Allergien bei Kindern: Kontaktallergie

Bei manchen Menschen löst die Berührung von bestimmten Substanzen wie beispielsweise Nickel oder Parfüm allergische Hautreaktionen aus. Lesen Sie hier, was bei Kontaktallergien hilft
von Julia Schulters, aktualisiert am 08.11.2016

Nickelfrei? Bei einer Kontaktallergie auf Nickel ist nicht jeder Modeschmuck geeignet

Panthermedia/Ingrid Balabanowa

Schon bei den Kleinen sind Modeschmuckketten, Abziehtattoos und Kinderparfüms beliebt. Nicht immer aber tun die der Haut gut: Manche Menschen reagieren mit Rötungen auf der Haut, wenn sie mit bestimmten Stoffen in Berührung kommt. Es bilden sich juckende, raue Stellen. Die Betroffenen haben eine Kontaktallergie.

Rund neun Prozent der Mädchen und vier Prozent der Jungen hierzulande reagieren auf Metalle wie Nickel oder Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe überempfindlich. Sie bekommen ein Kontaktekzem, also schuppige, nässende Entzündungsherde auf der Haut. "Eine Kontaktallergie hat aber nichts mit einer Neurodermitis zu tun, auch wenn die Beschwerden zunächst ähnlich erscheinen", sagt Professor Michael Sticherling, leitender Oberarzt der Hautklinik am Universitätsklinikum Erlangen.

Allergietest auf der Haut bringt Gewissheit

Ob es sich tatsächlich um eine Allergie handelt, kann der Arzt oft schon im Gespräch herausfinden. "Wenn die Symp­tome nur an Körperstellen auftreten, die mit einem Allergen in Berührung kommen, ist eine Kontaktallergie ziemlich wahrscheinlich", sagt Allergo­loge Sticherling.

Gewissheit bringt ein Epikutantest. Dabei kleben Ärzte aller­gengetränkte Pflaster auf den Rücken der Patienten und beobachten über 72 Stunden, wie die Haut reagiert. Die Wartezeit ist nötig, weil es sich bei der Kontaktallergie um eine Allergie vom Spättyp handelt. Die Symptome treten erst einige Zeit nach dem Kontakt auf.

Betroffene müssen das Aller­gen meiden. Gegen akute Beschwerden helfen – nach Vorgabe des Arztes – Cremes und Salben mit cortisonähnlichen Wirkstoffen. Kinder werden in milderen Fällen manchmal auch mit feuchten Umschlägen behandelt.

Kontaktallergie: Tipps für den Alltag

Professor Hans Merk ist Direktor der Hautklinik am Universitätsklinikum Aachen

W&B/Privat

Interview: "Ohne Tierversuche bleibt ein Risiko"

Herr Merk, ab 2013 ist es in Europa verboten, Kosmetika an Tieren zu testen. Birgt das auch Gefahren für die Verbraucher im Hinblick auf Kontaktallergien?
Das Risiko ist nicht ganz ohne. In den Tierversuchen wurden Cremes, Parfüms und Make-up schließlich auch auf ihr Allergiepotenzial untersucht. Bestimmte Stoffe sind beim Menschen erst gar nicht zur Anwendung gekommen, weil sie schon in Tiertests Kontaktallergien ausgelöst haben.

Wie lässt sich dann in Zukunft vermeiden, dass Kosmetika allergisierende Stoffe enthalten?
Forscher arbeiten daran, neue Methoden zu entwickeln, mit denen man im Labor herausfinden kann, wie hoch das Sensibilisierungspotenzial von Stoffen ist. Ob die Tests bis 2013 ausgereift sind, ist aber fraglich. Wenn sich das Produkt auf dem Markt befindet, trägt der Infor­mationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK) zur Sicherheit bei.

Was macht der IVDK?
Wenn Ärzte in einer Hautklinik eine Kontaktallergie diagnostizieren, melden sie das anonym an den IVDK. Dieser sammelt die Informationen und wertet sie aus. Bei einem sprunghaften Anstieg von Kontaktallergien kann das Allergen dann aus dem Verkehr gezogen werden.


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