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So schaffen Sie mehr Platz in der Wohnung

Die Familie bekommt Zuwachs oder die Kinder werden größer, aber ein Umzug ist nicht drin? Unsere Expertin erklärt, wie Sie mehr Platz in Ihrer Wohnung schaffen

von Julia Ferrat, 29.08.2016

Es passt. Gerade so. Die Wohnung könnte größer sein, doch mehr Quadratmeter lassen sich nicht finanzieren. So geht es vielen, gerade in Ballungsräumen. Und dann kommt der heiß ersehnte Nachwuchs. Oder das Baby wird älter und braucht mehr Platz zum Spielen. Ein Umzug aber ist nicht drin. Dann heißt es kreativ werden und überlegen, wie vorhandener Platz effektiver genutzt oder umgebaut werden kann.

Mehr Stauraum: Freien Platz an den Wänden nutzen

Bei der einfachsten Lösung sollte sich erst einmal der Blick die vier Wände entlang nach oben richten. "Oft geht wertvoller Stauraum verloren, indem Schränke, Kommoden oder auch Betten nur einen Teil der Wand ausnutzen. Zwar ist eine freie Wandfläche, zum Beispiel für Bilder, ganz nett. Wenn es aber eng wird im Zimmer, verzichtet man besser auf diesen Luxus und richtet stattdessen ,nach oben‘ ein", empfiehlt die Innenarchitektin Yvonne Habermann. Die Expertin aus Hamburg rät zu Schränken bis zur Decke. Wer nicht gleich eine vorhandene Kommode oder einen halb hohen Schrank ersetzen möchte, für den könnte die Lösung für mehr Platz lauten: aufstocken und weitere Schränke aufhängen.

Durch offene Regale, geschlossene Schränke mit normaler oder auch mit Schiebetür kann man freien Platz an den Wänden sinnvoll nutzen. Hier gibt es inzwischen auch für wenig Geld unzählige Möglichkeiten. "Aufwendiger und sicher auch teurer ist die Variante, ein ganzes Bett nach oben, unter die Decke zu hängen. Ein solches Hängebett mit motorisiertem Hochziehmechanismus kann man mit viel handwerklichem Geschick selber konstruieren oder sich von einem Fachmann bauen lassen", erklärt Habermann.

Besonders bei Zimmern mit Dachschrägen rät die Innenarchitektin, jede noch so kleine Ecke zu nutzen. So können zum Beispiel selbst kleine Regale Platz für Kuscheltiere & Co bieten. "Es macht nicht nur Spaß, sondern ist auch sinnvoll, den Nachwuchs in die Planungen einzubeziehen. Kinder wissen meist sehr genau, welche Dinge ihnen in bestimmten Lebensphasen wichtig sind und worauf sie verzichten können", empfiehlt Habermann.

Zusätzlicher Platz durch Hochbetten und Klappmöbel

Mehr Platz durch Höhe: Das gilt auch für Kinderbetten, die als Hochbett für zusätzlichen Raum zum Spielen oder Verstauen sorgen. Brauchen zwei Kinder auf engstem Raum ein Bett, ist das Etagenbett, selbstverständlich inklusive Absturzsicherung (und GS-Prüfzeichen), eine ziemlich optimale Lösung. Ein solches Modell sollte jedoch erst für Kinder ab sechs Jahren angeschafft werden, rät die Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit fürs Kind". Auch wenn noch ein drittes Kind mit im Zimmer schlafen soll, geht das, ohne weiteren Platz zu verlieren: Einige Hersteller bieten versenk- und ausziehbare Kinderbetten an, die unter die Etagenbetten geschoben werden können.

Ist die Wohnung so klein, dass es für den Nachwuchs kein eigenes Kinderzimmer gibt, können die Eltern überlegen, mit ihrem Schlafzimmer umzuziehen. "Mithilfe sehr komfortabler Schlafsofas können sie ins Wohnzimmer ausweichen und hier ihren Bereich beispielsweise durch einen Paravent oder eine Schrankwand trennen", erklärt Habermann. Auch hier gilt dann wieder die Devise: hängen. Regale oder Schränke über dem Sofa schaffen Raum für Bücher oder andere Utensilien.

Nutzt man neben den aufgehängten Schränken zusätzlich Klappmöbel, gewinnt man gleich noch mehr Platz: So gibt es zum Beispiel Wickeltische oder Schreibtische für Kinder und Erwachsene zum Klappen. "Wer bei den Standardmodellen kein geeignetes Maß findet, kann sich von einem Schreiner seinen idealen Tisch zum Hoch- oder Herunterklappen anfertigen lassen", sagt Innenarchitektin Habermann. Wer mag, kann auch über Schrankbetten nachdenken – zum Beispiel, wenn Elternschlafzimmer und Wohnzimmer kombiniert werden. Mittlerweile gibt es Schrankbetten in schönen Designs und mit einer sehr geringen Tiefe.

Umbau: Lieber Raumtrenner statt neuer Wand

Wer größere Umbaumaßnahmen plant, sollte aufpassen. Mal eben eine Wand einziehen? "Das ist nicht immer möglich und muss in jedem Fall vom Vermieter oder der Hausgemeinschaft genehmigt werden. Schließlich ist eine Wand, die nachträglich in eine Wohnung gezogen wird, eine bauliche Veränderung", warnt Yvonne Habermann. Beachten sollte man auch, dass nachträglich eingezogene Wände beim Auszug meist wieder zurückgebaut werden müssen. Wird eine zusätzliche Wand genehmigt, sollte man daran denken, dass das neu entstandene Zimmer genügend Licht und Luft bekommt, zum Beispiel durch ein Oberlicht.

Einfacher lässt sich ein Raum durch Vorhänge oder eine hohe Schrankwand trennen. Fällt die Entscheidung auf einen Schrank oder ein Regal als Raumtrenner, müssen diese sicher und fest stehen. "Ganz wichtig: das Regal immer zusätzlich an der Wand oder der Decke befestigen! Zudem auch auf die richtige Gewichtsverteilung achten. Schwere Sachen gehören nach unten, leichtere nach oben", empfiehlt Innenarchitektin Habermann. Eine zusätzliche akustische Trennung lässt sich erreichen, indem man die Rückseite des Regals geschlossen gestaltet.


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