Blasenentzündung bei Kindern: Was tun?

Eine Blasenentzündung ist sehr unangenehm, kommt bei Kindern aber leider häufig vor. Was dem kranken Nachwuchs helfen kann und wann Sie mit ihm zum Arzt sollten

von Barbara Weichs, 08.12.2016

Schmerzen auf dem Klo: Vor allem Mädchen sind anfällig für eine Blasenentzündung


Was sind die Ursachen für eine Blasenentzündung?

Harnwegsinfekte gehören zu den häufigsten bakteriellen Erkrankungen im Kindesalter. "Meist handelt es sich um eine Blasenentzündung, die unteren Harnwege sind entzündet", sagt Steffen Büchner, Kinder-und Jugendarzt aus Güstrow bei Rostock. Auslöser sind in der Regel Darmbakterien, die vom After in die Harnröhre gelangen und sich dort ausbreiten.

Mädchen erwischt es häufiger als Jungen. Der Grund: die unterschiedliche Anatomie der beiden Geschlechter. Die weibliche Harnröhre ist kürzer und liegt nahe am After. Die Erreger können so leichter aufsteigen und sich verbreiten. Kinder im Windelalter sind besonders gefährdet. "Eine Windel verrutscht leicht, oder der Inhalt verläuft, sodass die Darmbakterien in die Harnröhre gelangen", erklärt Büchner.

Welche Symptome zeigt das Kind bei einer Blasenentzündung?

Klassisches Zeichen: Das Kleine muss öfter auf die Toilette als sonst. "Kinder, die schon trocken sind, nässen zum Beispiel wieder ein", sagt der Mediziner. Zudem klagen sie, dass das Wasserlassen wehtut, es brennt oder juckt. Kinder, die noch nicht sprechen können, kratzen sich oft zwischen den Beinen und sind quenglig. Viele versuchen, das Pullern zu unterdrücken. Bei Babys kann plötzliches Fieber und Unruhigsein auf eine Blasenentzündung hindeuten. "Auffallend ist auch der unangenehme Geruch des Urins", so Büchner.

Wann sollten Eltern mit dem Kind zum Arzt gehen?

1. Wenn Eltern unsicher sind, was hinter den Beschwerden steckt.

2. Wenn Blut im Urin ist.

3. Wenn Fieber dazukommt, denn das kann auf einen komplizierten Infekt hindeuten.

4. Wenn ein Kind immer wieder eine Blasenentzündung bekommt. "Hier muss der Arzt mit Ultraschall und Röntgen abklären, ob eine Fehlbildung der ableitenden Harnwege dafür verantwortlich ist", sagt der Mediziner.

Tipp: Schon zu Hause in einem sauberen Schraubverschlussglas etwas Urin auffangen. "In der Arztpraxis klappt das oft nicht", so Büchner.

Wie sieht die Therapie aus?

Zunächst untersucht der Kinderarzt den Urin, um festzustellen, ob ein Infekt vorliegt und wie schwerwiegend er ist. Bei sehr hoher Keimzahl und drohender Nierenbeckenentzündung wird der Kinderarzt ein Antibiotikum verordnen.

"Eltern können die Therapie aber mit weiteren Maßnahmen unterstützen", sagt Büchner. Er empfiehlt warme Sitzbäder mit Kamillentee, die die Schmerzen lindern. Das Kind sollte viel trinken, um das Harnsystem gut durch- und die Keime rauszuspülen. Am besten eignen sich Wasser oder ungesüßte Kräutertees. Wird ein Kind noch gestillt, reicht Muttermilch.

Können Eltern einer Blasenentzündung vorbeugen?

Ja! "Die richtige Hygiene ist das A und O", erklärt Steffen Büchner. Deshalb: bei kleinen Kindern die Windeln häufig wechseln und den Babypopo gründlich reinigen. Bei Mädchen wichtig: immer von vorne nach hinten abwischen! "Sobald sich ein Mädchen nach dem Toilettengang selbst abputzt, müssen Eltern es entsprechend anleiten."

Selbstverständlich sollte sein, dass Kinder regelmäßig frische Unterwäsche anziehen und sich den Intimbereich waschen. Nasse Badekleidung rasch wechseln: Keime verbreiten sich leichter, wenn Körperstellen ausgekühlt und daher nicht gut durchblutet sind.


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