Gesundheits-Checkliste für den Urlaub

Impfungen, Krankenversicherung, Sonnenschutz: Damit Sie die Ferien gesund genießen können, sollten Sie an diese Dinge denken

Endlich stehen die Ferien vor der Tür. Damit die ganze Familie den Urlaub sorgenfrei genießen kann, muss vorab einiges wie Impfungen oder die Auslandskrankenversicherung geregelt werden. Wer schon die Koffer packt, muss auf jeden Fall den geeigneten Sonnenschutz und eine sorgfältig gefüllte Reiseapotheke mit einpacken.

Richtiger Sonnenschutz

Auch wenn die südliche Sonne noch so einladend scheint, nehmen Sie sich in Acht vor den intensiven Strahlen. Denn nichts ist schlimmer, als bereits am ersten Tag des herbeigesehnten Urlaubs einen schmerzenden Sonnenbrand zu bekommen. Vor allem Kinder reagieren sehr empfindlich auf die gefährlichen Sonnenstrahlen. Die wichtigsten Tipps für den Sonnenschutz:

  • Je nach Hauttyp den passenden Lichtschutzfaktor (LSF) auswählen: Kinder benötigen immer mindestens einen LSF von 30
  • Sonnenschutzprodukte mindestens eine halbe Stunde vor der Bestrahlung auftragen
  • Kinder nie der prallen Sonne aussetzen
  • Nicht vergessen: regelmäßig nachcremen – vor allem, wenn die Kleinen im Wasser waren oder viel schwitzen

Impfschutz

Wenn Sie mit Ihrer Familie verreisen, sollten Sie unbedingt vorher einen Blick in Ihren Impfpass werfen. Ist beispielsweise der Tetanus- oder Diphtherie-Schutz noch aktuell?

Je nach Reisezeit, Urlaubsort und Reiseart – also Hotel- oder Rucksackurlaub – werden weitere sogenannte Indikationsimpfungen empfohlen. Nähere Auskünfte zu den ratsamen Impfungen gibt Ihnen das Tropeninstitut oder der Hausarzt. So kann es gerade in tropischen und subtropischen Ländern zum Beispiel sinnvoll sein, sich gegen Hepatitis A und B impfen zu lassen. In manchen Ländern ist auch eine Impfung gegen Typhus oder Gelbfieber empfehlenswert. Manche Krankenkassen übernehmen inzwischen auch die Kosten für Reiseimpfungen. Fragen Sie am besten vorher bei Ihrer Kasse nach.

Denken Sie auch an eine Malariavorsorge in den entsprechenden Gebieten. Vor allem bei Kindern kann eine Malariainfektion schwerwiegend verlaufen.

Wichtig ist, dass Sie sich zu all diesen Fragen rechtzeitig individuell beraten lassen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt ausführlich über mögliche Vor- und Nachteile.

Krankenversicherung

Ob wegen Magenschmerzen oder einem umgeknickten Fuß – viele Menschen müssen im Urlaub die Dienste eines Arztes in Anspruch nehmen. Denken Sie auf jeden Fall an die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC), wenn Sie ins europäische Ausland reisen. Diese gilt für alle EU-Länder sowie für Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Mit dieser Karte haben Sie den gleichen Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung wie die Einheimischen. Die anfallenden Gebühren erhalten Sie meist nach Ihrer Rückkehr wieder zurück.

Aber Vorsicht: Der Anspruch besteht ausschließlich für die unmittelbar erforderliche medizinische Versorgung! Vergessen Sie nicht, sich immer eine detaillierte Rechnung vom behandelnden Arzt oder dem Krankenhaus ausstellen zu lassen, auf dem dieses vermerkt ist. Viele zusätzliche Leistungen – und dazu zählt oftmals schon der Besuch eines deutschsprachigen Arztes – müssen Sie aus eigener Tasche bezahlen. Eine private Auslandsreise-Krankenversicherung empfiehlt sich deshalb fast immer. Auch der Rücktransport wird durch den bereits vorhandenen Versicherungsschutz meist nicht  bezahlt.

Für Privatversicherte gibt es die EHIC nicht. Die zahlen wie gewöhnlich erst einmal selbst und bekommen die medizinische Versorgung im Nachhinein erstattet.

Erkundigen Sie sich auch im Vorfeld über die Gesundheitsversorgung vor Ort. Welche Ärzte gibt es? Kann man sich im Notfall an einen deutschsprachigen Arzt wenden? Gibt es ein Krankenhaus? Wie sieht normalerweise die Kostenübernahme im Urlaubsland aus?

Zeckenschutz

Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr durch Zecken, die Infektionen wie Borreliose und Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) übertragen können. Wer in FSME-Risikogebieten Urlaub macht, sollte eine Impfung in Betracht ziehen. Diese Virusinfektion kann zu einer gefährlichen Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute führen.

Gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Bei dieser Krankheit befallen die Erreger unter Umständen Nerven und Gelenke. Nach einer Inkubationszeit von fünf bis 30 Tagen kommt es meist zu einem ganz spezifischen Hautausschlag, der so genannten Wanderröte. Diese sieht aus wie ein roter Ring, der sich um die Einstichstelle bildet und im Verlauf nach außen "wandert". Meist schmerzt das nicht. Sobald diese Rötung auffällt, sollte man aber den Arzt aufsuchen. Oft treten auch Fieber und Kopfschmerzen auf. In diesem ersten Stadium kann der Arzt die Lyme-Borreliose – so der medizinisch korrekte Name – meist mit gut anschlagenden Antibiotika behandeln.

So schützen Sie sich und Ihre Kinder vor Zeckenstichen:

  • In Wald und Garten – vor allem in hohem Gras und in Hecken – immer lange Hosen, Socken, geschlossene Schuhe und Langarm-Shirts anziehen.
  • Genaues Absuchen des Körpers nach einem Tag im Freien, vor allem an Achseln, Leiste, Arm- und Kniebeugen, Kopf.
  • Eventuell mit einem speziellen Insektenspray vorbeugen.
  • Auch nach dem Kontakt mit potenziellen Zeckenträgern (zum Beispiel Katzen) unbedingt die Haut sorgfältig absuchen.

Sollte sich tatsächlich eines der unangenehmen Tierchen mit dem Kopf in Ihre Haut oder die Ihres Kindes verbissen haben, sollten Sie es so schnell wie möglich entfernen – am besten mit einer Splitterpinzette. Die Zecke knapp über der Haut herausziehen (nicht drehen!), die Stelle mit Wunddesinfektionsmittel behandeln und dann die Einstichstelle über ein paar Wochen oder Monate beobachten.

Sandra Schmid / www.baby-und-familie.de / Baby und Familie, 24.06.2015