Paleo, glutenfrei, vegan: Was ist gesund?

Extreme Ernährungsformen nehmen stark zu. Doch sind sie auch familientauglich? Und leben wir wirklich gesünder, wenn wir uns beim Essen an strenge Regeln halten?

von Katja Töpfer, 07.07.2016

Eine Pizza mit Käse, Nudeln mit Tomatensoße, Eis am Stiel: Pala Kone­fal isst all das nicht. Die Zweieinhalbjährige wird "paleokonform" ernährt. Mehl, Zucker, Kartoffeln und Fertiggerichte stehen bei diesem Essstil, der auch Steinzeitdiät genannt wird, nicht auf dem Speiseplan (siehe unten). Seit viereinhalb Jahren kommen bei Familie Konefal nur Lebens­mittel auf den Tisch, die theoretisch auch Neander­taler verspeist haben könnten. Mit dieser Art zu essen hat Vater Pawel sein Gewicht in zwei Jahren von 160 auf 86 Kilogramm nahezu halbiert.

"Paleo ist gut für uns", ist Birgit Konefal überzeugt. "Meine Tochter ist nur sehr selten krank. Ich habe keinen Heuschnupfen mehr." Die schlanke Frau mit den langen braunen Haaren kocht sehr gern, über ihre Erfahrungen als "Paleo-­Mama" bloggt sie auf www.paleomama.de. Ständig auf leckere Dinge verzichten zu müssen, die andere ganz selbstverständlich essen, stört sie nicht. "Der Zucker- und Nudelentzug war nur am Anfang hart."

Ernährungsformen werden immer extremer

Paleo, vegan, pegan, Clean Eating, glutenfrei und am besten alles bio! Ernährungsstile, die strenge Regeln vorgeben, sind angesagt. Ständig liefern uns die Medien neue Esstrends. Die einen verteufeln Brot, bei anderen darf man nichts vom Tier essen und beim Dritten nichts, was die Steinzeitmenschen nicht auch futterten. Warum finden wir extreme Ernährungstrends so interessant, wie gesund und familientauglich sind sie, und macht es unser Leben tatsächlich reicher, wenn wir uns an diese Regeln halten?

Diese und ähnliche Fragen diskutierten vor einiger Zeit Ernährungswissenschaftler auf dem jährlichen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Fulda. Erstmals in der Geschichte der Veranstaltung ging es nicht vorrangig um Nährstoffe und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit. Das Motto lautete: Sag mir, was du isst, und ich sage dir, wer du bist. Dieser Satz steht für das Forschungsgebiet von ­Jana Rückert-John, die beim diesjährigen DGE-Kongress die wissenschaftliche Leitung hatte. Die Soziologin hat den deutschlandweit einzigen Lehrstuhl für Ernährungssoziologie an der Hochschule Fulda. Sie untersucht den Ernährungsalltag von Jugendlichen und Familien und was sie zu ihrer Art der Ernährung bewegt.

Ernährungstrends: Ist das gesund und familientauglich?


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