Welche Öle sind für Babys gesund?

Öl liefert wertvolle Fettsäuren, die unser Körper braucht. Doch welches gehört in die Babyküche?

von Sabine Hoffmann, aktualisiert am 15.05.2018
Salatöl

Die in Öl enthaltenen Omega-3-Fettsäuren unterstützen die Entwicklung von Gehirn und Nervenzellen, Netzhaut und Sehkraft


Öl für Essanfänger

Sonnenblumen-, Oliven-, Leinsamen- oder Rapsöl – bei der großen Auswahl im Supermarktregal wissen Eltern manchmal gar nicht, welches das beste Öl fürs Baby ist. "Gerne empfohlen wird Rapsöl, denn es hat einen hohen Anteil an wertvollen Omega-3-Fettsäuren", sagt Prof. Dr. Heiko Witt, Leiter der Pädiatrischen Ernährungs­medizin an der Technischen Universität München und am Else-Kröner-Fresenius-Zentrum. Doch auch die anderen Öle dürfen in Babys Brei.

Das bewirkt Öl im Körper

Öl erhöht den Kaloriengehalt der Nahrung und sorgt dafür, dass das Baby satt wird. ­Omega-3-Fettsäuren kann unser Körper nicht selbst bilden. Sie sind jedoch lebenswichtig, denn sie helfen, Nerven­zellen, Nervenleitungen und Zellwände aufzubauen. Babys und Kleinkinder benötigen die Fettsäuren, damit das Gehirn normal funktionieren kann.

"Ins­besondere in den ersten beiden Lebensjahren ist die Omega-3-Fettsäure DHA wichtig. Sie unterstützt die Entwicklung von Gehirn und Nervenzellen, Netzhaut und Sehkraft", sagt Heiko Witt. "Der Bedarf an DHA lässt sich aber nicht nur durch Rapsöl decken – Fischverzehr hilft!" Daher wird empfohlen, Babys ein- bis zweimal pro Woche Fisch statt Fleisch zum Kartoffel-Gemüse-Brei zu geben.

Die optimale Ölmenge

Wird der Brei selbst gekocht, gilt folgende Faustregel: Auf 100 Gramm Gemüse kommt ein Esslöffel Öl. Am besten nach dem Kochen in den Brei geben.

Beim Kauf beachten

Es ist nicht notwendig, ein spezielles Beikostöl zu verwenden. Im Gegenteil: Bei einer Ökotest-Studie von sechs verschiedenen Beikostölen bekam eines die Note mangelhaft, die fünf anderen erhielten nur ein Ungenügend. Also besser normales Rapsöl kaufen. Es ist auch deutlich günstiger als das oft überteuerte Beikostöl.

Öl ins Gläschen?

Hier empfiehlt das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund: Liegt der Fettgehalt bei der Gemüse-­Kartoffel-Fleisch-Mahlzeit unter den empfohlenen acht bis zehn Gramm pro Mahlzeit, kann die fehlende Menge durch Rapsöl zugesetzt werden. Einfach nach dem Erwärmen ins Essen geben und verrühren. Ein Teelöffel Öl entspricht vier Gramm Fett. 

Kalt gepresst oder raffiniert?

Beide Ölarten eignen sich für Brei. Der Unterschied liegt in der Gewinnung: Raffinierte Öle werden mit Wärme und chemischen Lösungs­mitteln be­han­­delt; bei der kalt gepressten, "nativen" Variante ­werden Samen, Kerne oder Früchte einer Pflanze ohne Wärme­zufuhr ausgepresst.

"Durch diese schonende Gewinnung bleiben Vitamine und wert­volle mehrfach ungesättigte Fettsäuren erhalten", sagt Heiko Witt. Native Öle können aber Belastungen etwa durch Schwer­metalle enthalten. "Allerdings sind die nicht so hoch, dass sie dem Baby schaden würden", sagt der Mediziner.


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