Alleinerziehend: So bekommen Sie Hilfe

Wenn Mutter oder Vater alleinerziehend sind, kämpfen sie oft für Unterhalt, Wohngeld und Zuschüsse. Auch das Krankheitsrisiko für Alleinerziehende und ihre Kinder ist höher. Unsere Tipps helfen

von Daniela Frank, aktualisiert am 03.01.2018
Gestresste Mutter

Gestresste Mama: Alleinerziehende haben oft keine Chance auf eine Auszeit


Höhere Kosten, mehr Stress, schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt – Studien haben gezeigt, dass alleinerziehende Mütter und Väter mit größeren Schwierigkeiten zu kämpfen haben als Paare mit Kindern. Laut Zahlen des Bundesfamilienministeriums aus 2012 bestehen 19 Prozent der Familien in Deutschland aus Alleinerziehenden mit ihren Kindern. Insgesamt sind das laut Bertelsmann-Stiftung rund 2,3 Millionen Kinder, 89 Prozent von ihnen leben bei ihrer Mutter. Alleinerziehende Mütter arbeiten häufiger in Vollzeit als Mütter in Paarfamilien – 42 Prozent gegenüber 27 Prozent. Doch 37,6 Prozent der Alleinerziehenden benötigten im Jahr 2015 staatliche Sozialleistungen. Das sind fünfmal so viele wie Paare mit minderjährigen Kindern.

Fehlende Unterstützung kann krank machen

Wenn Alleinerziehende nicht für sich alleine sorgen können, belastet das auch ihre Psyche. "Mütter leiden generell häufig unter ständigem Zeitdruck, beruflichen Belastungen und sozialer Isolierung", sagt Anne Schilling, Geschäftsführerin des Deutschen Müttergenesungswerks. Bei Alleinerziehenden ist die Belastung entsprechend höher. Hinzu kommt, dass die Mutter oder der Vater oft die einzige Bezugsperson für das Kind ist und sich kaum Auszeiten nehmen kann. Eine der Folgen: "Alleinerziehende sind in unseren Kliniken deutlich überproportional vertreten", sagt Schilling. Das Müttergenesungswerk betreibt viele Mütter- und Mutter-Kind-Kliniken. Die Mütter nehmen eine Kur in Anspruch, weil sie zum Beispiel unter Erschöpfungssyndrom, Burnout oder Belastungsreaktionen leiden. Außerdem treten häufig Erkrankungen wie Rückenschmerzen oder Gelenkbeschwerden auf.

Kinder sind meist mitbetroffen

"Das Grundproblem von Müttern ist, dass sie meist sehr viel Verantwortung auf sich nehmen", so Schilling. "Alleinerziehende glauben oft, keine andere Wahl zu haben. Dabei gibt es auch für sie Möglichkeiten zur Entlastung." Nicht nur, um selbst gesund zu bleiben, sondern auch zum Wohl des Kindes: Studien haben gezeigt, dass die Gesundheit des Kindes stark von der der Mutter abhängt und umgekehrt. "Wir stellen fest, dass 80 Prozent der Kinder, die mit ihren kranken Müttern in unsere Kliniken kommen, selbst behandlungsbedürftig sind", sagt Schilling. Betroffene Kinder leiden überwiegend unter Erkrankungen des Atemsystems, psychischen Problemen und Verhaltensauffälligkeiten wie Sprachstörungen und Bettnässen.

Langfristig optimistisch

Natürlich sind nicht alle Alleinerziehenden gesundheitlich angeschlagen und in Geldnot. Eine Studie des Bundesfamilienministeriums hat ermittelt, dass alleinerziehende Frauen ihre Situation langfristig als gar nicht so problematisch beurteilen und sehr optimistisch in die Zukunft blicken. Dennoch sind Alleinerziehende mit ihrer Lage im Schnitt viel unzufriedener als Mütter in Paarfamilien.

Und so können sich Alleinerziehende entlasten:


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