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Warum Bewegung für Babys so wichtig ist

Vom strampelnden Neugeborenen zum hüpfenden Kleinkind: Mit unseren Bewegungs­anregungen – entwickelt mit der Kinderturnstiftung Baden-Württemberg – begleiten Eltern ihr Kind optimal

von Barbara Weichs, 28.09.2018
Baby krabbelt

Beginnt das große Krabbeln, erschließt sich für Babys eine ganz neue Welt


Nie wieder passiert so viel in der motorischen Entwicklung eines Menschen wie in den ersten beiden Lebensjahren. Unsere sechs­teilige Serie "Babys in Bewegung" zeigt Ihnen ganz praktisch, wie Sie Ihr Kind unterstützen können. Renate Zimmer, Sportwissenschaftlerin an der Universität Osnabrück, erklärt, worauf es ankommt. Die Expertin hat für die Kinder­turnstiftung Baden-Württemberg auch den gleichnamigen Ratgeber "Babys in Bewegung" wissenschaftlch begleitet. 

Frau Zimmer, bewegen sich Babys nicht von Natur aus genug?

In der Regel ja. Kinder kommen zur Welt und wollen ihre Umwelt erkunden – die einen forscher, die anderen schüchterner. Allerdings schränken Eltern den Bewegungsdrang manchmal auch ein.

Warum passiert das?

Eltern machen sich Sorgen, dass ihrem Kind etwas zustoßen könnte, und begrenzen deshalb seinen Radius. Ein Baby ist aber davon abhängig, welche Umwelt seine Eltern ihm bieten.

Die Sorgen sind ja nachvollziehbar.

Natürlich. Ein Baby braucht Erwach­sene, die Gefahren von ihm fernhalten. Eltern sollten sich jedoch überlegen, welche Vorsichtsmaßnahmen tatsächlich sinnvoll sind, und diese darauf begrenzen, wo wirklich Schaden droht.

Haben Sie ein Beispiel?

Thema Treppe. Sobald sich Babys fortbewegen, können sie selbstständig Treppen hinaufkrabbeln. Hinunterkrabbeln lernen sie erst viel später. Das ist jedoch kein Grund, Babys den Zugang zu Treppen zu verwehren. Eltern müssen dabeibleiben und ihr Kind unterstützen. Der Boden als Erfahrungsraum ist für ein Kind unverzichtbar.

Warum ist es so wichtig, dass sich Babys bewegen?

Über den Körper erschließen wir uns die Welt. Indem ein Kind in den ersten beiden Lebensjahren zunehmend seinen Körper beherrscht, vom Liegen ins Aufrichten und in die Fortbewegung kommt, eignet es sich die Welt an. Es erlebt, dass es mit seinen Handlungen etwas bewirkt. Das gibt ihm Selbst­­bewusstsein. Außerdem ist Bewegung die Voraussetzung dafür, dass sich im Gehirn Synapsen bilden. Natürlich spielen hier auch unsere Sinne eine große Rolle. Bewegung, Körper und Sinne – sie wirken zusammen, das ist in keinem Alter so wichtig wie jetzt.

Was haben Babys, die sich viel und regelmäßig bewegen, anderen Altersgenossen voraus?

Sie gehen aktiver auf ihre Umwelt zu. Sie zeigen Eigeninitiative, Zuversicht und die Bereitschaft, nach Misserfolgen nicht gleich aufzugeben. Damit erlernen sie Strategien zur Lebensbewältigung. Und Kinder, für die Bewegung von Anfang an zum Alltag dazugehört, zeigen später mehr Bewegungsfreude.

Wie unterstützen Eltern am besten?

Die Basis ist eine gute Bindung. Nur wenn Kinder wissen, dass Mama oder Papa immer für sie da sind, ­trauen sie sich, ihre Umgebung zu erkunden. Eher schüchterne oder ängs­tliche Kinder brauchen Eltern, die sie locken und ihnen lustvolle Bewegungserlebnisse bereiten. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Eltern sollten es daher nicht mit anderen Kindern vergleichen.

Was ist kontraproduktiv?

Ein Baby in eine Lauflernhilfe stecken zum Beispiel. Oder es hinsetzen und mit Kissen abstützen, weil es sonst umkippen würde. Ein Kind muss eine Position selbst einnehmen wollen – und dann aus eigener Kraft erreichen.

Was raten Sie Eltern außerdem?

Mit dem Baby auf den Boden setzen! Ob Schoßreiterspiele, gemeinsam zu Musik wippen oder durch die ganze Wohnung krabbeln – das Mitein­andertun und der Körperkontakt sind ganz wichtig. Es gibt so viele Möglichkeiten, die sich leicht im Alltag umsetzen lassen.


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