Großeltern: So gelingt das Zusammenleben

Verwöhn-Oma, Betreuungs-Opa? Großeltern können für ihre Enkel verschiedene Rollen einnehmen. Wie die Beziehung zwischen Großeltern, Eltern und Enkeln gelingt

von Beatrice Sobeck und Barbara Weichs, aktualisiert am 22.02.2018
Großmutter

Nicht immer herrscht Harmonie zwischen Eltern und Großeltern


Ausnahmen von der Regel

Großeltern dürfen verwöhnen, Eltern erziehen: "Können beide Seiten ihre Rollen akzeptieren und sich gegenseitig respektieren, ist es für Kinder völlig okay, wenn bei Oma und Opa hin und wieder Ausnahmen von der Regel gemacht werden oder bei den Großeltern bei manchen Themen andere Regeln gelten als zu Hause", sagt Familien-Coach und Beraterin Antje Schmidt aus Münster.

Auf Kernpunkte einigen

Zu viele aufgestellte Regeln machen das Miteinander schwierig. Beide Seiten einigen sich am besten auf die wichtigsten Kernpunkte. Die sollten sich auf die Erziehungsziele der Eltern (z. B. gesunde Ernährung und Süßigkeiten, Geschenke, Fernsehzeiten) beschränken. Darüber hinaus gibt es genug Spielraum fürs Verwöhnen.

Offene Absprachen statt Heimlichkeiten

Auf Heimlichkeiten, wie "das verraten wir der Mama nicht" verzichten Großeltern besser. Kommt es doch raus – und die Wahrscheinlichkeit bei kleinen Kindern ist groß –, kann das zu Misstrauen führen. "Die Beziehung wird belastet, die Kinder sind verwirrt und beunruhigt", so Schmidt. Offene Absprachen verhindern Missverständnisse, Eltern und ­Großeltern wissen, woran sie sind und können einander vertrauen.

Klare Regeln, wenn Großeltern miterziehen

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nimmt immer mehr Raum ein – doch Betreuungsangebote und die Arbeitssituation der Eltern ergänzen sich nicht immer. Daher werden Oma und Opa auch gerne in die Betreuung mit einbezogen. In diesem Fall gilt: Einmal klar die Spielregeln festlegen, damit das ohne Streit klappt. Mit diesen drei Tipps gelingt's:

  1. Den Rahmen definieren
    Großeltern arbeiten häufig selbst noch, haben eigene Interessen. "Sie überlegen sich in Ruhe, ob und wie viel Raum sie den Enkelkindern geben können und möchten", sagt Antje Schmidt. Das kann ein fest vereinbarter Oma-Opa-Nachmittag in der Woche sein oder die tägliche Betreuung am Nachmittag bis die Eltern von der Arbeit kommen.

  2. Kinder brauchen Zuverlässigkeit
    Je intensiver die Großeltern in die Erziehung und Betreuung eingebunden sind, umso wichtiger ist es, dass sie sich an die Regeln der Eltern halten. "Im Alltag brauchen Kinder Strukturen, wiederkehrende Abläufe, an denen sie sich orientieren können und die ihnen Sicherheit vermitteln", so die Beraterin.

  3. Die Regeln reflektieren
    Haben wir eine optimale Lösung für alle Beteiligten gefunden? Gibt es Themen, die stören? Ergibt sich Gesprächsbedarf, setzen sich Eltern und Großeltern zusammen und reden in Ruhe darüber, was ihnen auffällt oder nicht gefällt. "Unstimmigkeiten sollten nicht unausgesprochen bleiben. Sie belasten die Beziehungen und führen zu Streitigkeiten. Eine klärende Aussprache klappt nicht immer! Professionelle Hilfe ist dann wichtig", sagt Antje Schmidt. Fakt ist: Die Erziehungsverantwortung liegt bei den Eltern.

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