Der Kampf um die Krippenplätze

Für einen Krippenplatz muss man sich meist schon in der Schwangerschaft anmelden. Tipps, wie Sie einen Platz ergattern

von Sandra Schmid, aktualisiert am 02.11.2015

Um einen Krippenplatz für das Einjährige müssen sich Eltern schon früh bemühen


Für Annette W. aus Nürnberg (Name von der Redaktion geändert) grenzt es an Irrsinn: "Ich weiß seit sechs Wochen, dass ich schwanger bin. Ob es ein Junge oder ein Mädel wird, weiß ich nicht. Und einen Namen haben wir uns auch noch nicht überlegt. Aber Krippenplätze," sagt die werdende Mutter kopfschüttelnd, "die haben wir uns schon angeschaut."

Dr. Susanne Herrmann, Leiterin der Abteilung KITA im Referat für Bildung und Sport der Landeshauptstadt München, bestätigt diese Realität auch für München: "In der Regel kümmern sich Eltern bereits schon sehr früh nach Bekanntwerden der Schwangerschaft um einen Krippenplatz." So wie Annette W. geht es vielen Müttern in Deutschland. Die Situationen in Nürnberg und München stehen da nur exemplarisch für die Lage in den meisten Städten der Bundesrepublik: Trotz des Rechtsanspruchs sind Betreuungsplätze weiterhin stark umkämpft.

Leitfaden: Wie finde ich einen Kinderkrippenplatz?

  • Sie haben gerade erfahren, dass Sie schwanger sind? Dann können Sie sich eigentlich gleich auf die Suche nach einem Krippenplatz machen. Ein zu früh gibt es nicht. Höchstens ein zu spät: Die Anmeldung muss nämlich in den meisten Einrichtungen bis spätestens sechs Monate vor Betreuungsbeginn gemacht werden. Ausnahme: Es wird kurzfristig ein Krippenplatz frei.
  • Viele Städte bieten im Internet sogenannte Kita- oder Krippendatenbanken an. Hier finden Sie alle städtischen, aber auch privaten Einrichtungen aufgeführt. Gibt es so etwas nicht für Ihre Stadt oder Gemeinde, helfen entweder die zuständigen Bezirks- oder Jugendämter weiter. In vielen Krippen findet Anfang des Jahres auch ein Tag der offenen Tür statt.
  • Dr. Susanne Herrmann rät: "Eltern sollten sich nicht nur darauf konzentrieren, einen Krippenplatz in unmittelbarer Nähe des Zuhauses zu finden. Vielleicht gibt es auch Einrichtungen in der Nähe des Arbeitsplatzes."
  • Informieren Sie sich vorab schon genau über die jeweiligen Leistungsangebote (Öffnungszeiten, Ernährung etc.) sowie die Konzepte der Krippen und treffen Sie ein Vorauswahl. Rufen Sie bei den Einrichtungen an und fragen Sie, ob für den geplanten Eintrittstermin ein Platz frei wäre. Sollte das der Fall sein, schauen Sie sich die Krippe auf jeden Fall an.
  • Die formelle Anmeldung erfolgt dann meist in der Kinderkrippe oder beim Träger selbst (Achtung: Manchmal ist diese auf einen Tag in der Woche beschränkt!). In vielen Einrichtungen müssen Sie eine Arbeitsbescheinigung (von beiden Elternteilen oder bei Alleinerziehenden von einem Elternteil) vorlegen sowie das Vorsorgeheft und den Impfausweis des Kindes. Der Betreuungsvertrag wird dann direkt zwischen Ihnen und der Einrichtung bzw. dem Träger geschlossen.
  • Eine Anmeldung bzw. die Wartelisteneinschreibung bei mehreren Krippen empfiehlt sich. Bei wie vielen Einrichtungen Sie sich gleichzeitig anmelden können, ist kommunal unterschiedlich geregelt. In München können Sie sich beispielsweise bei bis zu sieben städtischen Häusern anmelden.
  • Die Krippenkosten variieren sehr stark. Von 50 bis 500 Euro ist alles dabei – das kommt ganz auf die Betreuungszeit, das Konzept, die Region und den Träger an. Wenn Sie ein bestimmtes, von der Kommune festgelegtes Monatseinkommen unterschreiten, erhalten Sie einen Zuschuss oder müssen vielleicht sogar gar nichts für den Krippenplatz bezahlen. Informieren Sie sich beim jeweiligen Jugendamt, wie die Bezuschussung funktioniert (in Hamburg zum Beispiel laufen die Zuschüsse über sogenannte "Kita-Gutscheine", in München muss man den Antrag bei der "Wirtschaftlichen Jugendhilfe" stellen).

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