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Braucht mein Baby HA-Milch?

Haben Mama oder Papa eine Allergie, kann auch das Baby eine entwickeln. Werden die Kleinen nicht gestillt, trinken sie HA-Milch aus dem Fläschchen. Warum, erklärt ein Kinderallergologe

von Madlen Ottenschläger, aktualisiert am 27.12.2019

Was bedeutet HA-Milch?

HA steht für hypoallergen, also weniger allergieauslösend. Von einer Allergie sprechen Ärzte, wenn etwa Proteine eine Überreaktion des Immunsys­tems auslösen. "In HA-Milch ist das Eiweiß teilweise aufgespalten", erklärt Dr. Lars Lange von der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie. Der Kinder- und ­­Jugendmediziner ist Chefarztvertreter und leitet die Kinderallergologische Ambulanz der GFO-Kliniken Bonn.

Kann HA-Milch eine Allergie verhindern?

"Leider nein", sagt der Allergologe. Auch gestillte oder mit HA-Milch gefütterte Babys können Allergien entwickeln, doch das Risiko ist niedriger. Die Hoffnung dahinter: dass das Immunsystem das gespaltene Eiweiß der HA-Nahrung nicht erkennt und daher eine Abwehrreaktion ausbleibt. Und noch ein Dämpfer: Die GINI-Studie, eine weltweite Untersuchung zur Allergieprävention von Säuglingsnahrung, zeigte nur für das Risiko, eine Neurodermitis zu entwickeln, einen durch HA-Milch vorbeugenden Effekt.

Kann man auch ganz auf Kuhmilch-Eiweiß verzichten?

Wer sich von Soja- beziehungsweise, Ziegen- oder anderen Tiermilchen einen vorbeugenden Effekt erhofft, gefährdet die Gesundheit seines Babys. "Auch diese Milchen enthalten artfremdes Eiweiß, das Allergien aus­lösen kann. Vor allem aber entsprechen die Nährstoffe nicht den Bedürfnissen eines Säuglings", warnt Lange.

Ist jede HA-Milch empfehlenswert?

Es gibt kein Siegel, und Hersteller müssen bislang nicht belegen, dass ihre HA-Milch tatsächlich einen vorbeugenden Effekt hat. Eine geplante EU-Richtlinie wird das ändern. "Mein Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt, er kann wissenschaftlich ba­sierte Produkte empfehlen", rät Lange.

Wie lange sollte man HA-Milch füttern?

Bis zum Beginn der Beikost, die zwischen dem fünften und siebten Monat startet. Dann lernt das Baby potenzielle Allergene kennen und kann mit normaler Formula-Nahrung gefüttert werden. Wichtig zu wissen: Der Allergene-Kontakt via Beikost ist erwünscht. "Extralanges, ausschließliches Stillen oder eine ausgedehnte HA-Milch-Zeit senkten das Allergie­risiko nicht", sagt der Mediziner.

Mein Baby hat eine Kuhmilch-Allergie. Trinkt es trotzdem HA-Milch?

"Nein. Säuglinge, die bereits eine Kuhmilchallergie haben, brauchen eine speziell entwickelte Nahrung, sofern sie nicht gestillt werden", erklärt Lange. Vermuten Eltern eine Allergie, geht’s zum Kinderarzt. Nach erfolgter Diagnose nennt er die passende Spezialmilch.


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