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Sicher auf dem Spielplatz

Auf Spielplätzen können Kinder ihre Grenzen testen. Einige Faktoren können jedoch dazu führen, dass sie sich leichter verletzen. So sorgen Eltern dafür, dass die Kleinen unfallfrei toben

von Annett Zündorf, 07.05.2019
Klettern auf dem Spielplatz

Klettern auf dem Spielplatz soll Spaß machen – und ungefährlich sein


Aufgeschürfte Knie, blaue Flecken an den Schienbeinen: Kinder kommen oft mit kleinen Blessuren vom Spielplatz. "Das darf auch so sein. Kinder müssen lernen, wie sich Gefahren anfühlen", sagt Dr. Stefanie März­heuser, Kinderchirurgin in Berlin und Präsidentin der Bundes­arbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder. Vor großen Verletzungen wie gebrochenen Beinen oder Armen, Gehirnerschütterungen oder Platzwunden müssen sie jedoch geschützt werden. Und hier können Eltern einiges tun:

Die Kleidung

Bevor der Spielplatz-Spaß losgeht: den Fahrradhelm abnehmen. Die Kleidung hat am besten keine Kordeln, Schlaufen oder feste Kapuzen. Der Grund: "Beim Klettern könnte das Kind hängen bleiben und sich verletzen", sagt Märzheuser.

Die Hindernisse

Roller, Laufräder, Rucksäcke landen oft achtlos irgendwo. "Sie haben aber unter Schaukeln, an Rutschenausläufen oder im Sandkasten nichts verloren. Im Spieleifer können Kinder schnell darüber stolpern und sich verletzen", erklärt Märzheuser. Besser: Alle Hindernisse hinter Bänke oder am Zaun parken, so haben Kinder freie Bahn.

Das Wetter

Regen verwandelt Balanciergeräte aus Holz schnell in glitschige Rutschbahnen. Scheint die Sonne, wird die Rutsche – je nach Material – sehr heiß. "Deshalb checken Eltern die Lage nach Gefahrenzonen, die Kinder nicht erkennen", sagt Danner.

Das Vertrauen

Eltern greifen möglichst wenig ins Spiel ein. "Kinder schätzen meist instinktiv gut ein, was sie können", so Märzheuser. Wichtig: den Nachwuchs nicht überfordern. Also den Knirps nicht auf den Rutschturm heben, wenn er dort von selbst nicht hinaufklettern kann. Franz Danner, Spielplatzsachverständiger vom TÜV Süd sagt: "Gute Spielgeräte enthalten sogenannte Filter, also Hindernisse mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad, die Kinder erst mit bestimmten Fähigkeiten überwinden können." Und wenn das Kind doch mal zu mutig war und nun am Klettergerüst weder vor- noch zurückkommt? "Verbreiten Sie keine Panik", sagt Jörg Eisenacher, Sportpädagoge und Leiter der Abteilung Kindersport an der Universität Erfurt. "Eilen Sie herbei, stützen Sie das Kind ab, und helfen Sie ihm aus der kniffeligen Situation."

Die Bewegung

Laufanfänger tapsen noch unsicher zum Sandkasten, doch mit jedem Mal werden die Schritte sicherer. "Schaffen Sie möglichst viele Bewegungsanreize", sagt Eisenacher. Der Effekt: Bewegung kräftigt die Muskulatur, schult die Koordination und verfeinert die Motorik.

Die Müdigkeit

Müde Kinder sind unaufmerksam, und das erhöht das Unfallrisiko. Denn dann stolpern sie schneller, verfehlen Sprossen oder halten sich nicht mehr ausreichend fest. Zeit, nach Hause zu gehen!

Vor Gefahren warnen

Blindlings laufen die Kleinen manchmal direkt vor eine Schaukel oder buddeln vor dem Rutsch­ausgang im Sand. "Hier greifen Eltern ein und erklären, dass man etwa um die Schaukel einen großen Bogen macht, weil man sonst umgestoßen wird. Spätestens mit drei Jahren verstehen Kinder das", sagt Franz Danner.

Einen guten Spielplatz erkennen

Damit die Kleinen sicher spielen können, müssen die Spielplätze entsprechend gestaltet und gepflegt sein. Dafür gibt es Normen, "die allerdings nicht rechtlich bindend sind", sagt Franz Danner, Spielplatzsachverständiger vom TÜV Süd in München. Er nennt die wichtigsten Merkmale, woran Eltern einen guten Spielplatz erkennen:

  • Geräte aus Metall sind rostfrei.
  • Schrauben, Verankerungen, Pfähle weisen keine Schäden oder Verschleiß auf.
  • Der Sand im Sandkasten ist sauber und enthält keine Zigarettenreste oder Tierkot.
  • Die Flächen unter Spielgeräten sind mit Rasen, Kies oder Holzschnitzeln versehen, um Stürze zu dämpfen.
  • Hecken oder Zäune schützen vor einer Straße oder Bachläufen.
  • Es liegt kein Müll oder Unrat herum.
  • Das Spielplatzkonzept liefert Abwechslung, ist gut durchdacht und überzeugt mit einem modernen Design. "All das steigert die Konzentration der Kinder, es passieren weniger Unfälle", so Danner.

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