Versteckter Zucker in Kinderlebensmitteln

Süßes macht das Leben schöner! Aber muss es denn gleich so viel davon sein? Wir haben nachgezählt. Die Bilanz an einem normalen Kindertag: 37 Stück Zucker

von Katja Töpfer, aktualisiert am 25.08.2016

Die meisten Kinder lieben alles, was süß schmeckt


Süß – das ist der erste Geschmack, den Babys wahrnehmen und den die meisten Menschen ihr Leben lang gut finden. Süß, das heißt für viele, sich etwas Gutes zu gönnen, sich zu belohnen. Und in Maßen genossen, ist Zucker für unsere Gesundheit auch kein Problem. Doch leider essen wir viel mehr davon, als uns bewusst ist.

Besonders in typischen Kinderlebensmitteln steckt jede Menge drin, kritisieren Verbraucherschützer. Wir entlarven für Sie die größten Zuckerfallen auf dem Kinder-Speiseplan.

 

Frühstück

Knuspriger Hafer mit Honig verfeinert. Klingt gut. Bei den Nährwertangaben wird jedoch kräftig geschummelt. Auf der Packung steht "deckt 14 Prozent des Tagesbedarfs an Zucker". Diesen "Tagesbedarf" an Süßem gibt es aber gar nicht. Tatsächlich enthalten die Knusperflocken 43 Prozent Zucker. Bei einer kleinen Portion sind das acht Stückchen. Kommt noch ein Glas Orangensaft dazu, macht das insgesamt 14 Stück Würfelzucker


Unser Rat:
Verzichten Sie ganz auf Frühstücksflocken. Mischen Sie das Müsli lieber selbst. Und verdünnen Sie den Orangensaft mit Wasser.

 

Mittagessen

Fischstäbchen mit Bratkartoffeln und Gemüse. Mmmh, ein echtes Kinder-Leibgericht und fast zuckerfrei. Richtig lecker wird das Ganze mit einem ordentlichen Klecks Ketchup (zwei Würfelzucker). Und zum Nachspülen gibt es Limonade. Genau hier steckt der meiste Zucker drin. Allein die Limo enthält etwa fünf Stückchen. Sie ist daher Süßigkeit und kein Durststiller. Die Bilanz: Sieben Stück Würfelzucker


Unser Rat:
Statt Limo selbst gemischte Apfelschorle anbieten, zwei Teile Wasser auf einen Teil Saft.

 

Zwischen-Snack

Kinderquarkspeise enthält Kalzium und Vitamine, aber leider auch eine Menge Zucker: In 100 Gramm stecken rund fünf Stück Würfelzucker

Unser Rat: Die bessere Alternative für die tägliche Milchration ist Naturquark oder -joghurt mit einem Klecks Marmelade, Honig oder frischem Obst.

 

Süße Pause

Die Extraportion Milch zwischendurch – von wegen. Die enthaltene Menge ist in dem Milchriegel verschwindend gering, eher im Teelöffelbereich anzusiedeln. Dafür ist die Zuckerbilanz ganz ordentlich – nämlich vier Stück Würfelzucker


Unser Rat:
Ab und zu ein Stück Schokolade als Nascherei ist okay, aber nicht als Ersatz für eine Milchmahlzeit.

 

Abendessen

Nach dem fast zuckerfreien Abendbrot gibt es noch ein Glas Schokomilch als Betthupferl. Und da steckt eine Menge Süßes drin. Milch mit Schokopulver enthält pro Becher bis zu sieben Stück Würfelzucker

Unser Rat: Ein wenig Milch mit echtem Kakao anrühren, weitere kalte oder warme Milch zugeben und je nach Geschmack süßen. Das schmeckt viel schokoladiger.

 

Versteckte Süße

  • Zucker hat viele Namen, zum Beispiel Saccharose, Glukose, Fruktose. Beim Blick auf die Zutatenliste hilft folgende Faustregel: Alles, was mit der Silbe "ose" endet, ist Zucker. Und: Je weiter vorn in der Liste der Begriff steht, desto mehr davon ist drin.
  • In Sachen Gesundheit macht es keinen großen Unterschied, womit wir süßen. Egal ob brauner Zucker, Honig oder Haushaltszucker – überall stecken ähnlich viel Kalorien drin.
  • Süßstoffe, etwa Aspartam, liefern zwar keine Kalorien, doch empfehlenswert sind sie für Kinder nicht: Ihre intensive Süße trägt dazu bei, dass der Geschmack auf "süß" geprägt wird. Davon kommen Kinder im späteren Leben kaum noch weg. Experten halten es für besser, Kinder stattdessen eher natürliche Süße, wie sie Obst enthält, erleben zu lassen.

 

Wissen, was drin ist: Knusper-Müsli

Am Beispiel dieser Angaben eines Knusper-Müslis sehen Sie, wie die Verbraucher getäuscht werden. Der untere Teil der Tabelle ist präsent auf der Vorderseite. Dort steht die Zahl 11 Prozent Zucker. Auf den ersten Blick wirkt dies wie der tatsächliche Zuckergehalt. Stimmt aber nicht: Gemeint ist der angebliche Tagesbedarf. Den wahren Zuckergehalt finden Sie kleingedruckt hinten auf der Packung, siehe oberer Teil. Hier zeigt sich, dass 25,5 Prozent beziehungsweise Gramm Zucker in 100 Gramm Müsli stecken.

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