Quetschies sind kein Ersatz für Obst

Manche Kinder kommen ohne ihr Fruchtpüree aus dem Quetschbeutel gar nicht mehr aus. Doch gesund sind Quetschies eigentlich nicht
von Katja Töpfer, aktualisiert am 09.12.2015

Kinder lieben Quetschies. Allerdings enthält das Fruchtpüree meist zu viel Zucker

Fotolia/mmphoto

Obst im Quetschbeutel, süße Smoothies – Kinder lieben die fruchtigen Trendprodukte in den bunten Verpackungen. Und wir Eltern auch. Pürierte Bananen, Äpfel, Mangos – ganz ohne Zuckerzusatz. Was soll daran schlecht sein? Leider einiges. Bei Quetschies und Smoothies landet das Obst in der Regel ohne Schale in der Presse, häufige Zutaten sind Fruchtmark und Saftkonzentrate. Wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamine und Ballaststoffe gehen auf diese ­Weise ver­loren.

Fruchtpüree ist eher Süßigkeit als Obst

Die Fruchtdrinks enthalten zwar in den meis­ten Fällen keinen zugesetzten Kristallzucker. Pappig süß und kalorienreich sind sie trotzdem: Das liegt an dem vielen Fruchtzucker. Dieser wird sehr schnell und im Gegensatz zur Glukose unabhängig vom Insulin im Körper verwertet.

Zu viel Fruchtzucker ist ungesund

Gesundheitlich scheint zu viel Fruc­tose eher ungünstig zu sein. Studien zeigen, dass hohe Fruchtzuckermengen den Zucker- und Fettstoffwechsel negativ beeinflussen können. Die Verbraucher­zentrale Niedersachsen hat 2014 Obstprodukte im Quetsch­beutel für Kinder ab einem Jahr untersucht. Ihr Urteil: Die Produkte sind überflüssig. Das Dauer­nuckeln an den Quetschprodukten fördert außerdem Karies. Jeden Tag ein Stückchen Obst – das ist allemal gesünder als die ­Früchte aus dem Beutel. Es hat weniger Kalorien und macht länger satt.

Brei für Babys lieber aus dem Gläschen

Klar darf Obstbrei auf dem Speiseplan von Babys nicht fehlen. In Sachen Nährstoffe macht es keinen Unterschied, ob der Brei aus dem Gläschen oder Quetschbeutel kommt. ­Isabelle Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung rät Eltern dennoch zum Obstgläschen: "Die Babys sollen das Essen vom Löffel üben." Gegen die Quetschies spricht vor allem, dass sie etwa dreimal so teuer sind wie das Gläschen. Der Durchschnittspreis beträgt 0,90 Euro pro 100 Gramm. Fruchtbreie aus dem Glas kosten im Schnitt 0,34 Euro pro 100 Gramm.


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