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Was tun bei einem Stromunfall?

Wenn Kinder mit Elektrizität in Kontakt kommen, kann das schlimme Folgen haben. So leisten Sie Erste Hilfe bei einem Stromschlag, so beugen Sie vor

von Peggy Elfmann, aktualisiert am 22.11.2019

Sie befinden sich auf Augenhöhe von Krabbelkindern und haben eine magische Anziehungskraft auf sie: Steckdosen und Kabel. Wenn ein Kind direkt mit Strom in Kontakt kommt, wird der Körper selbst zum Leiter. Und das kann lebensgefährlich sein. Im schlimmsten Fall hört das Herz auf zu schlagen. Gerade wenn Wasser mit im Spiel ist, kann es zu schweren Unfällen kommen.

Symptome bei einem Stromunfall

Je stärker der Strom und je länger er einwirkt, umso schwerer in der Regel die Folgen. Der Schlag kann beispielsweise zu Angstzuständen, Schmerzen und Verbrennungen führen. Oft verkrampfen sich die Muskeln, das Kind kann sich nicht mehr von der Quelle lösen. Fließt Strom durch das Herz, kann es zu Herzrhythmusstörungen bis zum Kammerflimmern kommen. Auch Bewusstlosigkeit und Atemstillstand sind mögliche Folgen eines Stromschlages.

Was bei einem Stromunfall zu tun ist

Zuerst müssen Sie an Ihre eigene Sicherheit denken. Um helfen zu können, dürfen Sie nicht mit dem Strom in Kontakt geraten.

  • Unterbrechen Sie den Stromkreis. Am einfachsten gelingt dies, wenn Sie den Stecker ziehen oder die Hauptsicherung ausschalten.
  • Gelingt das nicht, ziehen oder stoßen Sie das Kind weg von der Stromquelle. Sie dürfen es nicht direkt anfassen, sondern benutzen Sie einen trockenen, isolierenden Gegenstand aus Holz, Leder oder Gummi (Besenstiel, Stuhl, Gürtel). Dabei sollten Sie auf nicht-leitendem Material stehen (Schuhe mit Gummisohlen, dicke Zeitung).
  • Rufen Sie unverzüglich den Rettungsdienst unter 112 oder bitten Sie eine andere Person, das zu tun.
  • Überprüfen Sie dann sofort, ob das Kind bei Bewusstsein ist und atmet. Atmet es nicht, beginnen Sie mit den lebensrettenden Sofortmaßnahmen: Beatmen Sie anfangs fünfmal, führen Sie dann Herzdruckmassage und Atemspende im Wechsel von 30 zu 2 durch. Atmet das Kind, bringen Sie es in die stabile Seitenlage.
  • Hat das Kind eine Brandwunde, sprechen Sie bitte mit der Leitstelle über das richtige Vorgehen. Eventuell können Sie die Wunde für wenige Minuten mit handwarmen Wasser kühlen und dann mit einem sterilen Verband abdecken.

So beugen Sie einem Stromunfall vor

Diese Tipps senken das Risiko für Elektrounfälle – damit es gar nicht erst zu einem Stromunfall kommt:

Defekte oder alte Elektrogeräte stellen eine große Gefahr dar. Auch abgenutzte Kabel oder Stecker haben nichts in der Reichweite von Kindern zu suchen. Kabel sollten nicht lose in der Wohnung hängen oder liegen. Sichern Sie sie in Schienen aus Plastik, oder verstecken Sie sie hinter Sockelleisten.

Statten Sie Steckdosen mit einem Kinderschutz aus. Einfach zu bedienen sind drehbare Kunststoffscheiben, die in die Steckdose geklemmt werden. Allerdings lassen sich diese leicht entfernen (auch von Kindern) und können versehentlich mit dem Stecker herausgezogen werden. Besser sind abschließbare Systeme. Denken Sie daran, auch die Verteilerstecker zu sichern. Neue Modelle haben häufig einen integrierten Schutz.

Fehlerstromschutzschalter (kurz: FI-Schalter) sind in vielen neuen Wohnungen integriert. Sie erkennen, wenn ein Mensch mit Strom in Kontakt kommt, und schalten den Strom sofort ab. FI-Schalter lassen sich in älteren Wohnungen nachrüsten.

Mit Elektrogeräten sollten Sie in feuchten Räumen, zum Beispiel im Badezimmer, sehr vorsichtig sein und diese kindersicher aufbewahren. Noch besser: Gar nicht erst im Bad föhnen.


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