Wie funktioniert diese Methode überhaupt, und wie sind die Erfahrungen damit? Aus der "Experten-Sprechstunde Schwangerschaft-Geburt-Stillen"
Die In-vitro-Maturation (IVM) ist ein neues spezielles Verfahren der künstlichen Befruchtung, das bei Frauen mit einer drohenden Überstimulation (zu starke Anregung) oder aber Unstimulierbarkeit (Nichtanregbarkeit) des Eierstocks Anwendung findet. Mit oder ohne kurze FSH-Stimulation (also die den Eierstock anregende Gabe von FSH = Follikel-stimulierendes Hormon) werden Eizellen aus kleinen, noch unreifen Eibläschen (Follikeln) gewonnen und entwickeln sich dann im Labor zu reifen Eizellen, die anschließend mit dem Samen des Partners befruchtet werden.
Allerdings ist die Entnahme (Punktion) der Eizellen immer noch schwierig, ebenso die Erhaltung der Zellkultur und Befruchtung der Zellen. Das Verfahren benötigt außerdem sehr viel Erfahrung. An den wenigen Zentren, an denen es eingesetzt wird, werden derzeit noch sehr niedrige Schwangerschaftsraten mitgeteilt. Diese lassen sich auf keinen Fall mit denen einer herkömmlichen In-vitro-Fertilisation (IVF, siehe Frage "Welche Möglichkeiten der künstlichen Befruchtung außerhalb des Körpers der Frau gibt es?" aus der "Experten-Sprechstunde Schwangerschaft...", Übersicht siehe rechte Spalte) und mit der intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI; vgl. zuvor genannte Frage aus der "Experten-Sprechstunde Schwangerschaft...") vergleichen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die IVM daher nur als Ergänzung gängiger Verfahren wie der In-vitro-Fertilisation und der intracytoplasmatischen Spermieninjektion anzusehen, keinesfalls aber als eine Alternative.
Priv.-Doz. Dr. med. Stefan Kissler, Experte der "Sprechstunde Schwangerschaft-Geburt-Stillen", in der Sie viele Fragen und Antworten rund um das Thema Schwangerschaft finden.
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Priv.-Doz. Dr. med. Stefan Kissler / surfmed / www.baby-und-familie.de / Baby und Familie, 26.01.2012