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Während der Elternzeit beruflich verändern?

In der Schwangerschaft oder Elternzeit stellen sich Mütter oft die Frage, ob sie künftig nicht einen ganz anderen Beruf ausüben wollen als bisher. Mit unseren Reflexionsübungen finden Sie heraus, was zu Ihnen passt

von Beatrice Sobeck, 20.08.2019

Mit wachsendem Bauch spüren Sie den Wunsch nach einer beruflichen Neuorientierung? Das verunsichert erst einmal. Oft zweifelt man an sich selbst und formuliert Einwände. Etwa: "Das können wir uns nicht leisten" oder: "Ich kann doch gar nichts anderes". Trauen Sie sich, den Gedanke an etwas Neues zuzulassen. 

Tanja Misiak, Coach für Achtsamkeit und Innere Selbstführung, hat Reflexionsübungen vorbereitet, die Ihnen dabei helfen sollen, Antworten für sich selbst zu finden:

1. Stärken stärken – Was kann ich wirklich gut?

Was antworten Sie, wenn jemand Sie nach Ihren Stärken fragt? So spontan fällt das oft sehr schwer und gerade wir Frauen neigen dazu, uns unserer Stärken nicht so bewusst sein. Dementsprechend wenig werden sie gezielt genutzt. Die folgende Übung unterstützt Sie dabei, sich Ihrer Stärken bewusster zu werden.

Schritt 1:

Erinnern Sie sich an ein Erlebnis, bei dem Sie sich im Beruf oder in einer beruflichen Situation (z.B. Praktikum,  Ausbildung, Projekt) erfolgreich und erfüllt gefühlt haben.

Beantworten Sie folgende Fragen: Wo waren Sie? Was haben Sie gemacht? Was ist Ihnen Ihrer Meinung nach gelungen? Wie haben Sie sich gefühlt?

Schritt 2:

Wer war bei diesem Erlebnis dabei? Welche KollegInnen oder Kollegen haben mit Ihnen zusammengearbeitet? Waren KundInnen involviert, die Sie erlebt haben? ZuhörerInnen? Oder haben Sie eine Freundin oder einen Freund oder ein Familienmitglied involviert und sie/ihn damals immer wieder auf dem Laufenden gehalten?

Notieren Sie die Personen, die Sie bei diesem Erlebnis erlebt haben.

Schritt 3:

Haben Sie noch Kontakt zu den Personen, die Sie aufgelistet haben? Bitten Sie diese Menschen um einen Gefallen, wenn das möglich ist.

Wenn ja, weiter mit Schritt 3a.
Wenn nein, weiter mit Schritt 3b.

Schritt 3a:

Bitten Sie die Person oder die Personnen, Ihnen ein Feedback zu geben, welche Stärken ihr/ihm bei Ihnen aufgefallen sind. Das geht telefonisch, genauso aber auch einfach über eine SMS, Sprachnachricht oder Mail.

Schreiben Sie die gesammelten Stärken für sich zusammen.

Schritt 3b:

Versetzen Sie sich in die Lage einer dieser Personen, die Sie erlebt haben. Verändern Sie dazu Ihren Sitzplatz, während Sie diese Übung machen: Stellen Sie sich vor, dass Sie nun diese Person sind.

Was erzählt diese Person über Sie? Erzählen Sie so, als wären Sie die andere Person. Lassen Sie bewusst Ihre eigenen Wertungen außen vor. Oft neigen wir dazu, Lob zu relativieren und zu entwerten. In diesem Rollenspiel sind Sie aber die andere Person und diese möchte Ihren Zweifeln keinen Raum geben. Sie möchte Sie loben und von Ihren Stärken schwärmen!

Wenn Sie fertig sind, gehen Sie bewusst aus der anderen Rolle heraus, indem Sie sich wieder auf Ihren ursprünglichen Platz setzen. Lassen Sie wirken, was Sie sozusagen über sich gehört haben.

Notieren Sie Ihre Stärken.

2. Welcher neue Beruf könnte zu mir passen?

Bevor Sie eine externe Berufsberatung in Anspruch nehmen, gibt es noch andere Möglichkeiten, die Sie auf neue Ideen bringen können. Dabei geht es wie in der vorangegangen Übung wieder um Perspektivenwechsel.

Perspektivenwechsel Nummer 1:

Welche Menschen könnten Ihnen ihre Meinung sagen, was beruflich noch zu Ihnen passen könnte?

Ehemalige oder aktuelle Kollegen zu fragen, könnte manchmal hinderlich sein, da diese Personen Sie in Ihrem "alten" Setting sehen. Denken Sie also groß und weit. Gute Hinweise könnten Ihre Eltern oder Freunde von früher geben.

