Gesundheits-Checkliste für den Urlaub

Zeckenschutz, Reiseapotheke, Impfungen, Krankenversicherung, Sonnenschutz: Damit Sie die Ferien gesund genießen können, sollten Sie an diese Dinge denken

Reiseapotheke

Wer schon einmal in einer spanischen oder türkischen Apotheke fernab jeglicher Zweisprachigkeit stand, um sich um Kopfschmerztabletten, Insektenschutz oder Mullbinden zu bemühen, der weiß den Wert einer gut ausgestatteten Reiseapotheke zu schätzen.

Die Ausstattung einer gut sortierten Reiseapotheke hängt vom geplanten Urlaubsziel ab. Doch einige Dinge sollte man immer dabei haben, vor allem wenn man mit Kindern unterwegs ist:

  • Ausstattung zur Wundversorgung (Pflaster, Desinfektionsmittel, Mullbinden, Kompressen, Wundsalbe etc.)
  • Salbe für Prellungen oder Verstauchungen
  • Insektenschutzmittel
  • Gel oder Salbe gegen Sonnenbrand
  • Präparate gegen Durchfall, Schmerzen, Fieber, Kreislaufprobleme, Halsschmerzen
  • Eventuell Reisetabletten
  • Ständig benötigte Medikamente bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Allergien
  • Je nach Urlaubsort Malariaprophylaxe
  • Fieberthermometer, Klebeband, Schere, Splitterpinzette, eventuell Moskitonetz, Impfpass

Wichtig ist, dass Sie bei einer bereits vorhandenen Reiseapotheke immer die Verfallsdaten der Medikamente überprüfen! Vor allem, wenn Sie in warme Länder reisen, sollten Sie auch auf die Lagerungshinweise auf den Medikamentenpackungen achten und sich gegebenenfalls vor Ort um einen kühlen Aufbewahrungsort bemühen.

Richtiger Sonnenschutz

Auch wenn die südliche Sonne noch so einladend scheint, nehmen Sie sich in Acht vor den intensiven Strahlen. Denn nichts ist schlimmer, als bereits am ersten Tag des herbeigesehnten Urlaubs einen schmerzenden Sonnenbrand zu bekommen. Vor allem Kinder reagieren sehr empfindlich auf die gefährlichen Sonnenstrahlen. Die wichtigsten Tipps für den Sonnenschutz:

  • Je nach Hauttyp den passenden Lichtschutzfaktor (LSF) auswählen: Kinder benötigen immer mindestens einen LSF von 30
  • Sonnenschutzprodukte mindestens eine halbe Stunde vor der Bestrahlung auftragen
  • Kinder nie der prallen Sonne aussetzen
  • Nicht vergessen: regelmäßig nachcremen – vor allem, wenn die Kleinen im Wasser waren oder viel schwitzen

Impfschutz

Wenn Sie mit Ihrer Familie verreisen, sollten Sie unbedingt vorher einen Blick in Ihren Impfpass werfen. Sind Tetanus-, Diphtherie- und Poliomyelitis-Schutz noch aktuell?

Je nach Reisezeit, Urlaubsort und Reiseart – also Hotel- oder Rucksackurlaub – werden weitere sogenannte Indikationsimpfungen empfohlen. Nähere Auskünfte zu den ratsamen Impfungen gibt Ihnen das Tropeninstitut oder der Hausarzt. So ist es in tropischen und subtropischen Ländern zum Beispiel sinnvoll, sich gegen Hepatitis A und B impfen zu lassen. In manchen Ländern der dritten Welt ist auch eine Impfung gegen Typhus empfehlenswert. Gegen Gelbfieber wappnen sollten Sie sich auf jeden Fall im tropischen Afrika und im nördlichen Südamerika. Selbst eine Tollwutimpfung kann unter bestimmten Umständen Sinn machen, zum Beispiel wenn Sie eine längere Reise durch ein Risikogebiet (Indien, Thailand, Vietnam) unternehmen. Manche Krankenkassen übernehmen inzwischen auch die Kosten für Reiseimpfungen. Fragen Sie am besten vorher bei Ihrer Kasse nach.

