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Papa-Kolumne: Kompensation

Nach der Kuh ­gerät das Kind als Klimakiller in den Blick. Unser Kolumnist Marian Schäfer weiß schon, was zu tun ist

von Marian Schäfer, 10.09.2019
Kolumne Marian

Kinder sind Klimakiller? Da lässt sich doch was machen


Kürzlich überlegte ich, wie sich am­ ­besten der CO₂-Ausstoß der Kinder messen ließe. Ich dachte an Raum­anzüge, unter denen sich das Gas sammeln und man es ganz leicht absaugen könnte. Als ich mich danach im Netz umschaute, fielen mir Bilder von Kühen in die Hände, die eine Art Ballon auf dem Rücken tragen. ­Darin, so las ich, sammeln Forscher klimaschädliches Methan, das die Kühe auspupsen, und schauen, ob es mehr oder weniger wird, je nachdem, was die Tiere fressen.

Kann man Kinder klimaschonend füttern?

Gut möglich, dass bald auch Kinder mit oder gar in solchen Ballons herumlaufen und Wissenschaftler testen, wie sie klimaschonend gefüttert und gehalten werden können. Zumindest scheint nach der Kuh zunehmend das Kind als Klimakiller in den Blick zu geraten. Vermehrt lese ich vom Dreiklang "Flugzeug, Auto, Kind", und es gibt sogar eine Lehrerin, die dazu aufruft, der Umwelt zuliebe kinderlos zu bleiben.

Tatsächlich, das muss man schon sagen, geben sich Kinder wenig ­Mühe, umweltfreundlicher zu werden. Zum Beispiel kommen sie immer dicker zur Welt, was jede Effi­zienzsteigerung zunichte macht. Das ist wie bei den Autos, die auch immer größer und schwerer werden, woran Kinder ebenfalls nicht unschuldig sind: Am liebsten fahren sie mit dem SUV in die ­Kita.

Kinder von heute fliegen auch häufiger und weiter als Kinder vor 100 ­Jahren. Und sie stehen – aber das nur am Rande – total auf Plastik. Selbst Gurken akzeptieren sie nur, wenn diese von Folie umwickelt sind. Ganz zu schweigen von den Bananen, die ein Kind isst.

Kinder sind größte Umweltsünder

Schwedische Wissenschaftler jedenfalls ermittelten schon vor zwei Jahren, für wie viel C0₂ ein Kind verantwortlich ist. Sie kamen auf 58 Tonnen, was ungefähr die achtfache Menge eines durchschnittlichen erwachsenen EU-Bürgers ist. Weil das selbst ein Kind nicht alleine schafft, rechneten die Forscher – kein Witz! – gleich die Emissionen potenzieller Nachfahren mit ein, was ja nur logisch ist: Kinder essen nicht nur viele Bananen, sondern bekommen womöglich selber wieder Kinder, die viele Bananen ­essen, und die … ja, genau, ein Teufelskreis.

Als Vater dreier Kinder bekümmert mich das natürlich: 174 Tonnen CO₂ pro Jahr, da fliegen andere 47 Mal nach New York. Am Ende müssten die vielleicht darauf verzichten, nur weil wir so viele Kinder haben.

Das darf natürlich nicht sein. Wir werden Verträge mit unseren Kindern machen, die Nachwuchs ausschließen. Oder Bäume pflanzen. Eine Buche, so las ich, bindet pro Jahr 12,5 Kilogramm CO₂. Ich müsste also ­lediglich 13 920 ­Buchen im Jahr pflanzen, und alles wäre ­gut. Ganz bestimmt.


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