Dreitagefieber

Dreitagefieber ist eine Kinderkrankheit, die mit Fieber und Hautausschlag einhergeht. Hier lesen Sie mehr zu Ursachen, Symptomen und Therapie

aktualisiert am 21.04.2016
Kind mit Fieber

Heißer Kopf? Manchmal tritt Fieber bei Kindern ohne irgendwelche weiteren Krankheitszeichen auf


Was ist Dreitagefieber?

Hat Ihr Kind plötzlich hohes Fieber ohne andere Infektzeichen wie Husten, Schnupfen oder Erbrechen, kann es sich um das Dreitagefieber (Exanthema subitum, Roseola infantum) handeln. Sicher kann man sich aber erst sein, wenn das Fieber nach drei Tagen abklingt und stattdessen ein Hautausschlag auftritt. Die meisten Erkrankungen treten im ersten Lebensjahr auf, nach dem dritten Geburtstag ist Dreitagefieber sehr selten. Der Auslöser der Krankheit ist ein Herpes-Virus. Nach einem durchgemachten Dreitagefieber besteht lebenslange Immunität. Fieber und Hautausschlag gibt es bei kleinen Kindern allerdings sehr oft, so dass ähnlich erscheinende Krankheitsbilder mehrfach auftreten können. Das (klassische/echte) Dreitagefieber bekommt man üblicherweise nicht mehrmals.

Eine Impfung gibt es nicht. Ein besonderes Risiko für Schwangere oder das Ungeborene durch Dreitagefieber ist nicht bekannt.

Fieberthermometer

Ursachen

Verursacher des Dreitagefiebers ist ein Virus der Herpes-Gruppe (Humanes Herpes-Virus Typ 6, seltener Typ 7), das durch Tröpfcheninfektion, also durch Ansprechen, Anhusten, Anniesen oder Ähnliches, übertragen wird. Auch gesunde Personen können die Krankheit weitergeben. Drei bis sieben (bis maximal 15) Tage nach der Ansteckung bricht das Dreitagefieber aus.

Dreitagefieber

Symptome

Ihr Kind kann rasch bis zu 40 Grad Fieber bekommen, wobei trotz des hohen Fiebers das Wohlbefinden wenig beeinträchtigt sein kann. Oft sind keine weiteren Symptome vorhanden, es können aber auch Magen-Darm Beschwerden, Husten, eine Halsentzündung oder geschwollene Lymphknoten dabei auftreten. Nach etwa drei Tagen verschwindet das Fieber plötzlich und wird von kleinen rosa Flecken insbesondere in Rumpfbereich und Nacken abgelöst. Die Flecken können zusammenlaufen und sich über den ganzen Rumpf ausbreiten. Auch Arme und Beine können betroffen sein, seltener der Kopf. Der Ausschlag ist zwischen vier Stunden und vier Tagen sichtbar, juckt und schmerzt nicht und heilt folgenlos ab.

Komplikationen

Eine durchaus nicht seltene Komplikation des Dreitagefiebers sind Fieberkrämpfe, die hier tatsächlich häufiger als bei anderen fieberhaften Infekten sind.

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Diagnose

In der ersten Phase der Erkrankung ist die Diagnose nicht eindeutig zu stellen, da Fieber der Begleiter vieler Infektionskrankheiten im Kindesalter ist. Sie sollten ihr Kind unbedingt einem Kinderarzt vorstellen, der andere Ursachen für das Fieber feststellen kann. Er muss zum Beispiel Hirnhautentzündungen, Harnwegsinfekte, bakterielle Halsentzündungen, Mittelohrentzündung und Lungenentzündung ausschließen. Findet auch der Arzt bei der Untersuchung keine weiteren Hinweise auf andere Krankheiten, ist das beruhigend.

Erst die Normalisierung der Körpertemperatur und der Hautausschlag ab dem vierten Tag liefern jedoch den Beleg, dass es sich tatsächlich um ein Dreitagefieber gehandelt hat.

Werden im Blut Antikörper gegen das Virus gefunden werden, bestätigt das die Diagnose. Da der Nachweis jedoch keinen Nutzen für den Patienten hat – beim Dreitagefieber sind sowieso nur die Symptome bekämpfbar – ist eine Blutentnahme in der Regel nicht nötig. Lediglich zum Ausschluss anderer Erkrankungen könnte sie sinnvoll sein.

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Therapie 

Eine Therapie gegen das auslösende Virus gibt es nicht. Sie können nur die Symptome lindern: Hat Ihr Kind Fieber, können Sie Paracetamol oder Ibuprofen in altersgerechter Dosierung als Zäpfchen oder Saft einsetzen. Beachten Sie jedoch: Fieber gehört zu den Abwehrmechanismen des Körpers gegen Keime. Es muss daher nicht grundsätzlich gesenkt werden. Falls jedoch eine Neigung zu Fieberkrämpfen bekannt ist oder das Wohlbefinden des Kindes durch die erhöhte Körpertemperatur stark beeinträchtigt ist, sind fiebersenkende Maßnahmen durchaus sinnvoll. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Kinderarzt oder Apotheker beraten!

Fieberpatienten fühlen sich in einem kühlen Raum (18 bis 19 Grad Celsius) wohler. Wenn Ihr Kind zittert, ist dies ein Zeichen des Fieberanstieges. Sie sollten Ihr Kind zwar nicht frieren lassen, aber auch darauf achten, dass Sie es nicht zu warm einpacken, damit anschließend die Fieberhitze wieder abgegeben werden kann.

Voraussetzung für das alte Hausmittel Wadenwickel ist, dass das Kind es akzeptiert und keine Kreislaufprobleme oder kalte Füße hat. Nur wenn Gesicht, Hände und Füße warm sind, dürfen Sie Wadenwickel anwenden.

Fieber macht durstig, weil der Körper mehr Flüssigkeit verdunstet. Achten Sie daher darauf, dass ihr Kind ausreichend trinkt. Über die altersgemäße Menge berät Sie ihr Kinderarzt. Am Dreitagefieber erkrankte Stillbabys sollten Sie nicht nur nach Plan anlegen, sondern die Bedürfnisse des Kindes unbedingt berücksichtigen und es gegebenenfalls öfter an die Brust nehmen.

Nach überstandenem Fieber kann Ihr Kind wieder die Kindertagesstätte beziehungsweise Krippe besuchen.

Dr. Guido Krandick

Beratender Experte

Dr. med. Guido Krandick ist Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin. Nach Studium in Bonn, Wien und Würzburg folgte eine fast zehnjährige Tätigkeit an der Kinderklinik Schwabing der TU-München. Seit 2000 führt er eine eigene Praxis südlich von München. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


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