Der Grund: Bezugspersonen aus der Kindheit können zum Beispiel erzählen, welchen Beruf Sie früher gerne nachgespielt haben. Oder was Sie generell gerne gespielt und unternommen haben. Oft lassen sich hier durchaus erste, aber wesentliche Hinweise auf Talente und Neigungen finden. Das kann Ihnen helfen, jetzt neue Perspektiven zu entdecken.

Auch aktuelle Freunde sind gute Gesprächspartner. Sie kennen Sie so, wie Sie sind. Sie wissen, was Ihnen wirklich wichtig ist und was Ihnen üblicherweise immer gut gelingt. Hören Sie ihnen zu. Oft scheint es für den Feedbacknehmer erst einmal "zu weit hergeholt", worauf das Gegenüber da kommt. Aber meistens ist sehr viel dran an den Einschätzungen der Freunde. Wir müssen dafür eben oft nur aus der Komfortzone heraus.

Fragen Sie die Personen folgende Fragen:

  • Welcher Beruf würde zu mir Deiner Meinung nach gut passen?
  • Wie kommst Du auf diesen Beruf? Warum denkst Du, passt das zu mir?
  • Um welche Tätigkeiten geht es Dir besonders bei diesem Beruf? Welche Berufe sind noch durch solche Tätigkeiten charakterisiert?

Ergänzen Sie gerne eigene Fragen.

Perspektivwechsel Nummer 2: Vergangenheit

Schritt 1:

Welche Traumberufe hatten Sie bisher, vielleicht schon als Kind und Teenager? Schreiben Sie sie alle auf.

Schritt 2:

Gibt es zwischen diesen Berufen und Tätigkeitsfeldern Gemeinsamkeiten? Schreiben Sie die Gemeinsamkeiten auf. Können Sie so besser erkennen, worauf es Ihnen ankommt? Was fällt Ihnen auf?

Schritt 3:

Welcher Beruf passt aus Ihrer Sicht am besten zu den Tätigkeiten, die Ihnen am meisten zusagen? Möglicherweise fällt es Ihnen schwer, hier einen unbefangenen Blick zu haben. Vielleicht haben Sie auch hier in Ihrem Umfeld eine Person, die auf Ihre Liste schauen könnte und ihre Assoziationen mit Ihnen teilt.

Schritt 4:

Reflektieren Sie: Welches Berufsbild möchten Sie sich genauer anschauen? Kennen Sie Menschen, die Ihnen darüber mehr erzählen könnten? Denken Sie im Netzwerk. Bauen Sie eventuell sogar neue Kontakte auf. Gehen Sie zu Netzwerkveranstaltungen, die heutzutage ja zu vielen Bereichen stattfinden. Das lohnt sich alleine schon, um die Arbeits- und Denkkultur der jeweiligen Branche besser kennenzulernen, zu erleben und besser einzuschätzen.

Auch "neutrale" Netzwerkveranstaltungen rund um Karriere und berufliche Weiterentwicklung können Sie inspirieren, denn hier gibt es meist gute Vorträge und Workshops rund um die berufliche Neuaufstellung.

Notieren Sie: Welche Veranstaltungen könnten für Sie interessant sein?

Perspektivenwechsel Nummer 3: Zukunft

Stellen Sie sich vor, Sie feiern Ihren 90. Geburtstag. Sie sind gesund und noch viel weiser als heute. Ihr Blick auf die Elternzeit hat sich relativiert. Einige Jahrzehnte sind vergangen, Ihr Kind/Ihre Kinder sind erwachsen, Sie haben Enkel. Sie sehen alles nicht mehr so streng und verbissen, sondern gerne auch mal mit Humor.

Gerne können Sie Ihren Platz im Raum verändern oder den Raum ganz wechseln und sich irgendwo hinsetzen, wo Sie als 90-Jährige vielleicht gerne sitzen würden. Eine Parkbank oder ein schöner Platz im Wald?

Stellen Sie sich vor, dass Sie als 90-Jährige zu Ihrem heutigen Ich sprechen: Was empfehlen Sie sich als 90-Jährige für die Elternzeit? Wie sollten Sie sich beruflich ausrichten? Welche Schritte müssen Sie aus der Sicht der 90-Jährigen unternehmen?

Was würden Sie Ihrem heutigen Ich mit auf den Weg geben?


Hoffentlich sehen Sie durch die beschriebenen Schritte klarer, welcher Beruf zu Ihnen passt!


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