Gehirnerschütterung bei Kindern: Was tun?

Kinder stürzen schnell – und oft auf den Kopf. Wie Eltern eine Gehirn­erschütterung erkennen und richtig handeln
von Julia Jung, aktualisiert am 18.05.2017

Vorsicht! Ein Sturz auf den Kopf kann eine Gehirnerschütterung verursachen

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Wer hoch klettert, kann tief stürzen. Meist geht es gut, manchmal aber auch nicht. Jede zweite Sturz-Verletzung betrifft den Kopf. Die Gehirnerschütterung ist die leichteste und häufigste Form einer Schädel-Hirn-Verletzung. Das Gehirn erleidet dabei eine Wunde. Diese Druck-Quetsch-Wunde kann am Gehirn schlimme Schäden anrichten. Einen blauen Fleck am Bein kann man kühlen und warten, bis er verheilt. Bei einem Sturz auf den Kopf ist höchste Alarmbereitschaft angesagt.

Bei Kopfverletzungen zum Arzt

Denn ob das Gehirn einen Schaden durch diese Stauchung davongetragen hat und wie ernst dieser ist, zeigt sich von außen nur selten und nicht unbedingt sofort. Blutungen im Schädelinneren oder Schwellungen des ­­Gehirns treten oft erst nach einem symptom­armen Intervall auf. "Der Druck, der sich im Schädel­inneren aufbaut, verursacht häufig Übelkeit und Erbrechen", sagt Dr. Jörg Schriever aus Mechernich, ehemals Unfallbeauftragter des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e. V. Meis­tens ist das Gehirn durch den Schlag lediglich irritiert und erholt sich ohne bleibende Schäden.

Dr. med. Jörg Schriever ist Pädiater aus Mechernich und war Beauftragter für Kinderunfälle beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.

W&B/Privat

Trotzdem besteht die Gefahr, dass etwa ein Gefäß reißt und eine lebensgefährliche Blutung entsteht. "Deshalb müssen Kopfverletzun­gen nach dem ­Unfall mindestens einen Tag und besonders intensiv in den ersten zwölf Stunden beobachtet werden", sagt Schriever. Die Liste der Symp­tome ist lang. "Wenn sich nur ein Symptom zeigt oder das Kind irgendwie anders als sonst ist, muss es in die Klinik oder zum Kinder- und Jugendarzt", so Schriever. Säuglinge sollten auch ohne ein Warnzeichen dem Kinderarzt vorgestellt werden.

Tests in der Klinik schaffen Gewissheit

In der Klinik führt der Arzt neurologische Tests durch, die Auskunft darüber geben, ob das Gehirn geschädigt wurde. Ein Röntgenbild wird in der Regel nicht mehr gemacht. Es sagt über den Zustand des Gehirns nichts aus und würde nur eine Strahlenbelastung für das Kind bedeuten.

Stattdessen bleibt der kleine Patient meist mindes­tens eine Nacht zur Überwachung in der Klinik. Treten dann ­keine schweren Symptome mehr auf und lässt sich ein schwereres Schädel-­Hirn-Trauma ausschließen, darf das Kind nach Hause. Hier ist aber weiterhin Ruhe angesagt: mindestens eine Woche, außerdem starkes Sonnenlicht und Bildschirme meiden.

Bei diesen Symptomen muss das Kind in der Klinik überwacht werden:

  • Bewusstlosigkeit
  • Lähmungen, nicht bekanntes Schielen
  • anhaltende Unruhe oder das Kind lässt sich nicht aus dem Schlaf wecken
  • Kopfschmerzen
  • auffälliger Gang, torkeln
  • ungewöhnliches Verhalten, wenn kleine Kinder etwa anhaltend schreien
  • Blässe, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen
  • Krampfen

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