Anleitung: Mit Kindern ein Video drehen

Mithilfe der Stop-Motion-Technik können Eltern schon mit kleineren Kindern tolle Videos drehen. Hier erfahren Sie, wie das geht
von Daniela Frank, 30.12.2015

Schon für kleine Kinder erlaubt: Das selbstgemachte Video am Computer ansehen

Fotolia/Nerlich images

Ein Video mit Kindern drehen? Klar, dafür gibt es viele Möglichkeiten. Doch je jünger die Kinder sind, desto weniger haben sie davon, wenn Erwachsene stundenlang mit Technik hantieren und ihnen dann etwas vorführen, an dem sie wenig Anteil hatten. Gut geeignet für Kinder ist die sogenannte Stop-Motion-Technik, bei der einzelne Fotos wie bei einem Daumenkino zu einem bewegten Bild zusammengefügt werden. Wie das funktioniert, können schon kleinere Kinder verstehen. Außerdem können sie die einzelnen Szenen und Figuren malen und mitgestalten. Im Folgenden erfahren Sie, welche Ausstattung Sie dafür brauchen und was Sie beim Erstellen des Videos beachten sollten.

Das richtige Equipment

"Am einfachsten ist es mit einer Stop-Motion-App für das Smartphone oder Tablet", sagt Günther Anfang, Abteilungsleiter Praxis am JFF-Institut für Medienpädagogik. "Die Apps kosten nur wenige Euro, sind einfach zu benutzen und selbsterklärend." Das Programm fügt die einzelnen Bilder direkt zu einem Film zusammen.

Dabei Tablet oder Smartphone am besten auf einem Stativ oder einem anderen unbeweglichen Untergrund befestigen, sodass das Gerät immer die gleiche Position hat. Hält man die Kamera selbst, besteht eher die Gefahr, dass sich die Bildausschnitte zu stark unterscheiden. Praktisch ist dabei die sogenannte Onion-Skin-Funktion der Apps: Beim Fotografieren sieht man noch die Umrisse des jeweils vorhergehenden Bildes, sodass man kontrollieren kann, ob etwas im Bild verrückt wurde, was noch an derselben Stelle sein sollte. Außerdem ist so die Bewegung der Gegenstände besser nachzuvollziehen.

Einstellen lässt sich zum Beispiel die Anzahl der Bilder pro Sekunde. "Je mehr Bilder pro Sekunde man macht, desto flüssiger wird die Bewegung", sagt Anfang. "Manchmal sind bei dieser Technik aber auch ruckelnde Bewegungen reizvoll und gewünscht." Mithilfe der Apps lässt sich der Film dann noch mit Musik oder Sprechertext unterlegen. "Man kann zum Film im Nachhinein Text einsprechen", sagt Anfang. "Kinder schaffen es aber nicht immer, genau im richtigen Timing zu erzählen. Deshalb benutze ich bei meinen Workshops oft noch ein extra Schnittprogramm." Mit solchen teils kostenfreien Programmen kann man Bild und Ton schneiden und anschließend zusammenfügen.

Aber Vorsicht: Beim Verwenden von Musik immer die Urheberrechte beachten. Wird das Video nur privat gezeigt, dürfen die meisten Musikstücke verwendet werden. Sobald aber das Video mit dem Lied vor einer größeren Gruppe vorgeführt oder natürlich auch, wenn es im Internet hochgeladen wird, darf das Musikstück nicht kostenfrei genutzt werden. "Besser ist es, die Musik selbst aufzunehmen", sagt Anfang. Hat jemand kein Smartphone oder Tablet oder möchte keine kostenpflichtige App herunterladen, kann er die Fotos auch mit einer Digitalkamera machen und mithilfe eines – eventuell kostenlosen – Programms auf dem Computer zu einem Film zusammenfügen. "Solche Stop-Motion-Programme findet man im Internet – zusammen mit entsprechenden Erklärvideos", sagt Anfang. "Allerdings ist der Aufwand damit meist deutlich höher."

Kinder-Video drehen: So geht's

  • Sich mit den Kindern eine schöne Geschichte ausdenken
  • Hintergrundbild malen
  • Figuren aus Papier basteln und bemalen
  • Für den Filmtitel oder Abspann eventuell Buchstaben aus Knetmasse formen
  • Fläche, auf der die Handlung stattfinden soll, gut ausleuchten. Dazu eignen sich am besten zwei Nachttisch- oder Klemmlampen, die die Arbeitsfläche hell ausleuchten, aber nicht blenden und möglichst wenige Schatten erzeugen
  • Smartphone oder Tablet auf Stativ befestigen und Bildausschnitt einstellen
  • Film erstellen: Fotos der gewünschten Szenerie machen, vor jedem neuen Foto Buchstaben oder Figuren ein kleines Stückchen weiterbewegen. Darauf achten, vor dem Abdrücken jeweils die Hand aus dem Bild zu nehmen. Wichtig außerdem: Figuren müssen immer ins Bild und wieder hinaus laufen. Misslungene Bilder löschen und erneut fotografieren
  • Musik oder Ton unterlegen

 

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