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Corona und Schule: Viele Eltern finden aktuelle Maßnahmen richtig

Schärfere Regeln an Schulen – darüber denken Politiker aktuell nach. Was Eltern von den derzeitigen Maßnahmen halten und ob sie sich mehr Schutz für ihre Kinder wünschen, zeigt unsere Umfrage

von Beatrice Sobeck, 19.11.2020

Schule ist Ländersache – das sorgt derzeit für viel Diskussionsstoff. Aufgrund weiter steigender Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 geraten Schulen derzeit wieder stark in den politischen Fokus. Manchen Experten und Politikern gehen die getroffenen Maßnahmen zum Infektionsschutz an den Schulen nicht weit genug. Sie fordern, den Präsenzunterricht wieder zu reduzieren. Beim Gipfel zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den 16 Ministerpräsidenten zu Wochenbeginn wurde das Thema vertagt, da sich die Länderchefs gegen schärfere Regeln an Schulen ausgesprochen hatten.

Doch wie sehen das die Eltern? Genügen ihnen die bisherigen Maßnahmen zum Infektionsschutz an den Schulen, wünschen sie sich mehr Sicherheit und Schutz für ihre Kinder oder halten sie die Maßnahmen womöglich für übertrieben? Für eine repräsentative Online-Umfrage wurden in unserem Auftrag im Oktober 1.231 Elternteile mit mindestens einem schulpflichtigen Kind in den Klassen 1 bis 7 dazu befragt.

Mehr als die Hälfte sind mit den Maßnahmen einverstanden

Demnach hält etwas mehr als jeder zweite Befragte die bisher getroffenen Corona-Maßnahmen für gerade richtig (57 Prozent Grundschulen; 53 Prozent weiterführende Schulen). Das sind zum Beispiel Maßnahmen wie die Maskenpflicht auf dem Schulgelände und im Unterricht, der Verzicht auf Schulausflüge, Lüften im Unterricht, versetzte Pausen, Unterrichtsausfall wie Schwimmen, Sport oder Musik. Besonders hoch ist die Zustimmung beispielsweise bei Eltern mit Grundschulkindern in Bayern (66 Prozent) und in Brandenburg (68 Prozent). An weiterführenden Schulen halten vor allem Eltern aus dem Saarland (68 Prozent), aus Hamburg (63 Prozent) und aus Schleswig Holstein (68 Prozent) die Maßnahmen für gerade richtig.

Umfrage: Beurteilung der aktuellen Corona-Maßnahmen an Grundschulen

Viele sind aber auch für strengere Maßnahmen

Allerdings finden viele Eltern auch, dass die Maßnahmen nicht weit genug gehen. Nach Meinung je eines Drittels (29 Prozent Grundschulen; 33 Prozent weiterführende Schulen) sollten die Schulen noch mehr für die Sicherheit der Kinder tun. Vor allem in Berlin (49 Prozent) und in Mecklenburg-Vorpommern (43 Prozent) wünschen sich das die Eltern von Grundschulkindern und in Bremen (53 Prozent) die Eltern von Kindern in den Klassen fünf bis sieben.

Für übertrieben hält die Maßnahmen im bundesweiten Durchschnitt jeder Siebte. Überdurchschnittlich viele Eltern vertreten diese Meinung in Thüringen (40 Prozent Grundschulen; 29 Prozent weiterführende Schulen).

Umfrage: Beurteilung der aktuellen Corona-Maßnahmen an weiterführenden Schulen

Viele Eltern fühlen sich nicht gut genug informiert

Die Informationsstrategie rund um das Thema Corona scheint in den Schulen noch nicht ideal zu laufen. An Grundschulen fühlen sich zwar 62 Prozent der Eltern und an weiterführenden Schulen 59 Prozent der Eltern (sehr) gut über das aktuelle Hygienekonzept informiert. Über einzelne Regelungen aber, etwa wenn ein Kind mögliche Symptome einer Corona-Infektion oder Symptome anderer Krankheiten zeigt, weiß aber nur die Hälfte der Befragten – Grundschule und weiterführende Schule gleichermaßen – Bescheid. Was passiert, wenn ein Kind / eine Lehrkraft positiv auf SARS-CoV-2 getestet würde, wissen nur noch 44 / 39 Prozent der befragten Eltern (Grundschule) sowie 49 / 42 Prozent der Eltern mit Kindern der Klassen fünf bis sieben. Lückenhaft ist der Wissensstand auch, wenn es darum geht, welche Lehr- und Lernkonzepte angewendet werden, sollte es zu Schulschließungen kommen. An Grundschulen wissen 38 Prozent der befragten Eltern was auf sie zukommt, an weiterführenden Schulen geben 43 Prozent der Eltern an, (sehr) gut informiert zu sein.

Ob die Schulen wie bisher geöffnet bleiben oder ob es einen Strategiewechsel gibt, will Kanzlerin Merkel mit den Länderchefs kommende Woche klären. Geplanter Stichtag für den Schulgipfel ist der 25. November.

(Online-Umfrage vom 15. bis 29. Oktober 2020 im Auftrag von Baby und Familie bei 1231 Elternteilen mit mindestens einem schulpflichtigen Kind in den Klassen 1 bis 7 auf Basis einer Quoten-Auswahl des repräsentativen Online-Panels der Bilendi GmbH. Grundschulen: Klasse 1 – 4, Berlin und Brandenburg Klasse 1- 6; weiterführende Schulen: Klasse 5 – 7, ohne Berlin und Brandenburg.)

 


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