Hurra, ich komme in den Kindergarten!

Hier lesen Sie alles rund um das Thema Kindergarten. Wie finden Sie eine geeignete Einrichtung und was bringt der Besuch für Ihr Kind?

von Sophie Kelm, aktualisiert am 07.10.2014

Im Kindergarten lernen die Kleinen viele spannende Dinge

Thinkstock/Hemera

Sie sind klein, brauchen viel Liebe und manchmal auch ein bisschen Strenge. Die Rede ist von Kindergartenkindern, den Drei- bis Fünfjährigen. „Ein Kindergarten bietet eine wunderbare Möglichkeit, die Kleinen in ihrer Entwicklung zu unterstützen“, erklärt Dr. Bernhard Nagel, Diplom-Psychologe und Abteilungsleiter am Staatsinstitut für Frühpädagogik in München. Wie gut sich eine bestimmte Einrichtung für die Kinder eignet, hängt natürlich von den jeweiligen Möglichkeiten, dem Engagement und der Qualifikation des Personals ab.


Was bringt der Kindergartenbesuch?

Weshalb sollte der Nachwuchs überhaupt einen Kindergarten besuchen? Durch das Spielen und Lernen in der Gruppe erweitern und entwickeln die Kinder viele Fähigkeiten. In der behüteten Umgebung werden sie spielend selbstständiger. Sie lernen beispielsweise, Schwierigkeiten zu bewältigen, wie einen harmlosen Streit um ein Spielzeug. So bauen sie zunehmend Sozialkompetenz auf.

Außerdem üben sie zu teilen und Freundschaften zu knüpfen. „Und die Kinder gewöhnen sich an die ersten Brüche im Leben“, so Nagel. Dazu zählt beispielsweise die Umgewöhnung von zu Hause auf die Gruppe. Bei Kindern, deren Eltern kein Deutsch sprechen, wird im Kindergarten zusätzlich der Erwerb der deutschen Sprache gefördert.

Abgesehen davon entdecken die Erzieherinnen gemeinsam mit den Kleinen die ersten Naturphänomene. Beispielsweise die wechselnden Jahreszeiten oder das Aufwachsen von Tieren. Und sogar der Gesundheit der Minis kann der Kindergartenbesuch zuträglich sein. Beispielsweise erleben die Kinder während des gemeinsamen Frühstücks, was gesunde Ernährung bedeutet. Durch Toben und Spielen entwickeln sie ihre motorischen und koordinativen Fähigkeiten weiter.

Kindergarten: Recht auf einen Platz

Trotz all dieser positiven Aspekte gibt es keine Kindergartenpflicht. Ob Eltern den Nachwuchs in den Kindergarten schicken, bleibt ihnen selbst überlassen. Allerdings haben sie ein Anrecht auf einen Platz: Früher erst ab drei Jahren, seit Sommer 2013 ist sogar schon Einjährigen der Krippenplatz garantiert.

Wer darf eigentlich als Kindergärtnerin arbeiten? Hier gibt es eine bundeseinheitliche Regelung: „Um eine staatlich anerkannte Erzieherin zu werden, absolvieren die Frauen eine Fachschulausbildung – in Bayern eine Fachakademieausbildung“, erklärt unsere Experte. Seit ein paar Jahren gibt es auch einen akademischen Weg. Um als pädagogische Fachkraft in einer Kindertageseinrichtung zu arbeiten, schließen die Absolventinnen ihr Studium mit einem Bachelor ab.

Was unterscheidet eigentlich den Kindergarten von einem Hort oder einer Krippe? Die Krippe ist eine Einrichtung für die ganz Kleinen, die Null- bis Dreijährigen. Je nach Bedarf geben Eltern die Kinder halb- oder ganztags dort in die Obhut der Erzieher. Den Kindergarten besuchen die Drei- bis Fünfjährigen. Bei einem Hort handelt sich um eine Kindertagseinrichtung für Schulkinder. Hier finden die Älteren nach dem Unterricht einen Platz, wenn zu Hause niemand Zeit hat. „Inzwischen gibt es allerdings viele Einrichtungen in denen Kinder aller Altersgruppen zusammenkommen“, so Nagel. Häufig heißen diese „Kinderhäuser“ oder „Häuser für Kinder und Familien“.

Trennungsängsten auf den Grund gehen

Die meisten Kleinen gehen übrigens sehr gerne in den Kindergarten. Sie sind stolz darauf, endlich „groß“ zu sein und wollen etwas lernen oder mit ihren neuen Kameraden spielen. Wenn der Nachwuchs sich überhaupt nicht von zu Hause trennen mag, liegt die Ursache oft entweder in der Familie oder der Einrichtung selber. „Manchmal übertragen die Eltern ihre Trennungsängste auf die Kleinen. In anderen Fällen machen dem Sprössling der Kindergarten oder die Spielkameraden einfach Angst.“

Wenn das Kleine also immer weint, wenn es in Richtung Kindergarten geht, dann sollte man sich als Elternteil nicht damit abfinden, sondern den Ursachen auf den Grund gehen. Meistens sind die Probleme lösbar. Übrigens gibt es auch verschiedene Arten von Kindergärten. Manch ein Dreikäsehoch fühlt sich in einem Waldorfkindergarten besonders gut aufgehoben. Bei dem nächsten passt das Prinzip der Montessori-Einrichtungen am besten zu dem Charakter des Sprösslings. Grundlegende Bildungs- und Erziehungsziele sind in den einzelnen Bundesländern inzwischen mehr oder weniger verbindlich für alle Kindertageseinrichtungen formuliert.

Was Eltern für den Kindergartenbesuch des Nachwuchses zahlen, ist eine Entscheidung der einzelnen Länder oder Kommunen. Es gibt aber in einzelnen Bundesländern auch Pläne, den Besuch eines Kindergartens kostenfrei zu gestalten.




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