Kinderschuhe kaufen – aber richtig!

Viele Kinder tragen zu kleine Schuhe, ohne dass die Eltern dies bemerken. Worauf Sie schon beim Schuhkauf achten sollten

von Julia Schulters, Franziska Draeger, aktualisiert am 27.06.2014

Zu klein? Zu groß? Zu schmal? Kinderschuhe kaufen ist oft ganz schön schwer

W&B/Schuhparade Sommer/Silvia Lammertz

Kleine Füße brauchen vor allem eins: viel Bewegungsfreiheit. "Feste Schuhe mit einer harten Sohle sind da keine gute Voraussetzung", sagt Dr. Wieland Kinz, Sportwissenschaftler und Mitglied des Forschungsteams Kinderschuhe-Kinderfüße aus Salzburg. Seine Empfehlung für Laufanfänger lautet deshalb: Schuhe so spät und so selten wie möglich. Aber brauchen Kinder nicht einen festen Halt um die Füße, wenn sie laufen lernen? "Im Gegenteil", sagt Kinz. "Je häufiger Kinder barfuß oder auf Söckchen laufen, desto besser werden die Füße gekräftigt."


Das sollten Sie beim Schuhkauf beachten

Es reicht also, in die ersten Schuhe zu investieren, wenn Kinder sicher und gut gehen können – oder sie ihre ersten Schritte draußen auf dem Gehweg machen und einen Kälte- und Stoßschutz brauchen.

Die Faustregel beim Schuhkauf: Je beweglicher, ­desto besser. Um das zu testen, sollte man die Schuhe in die Hand nehmen und sie in alle Richtungen biegen. Die Sohle und das Material sollten flexibel sein. Besonders wichtig: die richtige Größe. Ist der Schuh zu kurz, können Fehlstellungen die Folge sein.


Bitte klicken Sie auf die Lupe, um die Grafik zu vergrößern

www.kinderfuesse.com

Schuh und Fuß richtig vermessen

"Schuhe sollten vom längsten Zeh an mindestens zwölf Millimeter nach vorne Platz haben", erklärt Wieland Kinz. Der Ballen muss vom Schuh gut umschlossen werden, damit der Fuß beim Laufen nicht nach vorn rutscht. Ein spezielles Gerät kann beim Abmessen der Schuhinnenlänge helfen.

Die Alternative: die ­Füße auf ein festes Stück Karton stellen und die Umrisse nachzeichnen. An der längsten ­Zehe mindestens zwölf Millimeter hinzufügen, Anfangs- und Endpunkte verbinden und einen schmalen Streifen in der Länge ausschneiden. Wenn sich der Streifen im Schuh aufbiegt, ist der Schuh zu kurz.


Gesunde Kinderfüße haben eine gerade Großzehe. Zu kurze Schuhe können die große Zehe dauerhaft verbiegen

www.kinderfuesse.com

Lieber mehr als zu wenig Platz lassen

Gut zu wissen: Kinderfüße wachsen durchschnittlich einen Millimeter im Monat. "Damit man nicht jeden Monat neue Schuhe kaufen muss, kann man den Abstand der Füße nach vorne auch ruhig etwas großzügiger halten", erklärt Kinz. Bis zu 17 Millimeter Spielraum sind in Ordnung.

Intakte Schuhe muss man nicht wegwerfen

Wegwerfen müssen Eltern Schuhe übrigens nicht, wenn Kinder aus ihnen herausgewachsen sind. "Solange die Sohle nicht abgelaufen ist, der Schuh also gerade auf einer Ebene steht, kann man ihn ohne Bedenken für ein jüngeres Kind verwenden", sagt Kinz. Synthetische Materialien sind meist widerstandsfähiger und atmungsaktiv. Im Gegensatz zu Leder saugen sie nicht so viel Feuchtigkeit auf und trocknen schneller.



Bildnachweis: W&B/Schuhparade Sommer/Silvia Lammertz, www.kinderfuesse.com
Mutter mit Kleinkind auf dem Schoß am Laptop

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Mutter mit Kind arbeitet vor dem Laptop

Entwicklungsnewsletter

Erhalten Sie alle zwei Wochen Infos zum ersten Lebensjahr Ihres Kindes »

Stadt oder Land: Wo leben Kinder besser?

Was ist der ideale Altersabstand zwischen Geschwistern?

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages