einem in Zitronensäure­lösung getränkten Stück Küchen­­papier einweichen. Zur Vorbeugung: nach dem Duschen und abends nach dem Zähneputzen die Armaturen mit einem Baumwolltuch trocknen.

  • Hilfe, die Fugen sind schwarz

    Ist es wirklich Schimmel, muss der Fachmann ran. Meist handelt es sich aber um Kalkablagerungen. Dann wenige Tropfen Essigreiniger auf einen Badschwamm geben und schrubben. Viel Arbeit erspart sich, wer nach dem Duschen stoßlüftet und die Fliesen (und Duschtür) mit einem Wasserabzieher trocknet.

Küche

  • Rettung für eingebrannte Töpfe
    Oje, die Milch ist angebrannt! Was tun? Ein bis zwei Zentimeter warmes Wasser und etwas Spülmittel in den Topf füllen, kurz aufkochen, über Nacht einweichen lassen. Hartnäckige Reste mit wenig (!) Na­tron und ­etwas Wasser einweichen.

  • Garaus für Keime
    Rohe Eier, rohes Fleisch und Fisch enthalten Keime, die vor allem Schwangeren und Kleinkindern gefährlich werden können. Fleischsaft und Ei-Spuren daher sofort mit Küchenpapier aufwischen. Nie mit Lappen oder Geschirrtuch, sonst haften die Keime daran und werden weiterverteilt. Händewaschen nicht vergessen! Nach der Küchenarbeit Arbeitsflächen mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen.

  • So fließt es wieder
    Der Abfluss in der Küche ist verstopft. Die Chemiekeule brauchen Sie trotzdem nicht. Ein Pümpel (Saugglocke) ist effektiver, günstiger und zudem kindersicher. So geht’s: Überlauf mit einem Lappen verstopfen, den Pümpel aufsetzen und runterdrücken. Wasser bis über die Gummiglocke einlassen, die Glocke leicht anheben, kräftig auf und ab bewegen. Zur Vorbeugung: Essensreste nicht ins Spülbecken oder WC kippen. Ein Abflusssieb beugt Verstopfungen vor.

Waschkeller

  • Sauber fürs Baby

    Braucht man für die Kleinsten Spezialwaschmittel? Nein. Drei Waschmittel (Wolle-, Color- und Vollwaschmittel) reichen, auch für Familien mit Babys. Mit dem Vollwaschmittel (Pulver) wird Weißwäsche gewaschen, mit dem Colorwaschmittel alles Farbige, mit dem Wollwaschmittel empfindliche Textilien (Seidenbluse, Wollpulli).

  • Gut für die Umwelt

    Kurzprogramme schonen die Umwelt? Ein Irrtum! Sie sind zwar schneller, verbrauchen aber deutlich mehr Strom und Wasser, belas­ten also Umwelt und Geldbeutel. Besser: im Eco-Modus waschen. ­Eine Vorwäsche ist nur bei stark verschmutzten Teilen (etwa Tierdecken, Arbeitskleidung) nötig.

  • Weg mit fiesen Flecken
    Karottenbrei auf dem Body? Jetzt heißt es: sofort handeln! Dafür lauwarmes Wasser und ­einen Tropfen Spülmittel auf einen Lappen geben, sanft reiben. Auch Vollwaschmittel ist ein prima Fleckenlöser, bleicht farbige Sachen jedoch auf ­Dauer aus. Flecken auf weißen Stücken lassen sich in der Sonne bleichen. Nach der Fleckenbehandlung das Stück in die Waschmaschine geben.


Lassen Sie Ihr Kind entsprechend der Empfehlungen impfen?
Zum Ergebnis
Wie lange waren Sie in Elternzeit?
Zum Ergebnis