Mit Kind ins Restaurant: Sieben Tipps

Endlich mal wieder schön essen gehen, das wär’s! Doch wohin mit den Kindern? Einfach mitnehmen! Mit diesen sieben Tipps wird der Abend im Restaurant zum Genuss
von Barbara Weichs, 08.03.2017

Auch, wenn es Kinder sind: Im Restaurant sind altersgemäße Tischmanieren gefragt

Getty Images/Luc Beziat/The Image Bank

1. Augen auf bei der Restaurant-Wahl

Lieber zum Italiener, der die frischesten Meeresfrüchte der Stadt im Angebot hat, oder ins schicke Restaurant, in dem man ansonsten den Hochzeitstag feiert? Wer mit Kindern essen gehen möchte, sollte die Lokalität nach neuen Kriterien aussuchen. "Damit sich Familien in einem Restaurant wohlfühlen, muss die Infra­struktur stimmen", sagt Petra Ott-Fischer, Geschäftsfüh­rerin eines familienfreundlichen Restaurants in Tübingen. ­Folgende Fragen sollten Eltern vorab klären: Gibt es Platz, um den Kinderwagen abzustellen? Kann man Gläschen warm machen lassen? Gibt es Hochstühle für die Kleinen und einen Wickeltisch – im Idealfall so ge­legen, dass sowohl Mütter als auch Väter ihn nutzen können? Können Kinder kleinere Portionen für einen an­gemessenen Preis bestellen? Gibt es eine Spielecke?

2. Geschmacksvorlieben beachten

Indisch und richtig scharf wäre mal wieder was? Keine gute Idee, sobald die Kleinen nicht mehr ihr Menü aus dem Gläschen bekommen, sondern à la carte essen. Eltern sollten dann berücksichtigen, was den Kindern schmeckt – und worauf diese auch gerade Lust haben. Denn wer sich seit der Ankündigung, auswärts essen zu gehen, schon auf Spätzle mit Soße freut, wird die Pizza mit Salami wahrscheinlich unter Gebrüll ablehnen.

Petra Ott-Fischer ist Geschäfts­führerin eines Familienrestaurants in Tübingen

W&B/Privat

3. Die Rushhour meiden

"Fragen Sie beim Reservieren, wann erfahrungsgemäß die meisten Gäste ins Restaurant strömen – und be­stellen Sie einen Tisch außerhalb der Stoßzeiten", sagt Petra Ott-Fischer. In einem Lokal, in dem noch nicht der Bär steppt, lässt es sich mit Kindern deutlich entspannter essen. Gut auch, wenn der Nachwuchs nicht zu hungrig ist, denn sonst wird selbst die kürzeste Wartezeit aufs Essen zu lang. Baby-Eltern legen den Besuch am besten in eine Schlafphase des Kleinen.

4. Ablenkung einpacken

Restaurants, in denen Kinder willkommen sind, ver­suchen in der Regel, den Kleinen die Wartezeit aufs Essen zu verkürzen. "Das Personal bringt für die Kinder zum Beispiel Malsachen an den Tisch", sagt Ott-Fischer. Für Babys sollten Eltern selbst etwas einpacken, Beißringe zum Beispiel oder ein Kuschel­tier. Kleinkinder freuen sich vielleicht über ihre Lieblingsbilder­­bücher oder ein paar kleine Fahrzeuge, die sich über den Tisch schieben lassen. Mit einem Kartenspiel können sich ältere Kinder die Zeit ver­treiben, falls Langeweile auftritt.

5. Ausnahmen erlauben

Sich an einen gedeckten Tisch setzen und aus der Speisekarte auswählen, worauf man Lust hat – das genießen auch Kinder! Ausnahmen von der Regel heben die Laune noch zusätzlich: wenn zum Beispiel eine Limonade bestellt werden darf statt des sonst üblichen Wassers. "Lassen Sie Ihr Kind selbst seine Bestellung aufgeben, da sind sie immer mächtig stolz auf sich", sagt Petra Ott-Fischer. Apropos: Wasserflaschen am besten zu ­Hause lassen, sobald die Kinder auch aus einem Glas trinken können.

6. Zeitversetzt essen

Wenn Kinder noch Hilfe beim Essen benötigen, einfach den Kellner bitten, ihre Gerichte vorab zu bringen. "Die Kleinen können sich anschließend in der Spielecke vergnügen, während die Eltern in Ruhe ihre Mahlzeit ­genießen", sagt Ott-Fischer. Tipp: Einen Tisch mit Blick auf die Spielecke nehmen, dann muss nicht immer einer loslaufen, um nach dem Rechten zu sehen.

7. Grenzen setzen

Kinder wollen sich bewegen, was in familienfreundlichen Restaurants auch jeder weiß. Aufstehen und sich umsehen ist völlig okay, rennen und Fangen spielen nicht. Denn kommt das Servicepersonal samt vollem Tablett ins Straucheln, kann das auch fürs Kind gefährlich werden. Selbstverständlich sollte außerdem sein, dass auf die anderen Gäste Rücksicht genommen wird, auch was das Thema Tischmanieren angeht: "Abhängig vom Alter und Können wünschen wir uns schon, dass ­Eltern darauf achten, dass ihr Nachwuchs mit Besteck und einigermaßen manierlich isst. Wir wissen aber natürlich, dass Kinder auch mal schlechte Tage haben und die Nudeln von der Gabel purzeln oder Suppe auf die Tischdecke tropft", erklärt Petra Ott-Fischer. Wurde viel gekleckert oder ist mal ein Glas umgekippt, ist das kein Drama. Das Personal freut sich aber, wenn sich Eltern dafür entschuldigen.


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