Stressfreie Hausaufgaben für Ihr Kind

Hausaufgaben sind in vielen Familien Reizthema Nummer eins. Damit es nicht so weit kommt, sollten Eltern von Anfang an feste Gewohnheiten einführen, rät der Bildungsexperte Adolf Timm

von Anne-Bärbel Köhle, 16.10.2012
Junge macht stressfrei Hausaufgaben

Grundschüler machen gerne Hausaufgaben – Ruhe und Anerkennung vorausgesetzt


Lernfreude stärken

+ Es gibt kein Kind, das nicht lernen will! Allerdings nicht unter Zwang. Sich nachmittags nochmals hinsetzen zu müssen bedeutet für Fünf- und Sechsjährige eine große Umstellung. Die allermeisten Abc-Schützen schwärmen für ihre Lehrerin und lernen gerne für sie. Nutzen Sie diesen Impuls!

Sprechen Sie nicht abfällig über die Lehrer! Das Kind gerät sonst in einen Loyalitätskonflikt.

Rhythmus finden

+ Finden Sie möglichst schnell heraus, wann für Ihr Kind die individuell beste Lernzeit ist: Nach dem Essen oder nach dem Toben? Und strukturieren Sie den Tagesablauf entsprechend immer gleich, denn Rituale erleichtern das Leben. Sie geben Halt und helfen Streit oder ­einen Machtkampf um die Hausaufgaben zu vermeiden.

Machen Sie nicht zu viel Aufhebens um die Hausaufgaben. Ihr Kind sollte aber wissen: Das Lernen um fünf Uhr gehört zu meinen Aufgaben wie auch das Zähneputzen am Abend.

Für Ruhe sorgen

+ Zwischen Schule und Hausaufgaben braucht das Kind eine Erholungspause. Während der Arbeit sollte es möglichst wenig abgelenkt werden, auch wenn Ihr Kind gerne am Küchentisch sitzen würde: Ermuntern Sie es, im eigenen Zimmer am Schreibtisch zu arbeiten. So gewöhnt es sich daran, die Aufgaben alleine zu lösen, ohne dass jemand in der Nähe ist und ständig für Nachfragen zur Verfügung steht.

Fernsehen ist in der Erholungsphase nach der Schule tabu! Der Lernstoff wird davon überlagert, hat die Hirnforschung gezeigt.

Anerkennung geben

+ Signalisieren Sie Ihrem Kind: Wir trauen dir das zu! Loben Sie viel, aber setzen Sie seine Bereitschaft zu lernen auch ruhig voraus.

Selbst Erwachsene tun sich oft noch schwer damit, Kritik anzunehmen. Erstklässler trifft sie mitten ins Herz.

Selbstständigkeit fördern

+ Bestärken Sie das Kind auf dem Weg zur Lösung. Hören Sie zu, statt zu sprechen. Loben Sie es, wenn es selbstständig und ohne Trödeln gearbeitet hat. Auch kleine Belohnungen können motivieren, aber nur, wenn die Regeln tatsächlich eingehalten werden.

Sagen Sie die Lösung einer Aufgabe nicht vor. Kinder gewöhnen sich schnell daran, nicht selbst nachdenken zu müssen. Sagen Sie stattdessen lieber: "Ich weiß, dass du das kannst. Schau noch mal genau hin!"

Den Rücken frei halten

+ Dazu gehört am Anfang vor allem: bei der Organisation des Materials helfen, das Federmäppchen kontrollieren, den Ranzen ordnen, das Mitteilungsheft lesen.

Die Kontrolle der Hausaufgaben ist wichtig, aber eher eine Art positive Rückmeldung. Fangen Sie nicht an, alle Fehler zu verbessern oder zu viel zu kritisieren – zum Beispiel die schlampige Schrift und falsche Lösungen.

Angemessen reagieren

+ Die Faustregel für die Kon­zen­trationsfähigkeit beträgt: Lebensalter mal zwei. Ein Sechsjähriger kann sich also maximal 12 Minuten intensiv konzentrieren!

Gehen Sie nicht davon aus, dass Ihr Kind den Schulstoff gleich beherrschen muss. Also nicht genervt reagieren, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt.


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