Durchfall: Das hilft Ihrem Kind

Je jünger das Kind, desto gefährlicher kann Durchfall sein. Apotheker Ralf Schlenger erklärt, was akut und vorbeugend hilft

von Ralf Schlenger, aktualisiert am 03.05.2016

Kleinkind mit Durchfall: Was hilft?

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Durchfall bei Kindern ist nicht nur unangenehm – er kann auch gefährlich sein: umso mehr, je jünger das Kind und je größer der Flüssigkeitsverlust ist. Deshalb sollten Eltern wissen, was dann zu tun ist. Wichtig: Im Zweifelsfall und bei Begleitsymptomen wie kolikartigen Bauchschmerzen, Erbrechen und Fieber immer zum Kinderarzt gehen. Ebenso, wenn mehrere, voluminöse oder stark wässrige Stühle über einen Tag auftreten.

Apotheker Ralf Schlenger erklärt, was Wasser- und Nährstoffverlust entgegenwirkt, den Darm beruhigt und erneuten Durchfällen vorbeugt.


1. Verluste ersetzen

Kleinkinder haben einen viel höheren Anteil an Flüssigkeit im Körper als Große. Bei Durchfall und Er­brechen geht bei ihnen daher relativ viel an Wasser und Blutsalzen verloren. Das kann schnell zu gefährlicher Austrocknung (Dehydratation) führen. Warn­zeichen sind trockene Schleimhäute, kaum nasse Win­deln, eingesunkene Augen, großer Durst, aber auch Mattigkeit und Unruhe. Lassen Sie es nicht so weit kommen! Bieten Sie dem Kind reichlich zu trinken an, etwa stilles Mineralwasser, Fenchel- oder Kamillentee. Effek­tiver, weil genau auf den Wasserhaushalt des Kindes abgestimmt, sind Elektrolyt-­Glukose-Mischungen aus der Apotheke. Das Pulver setzt man mit frischem Leitungswasser an. Das Kind bekommt die Lösung schlückchenweise, wegen des salzigen Geschmacks am besten gekühlt. Setzen Sie das Präparat nur kurzfristig ein und beachten Sie genau die Packungsbeilage. 

2. Darm pflegen

Die Flüssig­keitsverluste auszugleichen, ist die Basisbehandlung. Er­gänzend können einige Mittel bei frühem Einsatz die Durchfalldauer verkürzen. So kann Apfelpektin Giftstoffe binden und einen Schutzfilm auf der gereizten Darmwand bilden. Kamillen­extrakt kann leicht entzündungshemmend und krampf­lösend wirken. Des Weiteren unterstützen manche Probiotika die Darm­heilung: Zubereitungen mit einer Hefeart (Saccharomyces boulardii) oder gewissen Milchsäure- und Bifidobakterien (Lactobacillus rhamnosus GG) helfen, die Darmflora zu regenerieren. Für die Behandlung von Kindern wird empfohlen, den Kapselinhalt in etwas Joghurt oder Brei einzurühren. Manche Präparate sind auch zur Prävention zugelassen, etwa bei Reisedurchfall. Generell gilt: Lassen Sie sich zur Auswahl und Anwendung geeigneter Präparate in der Apotheke beraten.

3. Vorbeugen

Nicht nur auf Reisen gilt – koch es, brat es, schäl es oder vergiss es! Lebensmittel für Kinder sollte man immer besonders gut durcherhitzen, Obst gründlich waschen – auch wenn es geschält wird. Regelmäßiges Händewaschen ist wichtig, denn viele Durchfallerreger werden durch Schmierinfektion übertragen. Die häufigsten Erreger sind übrigens Rotaviren. Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts empfiehlt die Impfung gegen Rotaviren in den ersten sechs Lebensmonaten.



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