{{suggest}}


Welche Milchsorte für Kinder?

Rohmilch, Heumilch, H-Milch, fettarme oder Vollmilch – es gibt nicht nur eine Sorte Milch. Worin unterscheiden sie sich und welche eignen sich für Kinder?

von Andrea Schmidt-Forth, 08.10.2020

Sobald Kinder Familienkost bekommen, steht sie bei den meisten auf dem täglichen Ernährungsplan: die Kuhmilch. Aber welche Sorte eignet sich, welche soll man nehmen? Die vielen Bezeichnungen sind ganz schön verwirrend. Ernährungswissenschaftlerin Maria Flothkötter vom Netzwerk Gesund ins Leben in Bonn hilft bei der Orientierung.

Rohmilch und Vorzugsmilch vorher erhitzen

Rohmilch gibt es direkt beim Bauern. Sie ist gefiltert und gekühlt, aber nicht erhitzt oder im Fettgehalt verändert. Das Gleiche gilt für Vorzugsmilch. Sie wird beim Erzeuger abgefüllt und kann im Supermarkt verkauft werden. "Kinder dürfen beide Sorten nur trinken, wenn die vor dem Verzehr zehn Minuten bei mindestens 68 Grad Celsius erhitzt wurden. Dadurch werden die Keime abgetötet", erklärt Flothkötter.

Frisch-, ESL- und H-Milch ist bereits erhitzt worden

Frischmilch wird in der Molkerei schonend erhitzt, das entfernt Keime, verschont aber viele Vitamine. Sie wird auch homogenisiert, dabei wird das Fett gleichmäßig verteilt, was die Milch leichter verdaulich macht. Frischmilch hält ungeöffnet bis zu zehn Tage im Kühlschrank.

Extended-Shelf-Life-Milch, kurz ESL-Milch, ist ­Frischmilch, die durch ein spezielles Hitzeverfahren länger haltbar gemacht wird (ungeöffnet bis zu drei Wochen).

Ultrahocherhitzte H-Milch ist ohne Kühlung bis zu sechs Monate haltbar. Sobald die Packung geöff­net ist, muss sie im Kühlschrank aufbewahrt und inner­­halb von etwa fünf Tagen geleert werden.

Fettreduzierte oder Vollmilch? Geschmackssache!

Für Heumilch bekommen Kühe vorwiegend Gras, Heu und Leguminosen (pflanzliches Futter), aber keine Silage zu fressen. Weidemilch unterscheidet sich bezüglich der Haltung. Diese Kühe verbringen viel Zeit auf der Weide an der frischen Luft statt im Stall. Eine einheit­liche Regelung, wie viele Tage sie auf der Weide sein sollten, gibt es nicht.

Ob fettreduziert oder Vollmilch, das ist Geschmackssache. Zwar enthält Milch mit 3,5 Prozent Fett anderthalbmal so viele Kalorien wie teil­ent­rahmte Milch mit 1,5 Prozent Fett, dafür doppelt so viele fettlösliche Vitamine. Vom Kalziumgehalt sind die Milchsorten etwa gleich. Magermilch enthält 0,5 Prozent Fett, aber weniger Vitamine A, D und E. Sie eignet sich nicht für Kleinkinder und Säuglinge.

Keine Magermilch für Kinder

Fazit: Außer Magermilch können Kinder, die keine Kuhmilchallergie haben, alle genannten Kuhmilchen bei richtiger Zubereitung und Lagerung trinken (Roh- und Vorzugsmilch nur gut erhitzt!). "Für welche sich eine Familie entscheidet, hängt eher davon ab, was im Alltag praktikabel ist, wie viel Geld man ausgeben möchte und ob Nachhaltigkeit und Tierwohl ein Thema sind", sagt Flothkötter.


Wie lange hat Ihre letzte Geburt gedauert?
Zum Ergebnis
Können Sie sich vorstellen, Ihre Eizellen einfrieren zu lassen?
68.33%
31.67%
Ja
Nein
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1923