Welcher Schnuller ist der richtige?

Kann Nuckeln am Schnuller dem Kiefer schaden? Wie hält man das Risiko gering? Worauf Eltern achten sollten, erklärt unsere Expertin

von Julia Jung, aktualisiert am 14.09.2016

„Schmeckt mir der?“ Was Eltern beim Aussuchen des Schnullers beachten sollten


Nuckeln beruhigt – keine Frage. Doch wie lange ist Schnullern okay?

"Bis zum ersten Geburtstag ist ein Schnuller in Ordnung", sagt die Kinderzahnärztin Dr. ­Jacqueline Esch aus München. Danach sollten Kinder langsam lernen, auf den Nuckel zu verzichten. Denn ihr Saugbedürfnis ist im zweiten Lebensjahr schon stark zurückgegangen, und ­Kiefer und Zähne brauchen Platz zum Wachsen. "Wenn ein Kind zu oft und zu lange ­einen Schnuller nimmt, steigt das Risiko von Zahn- und Kieferfehlstellungen", warnt Esch. Ein zu kleiner oder zu großer Kiefer entsteht schon bei Kindern unter 18 Monaten, wenn sie tagsüber nach dem ersten Geburtstag noch mehrere Stunden schnullern.

Wie finde ich die richtige Größe?

Hier sind sich die Experten nicht ­einig. Die einen sagen, der ­Schnuller solle nicht mitwachsen, weil größere Strukturen das Kieferwachstum ungüns­tig­ beeinflussen. Andere plädieren für mitwachsende Schnuller, weil ein Sauger, der nicht richtig passt, Fehlstellungen verursachen könne. "Ich ­rate, sich vor allem bei den kiefer­angepassten Schnullern an die Hersteller­­angaben zu halten", so Kinder­zahn­ärztin Esch. Immer wichtig ist, dass der Schaft, also der Teil, auf dem die Zähne bei größeren Babys ­aufliegen, so flach wie möglich ist. "Sonst entstehen Kiefer-Fehl­stellungen wie ein offener Biss", sagt Esch.

Worauf kommt es bei den Saugern an?

Schnuller haben entweder einen kieferangepassten ­oder symmetrischen ­­Sauger (siehe unten). Letzterer ist am Endstück oben und unten gleich. So kann ein Kind ihn nicht verkehrt herum in den Mund nehmen. Der kirschkernförmige Sauger ist ein sogenannter Rundsauger und soll an die Form der Brustwarze erinnern. Kieferangepasste Schnuller sind der Gaumenform des Kindes nachempfunden. Zahnärzte und Kiefer­orthopäden haben dazu ver­schiedene Varianten ent­wickelt. So gibt es Sauger­ mit einer­ Stufe im Schaft, um das Zahnwachstum möglichst wenig zu stören­.

Andere haben flügelähnliche Strukturen am Sauger, die ebenfalls Fehlstellungen verhindern sollen. "Ich empfehle eher kieferangepasste Schnuller", sagt Esch. "Die Kirschform finde ich etwas problematisch für ein wachsendes Gebiss, da sie zu viel Raum im Gaumen einnimmt."

Was gilt beim Schild?

Er muss ausreichend groß sein, sodass kein Verschlucken möglich ist. Wichtig sind Belüftungs­­löcher, durch die Feuchtigkeit­ entweichen kann. Sonst treten unan­genehme Hautreaktionen auf.

Wann sollte man den Schnuller austauschen?

Wenn der Sauger trüb wird, beschä­digt ist oder spätestens nach zwei bis drei Monaten.

Latex oder Silikon – was ist besser?

Die meisten Sauger bestehen aus Latex oder Silikon. Ersteres ist weicher, passt sich der Mundhöhle­ also­ besser an. Doch es altert als Naturprodukt auch schneller und verträgt Hitze beim Auskochen nicht so gut. Kinderzahnärztin­ Esch rät von Latex-Schnullern ab, wenn es in der Familie schon Aller­gien gibt. "Naturstoffe wie Latex lösen häufig Kreuzallergien­ mit weiteren Allergenen aus", erklärt sie. Das festere Silikon hat eine­ weichere Oberfläche, ist aber weniger biss- und reißfest. Die Schnuller sollten daher regelmäßig auf Risse überprüft werden.

Wie reinige ich den Schnuller?

Bei Babys unter einem Jahr den Schnuller bitte jeden Tag aus­kochen. "Bei älteren ­Kindern reicht eine Sterilisation ­alle paar Tage, je nachdem, wie oft er in Gebrauch ist", rät Esch. Sie warnt davor, Schnuller mit Desinfek­­tionsmitteln zu reinigen. "Auch Ablutschen ist keine gute Idee, sonst können sich Kariesbak­te­rien der Eltern übertragen", so die Kinderzahnärztin.

Diese Saugerformen gibt es:


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