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Das perfekte Familienauto

Kinder, Koffer, Hund – alle sollen bequem im Auto Platz haben? Wir haben Tipps für die Anschaffung eines Familienwagens gesammelt

von Sabine Hoffmann, 05.06.2019
Zwei Mädchen mit Hund im Auto

Platz für alle und alles – ein Familienauto hat besondere Anforderungen


Ein Baby braucht bekanntlich nicht viel, um glücklich zu sein. Dennoch sorgt es schon mal für die ein oder andere beachtliche Investition der Eltern. Zum Beispiel in Sachen Mobilität. Windel­pakete, Kinderwagen, Reisebett, Spielsachen – jede Menge neue Ausstattungs­stücke wollen plötzlich Platz finden. Da stellt sich schnell die Frage: Brauchen wir ein größeres Auto oder überhaupt eins? Und wenn ja, neu oder gebraucht? Die Antwort auf Letzteres hängt vor allem von der finanziellen Situation ab. Gebrauchtwagen bekommt man oft schon für weniger als 10 000 Euro. Ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis bieten Jahres­wagen. Sie wurden maximal zwölf Monate seit Erstzulassung gefahren, ihr Wertverlust in dieser Zeit senkt aber den Preis. Auch bei Wagen mit Tageszulassung winken hohe Rabatte.

Benzin, Diesel, Strom?

Die Palette der Antriebsarten wird größer, die Entscheidung darüber fällt angesichts von Feinstaubdiskussion und Klimawandel nicht leichter. "Ob Benzin, Diesel oder Strom: Die Antriebsart hängt vom Fahrprofil ab", sagt Johannes Boos vom ADAC in München. "Für Vielfahrer kommt gegebenenfalls noch ein Diesel infrage. Wer damit in von Fahrverboten betroffene Städte einfahren will, braucht Abgasnorm Euro 6d-TEMP." Familien, die nur Kurzstrecken fahren und Lademöglichkeiten haben, können über ein E-Auto nach­denken. Bezogen auf die Klimabilanz schafften es im ADAC-Ecotest 2019 Elektroautos erstmals auf die ersten Plätze – vor vielen Dieselwagen.

Wer nur gelegentlich auf ein Auto angewiesen ist, findet im Carsharing noch eine Option: "Bis zu einer Fahrleistung von 10 000 Kilometern im Jahr kann es gegenüber dem privaten Neuwagen Geld sparen", so Boos.

Kombi oder Van?

Der Kombi gilt nach wie vor als typisches Familienauto. Aber: Ab dem dritten einzubauenden Kindersitz wird es schwierig. Sportliche SUVs gibt es mittlerweile auch mit sieben Sitzen. Die erhöhte Sitzposition bietet einen guten Blick auf die Straße, Allradantrieb gibt ein stabiles Fahrgefühl. Nachteile: zumeist hoher Preis und hohe Verbrauchswerte. Das ­ideale Gefährt bei mehr als zwei Kindern ist der Van. Er punktet mit hoher Sitzposition, großem Platzangebot, ausbau- oder versenkbaren Sitzen. Verbrauch und An­schaffungskosten liegen ebenfalls höher als bei ­Kombis.

Aufpassen im Internet

Wer online nach seiner neuen Familienkutsche sucht, sollte nie blind vertrauen. Boos rät: "Beim Online-Kauf die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Händlers genau durchlesen, ob sich darin Unklarheiten oder versteckte Kosten finden." Auch beim Online-Kauf stehe dem Käufer ein zweiwöchiges Widerrufsrecht zu, auf das im Vertrag hingewiesen werden müsse. Selbst wenn eine entsprechende Klausel fehle, bleibe das Recht bestehen. "Zudem können die Ansprüche aus der Herstellergarantie bei jedem Vertragshändler geltend gemacht werden", so Boos.

Ob online oder beim örtlichen Händler: immer probieren, über den Preis zu verhandeln. Die beste Verhandlungsposition hat, wer selbstbewusst auftritt und sofort zahlt. Beim Preis auch an Folgekosten wie Kfz-Steuer, Kfz-Haftpflicht, Teil- oder Vollkaskoversicherung denken.

Bereit für die Probefahrt

Beim Kauf eines Gebrauchtautos rät der ADAC, auf Folgendes zu achten:

  • Fahrzeugpapiere und Inspektionsheft: prüfen, ob alle Wartungen (sachgemäß) ausgeführt wurden.
  • Den Lack auf Unregelmäßig­keiten wie Farbunterschiede oder Dellen prüfen. Diese könnten Folge eines großen Unfallschadens sein.
  • Bei Zweifeln an Alter oder Kilometerstand: Innenraum genau begutachten. Auf eine Fahrleistung von mehr als 150 000 Kilometern können etwa ein stark beanspruchter Fahrersitz, abgegriffene Schalter oder abgenutzte Pedale hinweisen. Und: "Gepflegt und neuwertig erscheinende Gebrauchtwagen sind häufig professionell aufgehübscht", so Boos.
  • Ölstand, Bremsflüssigkeit und Kühlwasser prüfen. Beim Anlassen auf ungewöhnliche Geräusche achten. 
  • Vorhandene Kindersitze mitbringen und Montage testen! 
  • Mängel gleich dem Verkäufer melden und schriftlich festhalten. 
  • Vor dem Kauf eine Nacht darüber schlafen.

Checkliste: Gute Features für Familien

Mit dieser Checkliste fällt die Entscheidung für ein Modell leichter:

  • Kofferraumvolumen: Kinderwagen, Räder, Gepäck: Was muss regelmäßig mit?
  • Ladekantenhöhe: Eine komfortable Ladekantenhöhe liegt bei 50 cm. In Ordnung sind auch bis zu 67 cm Ladekantenhöhe.
  • Flexibles Sitzsystem: Rücksitzbank sollte sich ebenmäßig im Wagenboden versenken lassen.
  • Airbags: Beifahrer-Airbag muss sich unkompliziert abschalten lassen, sonst kann die Babyschale hier nicht transportiert werden. Optimal: Kopf- und Seitenairbags für die Rücksitze.
  • Kindersitz: Passen vorhandene Kindersitze ins Auto? Im Idealfall gehört das Befestigungssystem ISOFIX zur Ausstattung.
  • Kindersicherung: Einklemmschutz für die hinteren Fenster. Kindersicherung für die hinteren Türen.
  • Material: Die Bezüge sollten leicht abwaschbar sein.
  • Türen: Schiebetüren erleichtern das Ein- und Aussteigen.
  • Ablagen: Fächer in ­Türen, Sitzen und in der Mittelkon­sole sowie Getränkehalter erlauben sicheres Verstauen von Spielsachen und Co.
  • Sonnenschutz: Autoglasfolien an den hinteren Scheiben schützen am sichersten, günstiger sind Rollos oder Sonnenblenden.
  • Parkhilfen: Automatische Systeme erkennen Hindernisse beim Rangieren – das kann verhindern, dass man Kinder übersieht.

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