Windel-Abschied: Fünf Start-Signale

Wann ist die Wickelzeit endlich vorbei? Diese Frage stellen sich alle Eltern irgendwann. Fünf Signale, an denen Sie erkennen, dass Ihr Kind sauber werden will

von Sandra Schmid, aktualisiert am 09.06.2015

Kinder geben eindeutige Signale, wenn sie reif fürs Töpfchen sind


Das Baby wächst, wird älter. Lernt krabbeln. Lernt laufen. Auf dem Wickeltisch wird es immer enger. Und die großen Windeln zwicken auch schon an den Kinderschenkeln. Ihnen wird klar: Jetzt ist es langsam Zeit für die Post-Windel-Phase. Aber sieht Ihr Kleines das genauso? Da gilt es aufmerksam zu sein. Kinder signalisieren meist ganz eindeutig, ob sie schon bereit für diesen Entwicklungsschritt sind. So erkennen Sie die Anzeichen:

1. "Mama, die Windel ist voll"

Kontrolle ist alles! Zumindest, was den Harn- und Darmdrang angeht. Die Beherrschung dieser Körperfunktionen tritt bei Kindern etwa ab dem Alter von zwei Jahren ein – erst dann sind die entsprechenden Nervenbahnen zwischen Gehirn und den Ausscheidungsorganen so weit entwickelt, dass die Kleinen diesen Mechanismus überhaupt wahrnehmen können. Was für ein Aha-Effekt für die kleinen Windelträger: Es drückt. Es fühlt sich komisch an. Und plötzlich: die Erlösung. Der Zusammenhang zwischen Druck, Spannung, Auflösung des Drucks und voller Winder wird den Kindern von Mal zu Mal klarer.

Wenn Ihnen Ihr Kind – wie auch immer (mittels Fingerzeig oder verbal) –  mitteilt, dass die Windel gefüllt ist, dann sollten Sie auch das entsprechende Feedback geben. Lob und Freude signalisiert den Kleinen, dass dieses "Loslassen" völlig in Ordnung ist. Je positiver Ihr Kind diesen Vorgang wahrnimmt, umso besser klappt es anschließend mit der Sauberkeitserziehung.

2. "Mama, bitte Windel wechseln!"

Ab einem gewissen Alter ist vielen Kindern das Gefühl von nassen Windeln unangenehm. Kleine, die nicht mit herkömmlichen Wegwerfwindeln gewickelt werden, sondern mit Stoffwindeln, spüren diesen feucht-kühlen Zustand sogar noch um einiges früher. Bei modernen High-Tech-Windeln, die sehr gut die Flüssigkeit aufsaugen, stellt sich das ungemütliche Nässegefühl erst später ein. Aber irgendwann merken auch die Wegwerfwindelträger: Pipi gemacht, nass, kalt, schwer, unschön. Und das äußern sie dann auch.

Dass die Zeit ohne Windeln für Kinder eine Erleichterung ist, zeigt sich besonders dann, wenn man sie viel "unten ohne" rumsausen lässt. Gerade die warmen Sommermonate bieten sich dafür an. Aber auch für den Winter gibt es sogenannte Trainingshosen, die marginal dicker sind als gewöhnliche Unterhosen, aber größere Malheure in der Wohnung verhindern können. Die meisten Kinder genießen diese Freiheit und das Gefühl ohne die lästige Windel herumlaufen zu können. Das sollten die Eltern unbedingt unterstützen und dem Kind so viel windelfreie Zeit wie möglich einräumen.

3. "Mama, was ist denn das?"

Kinder sind Beobachter. Und Nachahmer. Diese natürliche Neugier sollten sich die Eltern zu Nutze machen. Wenn Kinder immer mal wieder zusehen, wie Erwachsene die Toilette benutzen, wächst das Interesse an diesem Vorgang. Stellt man den Kleinen dann noch die Mini-Variante, also das Töpfchen zur Verfügung, werden sie es irgendwann von ganz alleine ausprobieren wollen.

Sobald Ihr Kind Interesse an Klo oder Topf zeigt, sollen Sie ihm helfen, diese Neugier zu stillen: Immer wieder anbieten und mit sowie ohne Windel drauf setzen lassen. Die Spülung vorführen. Deckel auf- und zuklappen. Auch wenn es am Anfang mit dem Klogang noch nicht so richtig klappt, etwas daneben geht oder gar nichts passiert, ist das trotzdem ein Schritt in die richtige Richtung. Das Interesse an der Toilette ist ein eindeutiges Indiz dafür, dass Ihr Kind auf dem Weg des Sauberwerdens ist. Nicht vergessen: Lob bestärkt das Kleine darin, sich erneut auf Töpfchen zu setzen.

4. "Mama, ich muss mal!"

Wenn das Kind den Zusammenhang zwischen Druck und Entleerung der Blase oder des Darms wahrnimmt, äußert es meist auch bald, wenn es mal muss. Sagt der Nachwuchs nichts, erkennen Eltern das "Müssen" auch an anderen Auffälligkeiten. Kleine Kinder tippeln nervös von einem Fuß auf den anderen, andere überkreuzen die Beine und kneifen ganz demonstrativ alles zusammen. Wenn Sie Ihr Kind dann ganz konkret ansprechen und fragen, ob es Pipi machen muss und ein zustimmendes Nicken erhalten, sind die Weichen für ein windelfreies Leben gestellt. Manchmal sind Kinder so sehr in ihr Spiel vertieft, dass sie den Toilettengang vergessen. Bevor etwas daneben geht, erinnern Sie Ihr Kleines deswegen öfter am Tag daran.

5. "Mama, kuck mal. Nix drin!"

Ein weiteres untrügliches Zeichen dafür, dass Ihr Kind trocken werden will: Die Windel bleibt über weite Strecken des Tages oder gar über Nacht trocken. Das bedeutet: Ihr Nachwuchs ist bereits in der Lage, den Harn und den Darm soweit zu kontrollieren, dass er zum richtigen Zeitpunkt rechtzeitig die Toilette aufsucht. Das geht natürlich untertags einfacher als in der Nacht. Irgendwann um den dritten Geburtstag herum können die Kinder auch ohne Windel schlafen gehen, ohne dass nachts etwas daneben geht.

Trotzdem: Es wird immer mal wieder ein kleines Malheur passieren. Bewahren Sie dann am besten Ruhe und Geduld. Tadel oder Druck sind in diesem Zusammenhang kontraproduktiv. Lassen Sie Ihrem Kind Zeit – Zeit sich zu entwickeln, Zeit sich zu entdecken. Irgendwann geht das von ganz alleine. Ohne Windel.


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