Mein Baby & ich: Merle hasst Zähneputzen

Nichts hasst Merle mehr als ihre Zahnbürste. Dabei kennt sich Mama Julia Schulters doch eigentlich mit Erziehung aus. Also theoretisch …

von Julia Schulters, aktualisiert am 03.03.2017
Mein Baby & ich

Da hilft selbst die Krokodilzahnbürste nichts: Merle will nicht Zähne putzen


Das Gute an meinem Job ist, dass ich stets über die aktuellsten Expertenmeinungen zu sämtlichen Erziehungsfragen im ­Bilde bin. Windelentwöhnung? Habe ich schon einen Artikel drüber geschrieben! Trotzphase? Habe ich letztens erst recherchiert! Tschüss, Schnuller? Ich behaupte, ich könnte mittlerweile selbst dazu ein Interview geben. Also, Erziehung theoretisch kann ich! Es hapert nur irgendwie noch an der praktischen Umsetzung  ...

Dreimal täglich Zähne putzen? Ähem, naja...

Beim Zähneputzen zum Beispiel. Jawohl, ich, höchstpersönlich, habe in der Vergangenheit Sätze geschrieben wie: "Schon die ersten Zähnchen sollten nach dem Frühstück, vor dem Schlafengehen und wenn möglich nach dem Mittagessen geputzt werden", oder "Bis zum achten Lebensjahr sollten Eltern das Zähneputzen übernehmen." Nun, unsere Tochter ist gerade mal anderthalb – und bei uns spielen sich schon beim einmaligen allabendlichen Zähneputzen echte Dramen ab.

"Merle, wir müssen noch Zähne putzen." "Nein." "Merle, alle Kinder müssen Zähne putzen." "Nein." "Guck mal, Mama und Papa putzen auch Zähne." "Nein." "Die Krokodilzahnbürste krabbelt jetzt in deinen Mund." Kopfschütteln. "Gut, dann kommst du jetzt auf meinen Schoß, und ich putz dir die Zähne." Zittrige Unterlippe. "Mach den Mund auf!" "Neiiheiihein." "Du machst jetzt den Mund auf!" Tränen. Schreien. Hysterie.

Zähneputzen bei der Puppe, mit Singen, elektrisch? Findet Merle doof

Ich schwöre: Ich arbeite seit Merles erstem Schneidezahndurchbruch ­daran, ihr das Zähneputzen irgendwie schmackhaft zu machen – bislang erfolglos: Ich habe Zahnpasta mir Erdbeergeschmack gekauft – die hat Merle genüsslich von der Zahnbürste gesaugt, bevor irgend­eine ­Borste mit ihren Zähnen in Kontakt gekommen ist. Wir haben der Puppe die Zähne geputzt – die hat jetzt einen weißen Mund, der sogar mit ­Spüli und Wattestäbchen nicht mehr weggeht. Ich habe eine Affen- und eine Feen-Zahnbürste gekauft –­ die schlafen in Merles Bett, haben ­ihre Mundhöhle aber noch nicht gesehen. Ich habe gesungen – fand Merle doof. Ich habe eine elektrische Zahnbürste angeschafft – fand Merle richtig doof.

Jede Regel hat eine Ausnahme – oder mehrere

Ja, ich weiß. Ich muss konsequent bleiben. Stattdessen neige ich dazu, ständig Ausnahmen zu machen, um meine übermüdeten Nerven zu schonen: "Ach, sie schläft schon fast, bloß nicht aufregen", "Also, ständig heulen ist auch nicht gut", "Einmal ausfallen lassen, ist bestimmt nicht schlimm". Ehrlich: Ich schäme mich. Und theoretisch weiß ich auch, dass das ganz falsch ist. Aber irgendwie ist Erziehung echt anstrengend! Bleibt also nur zu hoffen, dass für Mutter und Tochter gleichermaßen gilt, was ich selbst so oft schon geschrieben habe: alles nur eine Phase.


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