Denken Sie auch an eine Malariavorsorge. Immerhin werden laut Weltgesundheitsorganisation in Deutschland jährlich zwischen 600 und 1.000 Malariafälle gemeldet. Das Münchner Institut für Tropenmedizin rät deswegen auch ausdrücklich zu einer Malariaprophylaxe in den entsprechenden Gebieten. Vor allem bei Kindern kann eine Malariainfektion sehr schwerwiegend verlaufen.

Wichtig ist, dass Sie sich zu all diesen Fragen rechtzeitig individuell beraten lassen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt ausführlich über mögliche Vor- und Nachteile.

Krankenversicherung

Ob wegen Magenschmerzen oder einem umgeknickten Fuß – viele Menschen müssen im Urlaub die Dienste eines Arztes in Anspruch nehmen. Denken Sie auf jeden Fall an die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC), wenn Sie ins europäische Ausland reisen. Diese gilt für alle EU-Länder sowie für Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Mit dieser Karte haben Sie den gleichen Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung wie die Einheimischen. Die anfallenden Gebühren erhalten Sie meist nach Ihrer Rückkehr wieder zurück.

Aber Vorsicht: Der Anspruch besteht ausschließlich für die unmittelbar erforderliche medizinische Versorgung! Vergessen Sie nicht, sich immer eine detaillierte Rechnung vom behandelnden Arzt oder dem Krankenhaus ausstellen zu lassen, auf dem dieses vermerkt ist. Viele zusätzliche Leistungen – und dazu zählt oftmals schon der Besuch eines deutschsprachigen Arztes – müssen Sie aus eigener Tasche bezahlen. Eine private Auslandsreise-Krankenversicherung empfiehlt sich deshalb fast immer. Auch der Rücktransport wird durch den bereits vorhandenen Versicherungsschutz meist nicht  bezahlt.

Für Privatversicherte gibt es die EHIC nicht. Die zahlen wie gewöhnlich erst einmal selbst und bekommen die medizinische Versorgung im Nachhinein erstattet.

Erkundigen Sie sich auch im Vorfeld über die Gesundheitsversorgung vor Ort. Welche Ärzte gibt es? Kann man sich im Notfall an einen deutschsprachigen Arzt wenden? Gibt es ein Krankenhaus? Wie sieht normalerweise die Kostenübernahme im Urlaubsland aus?

Zeckenschutz

Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr durch Zecken, die Infektionen wie Borreliose und Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) übertragen können. Wer in FSME-Risikogebieten Urlaub macht, sollte eine Impfung in Betracht ziehen. Diese Virusinfektion kann zu einer gefährlichen Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute führen.

Gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Bei dieser Krankheit befallen die Erreger unter Umständen Nerven und Gelenke. Nach einer Inkubationszeit von fünf bis 30 Tagen kommt es meist zu einem ganz spezifischen Hautausschlag, der so genannten Wanderröte. Diese sieht aus wie ein roter Ring, der sich um die Einstichstelle bildet und im Verlauf nach außen "wandert". Meist schmerzt das nicht. Sobald diese Rötung auffällt, sollte man aber den Arzt aufsuchen. Oft treten auch Fieber und Kopfschmerzen auf. In diesem ersten Stadium kann der Arzt die Lyme-Borreliose – so der medizinisch korrekte Name – meist mit gut anschlagenden Antibiotika behandeln.

So schützen Sie sich und Ihre Kinder vor den gefährlichen Zecken:

  • In Wald und Garten – vor allem in hohem Gras und in Hecken – immer lange Hosen, Socken, geschlossene Schuhe und Langarm-Shirts anziehen.
  • Genaues Absuchen des Körpers nach einem Tag im Freien, vor allem an Achseln, Leiste, Arm- und Kniebeugen, Kopf.
  • Eventuell mit einem speziellen Insektenspray vorbeugen.
  • Auch nach dem Kontakt mit potenziellen Zeckenträgern (zum Beispiel Katzen) unbedingt die Haut sorgfältig absuchen.

Sollte sich tatsächlich eines der unangenehmen Tierchen mit dem Kopf in Ihre Haut oder die Ihres Kindes verbissen haben, sollten Sie es so schnell wie möglich entfernen – am besten mit einer Splitterpinzette. Die Zecke knapp über der Haut herausziehen (nicht drehen!), die Stelle mit Wunddesinfektionsmittel behandeln und dann die Einstichstelle über ein paar Wochen oder Monate beobachten.

Sandra Schmid / www.baby-und-familie.de / Baby und Familie, 06.06.2013