Beikost: Jetzt ist es Zeit für Brei!

Irgendwann macht Milch das Baby nicht mehr satt. Dann ist es Zeit für den ersten Brei. Was es dabei zu beachten gibt und welche Beikost für Baby anfangs geeignet ist

von Julia Ferrat, 06.03.2017

Beikost-Einstieg: Das Baby lernt, wie der Brei ohne Verluste im Mund landet

Stockbyte/RYF

Ab dem fünften, spätestens aber ab dem siebten Lebensmonat kann die Muttermilch alleine dem steigenden Nährstoffbedarf des Säuglings nicht mehr gerecht werden. Nun kommt Abwechslung in Babys Speiseplan: Statt nur Milch gibt es den ­­ersten Brei – und jede Menge neue Geschmacks­erlebnisse. Manche Kleine sind schon früh neugierig auf Brei und genießen die neue Kost sofort, andere tun sich schwerer. Mit diesen Infos fällt der Umstieg leichter:

Wie gelingt der Wechsel zum Brei am besten?

Ernährungsexperten raten, den ­ersten Brei zwischen dem Beginn des fünften und Anfang des siebten Lebensmonats einzuführen: "Dann steigt der Nährstoffbedarf beim Baby", erklärt ­Nadia ­Röwe, Ernährungswissenschaft­­lerin beim Netzwerk Gesund ins Leben in Bonn.

Wichtige Eltern-Regel für die ers­ten Löffel: Geduld haben. Zeigt sich das ­Baby nicht gleich vom Brei begeistert, rät die Expertin: "Ruhig ein paar Tage warten und es dann noch einmal versuchen. Haupt­sache, man übt keinen Druck auf das Baby aus. Essen soll Spaß machen, und das fängt schon mit der Beikost an." Übrigens muss das Kleine auch erst einmal lernen, den Brei vom Löffel zu lutschen. Leichter fällt ihm das bei einem weichen, flachen und abgerundeten Löffel – zumal der Mundraum bei Babys noch sehr empfindlich ist.


Wie Eltern Schritt für Schritt einzelne Milchmahlzeiten durch Beikost ersetzen, zeigen spezielle Pläne zum Einführen der Beikost. In der ers­ten Woche füttert man nur püriertes Gemüse, in der zweiten Woche kommen Kartoffeln hinzu und in der dritten Woche das Fleisch. Für ­Babys Geschmack eignen sich anfangs am besten süßlich schmeckende Gemüse­­sorten wie Karotte oder Kürbis.

Brei aus Gläschen oder selber kochen?

Sowohl Gläschenbrei als auch selbst gekochter haben jeweils Vorteile. Industriell hergestellte Beikost ist praktisch – vor allem für unterwegs. Warum lohnt es sich, wenigs­tens hin und wieder den Brei selbst zuzubereiten? Er ist geschmacklich individueller: "Indus­triell hergestellte Breie schmecken mehr oder weniger alle gleich. Wenn Babys fast nur mit diesen ernährt werden, prägt dies ihren Geschmack‘‘, erklärt ­Nadia Röwe. Dafür erfüllen Fertigbreie hohe gesetzliche Anforderungen und enthalten alle wichtigen Nährstoffe.

Wer nicht jeden Tag ­kochen will, kann das Gemüse oder Fleisch vorkochen, pürieren und ­etwa in kleinen Portio­nen ein­frieren. Einfach die Zutaten getrennt frosten, so lässt sich der Brei einfach vari­ieren. Für Mini-­Mengen eignen sich zum Beispiel Eiswürfelbehälter. Auf­gepasst: Kartoffelbrei lässt sich nicht gut einfrieren, den stets frisch zubereiten. Wird das Kind ausschließlich mit selbstgemachtem Brei ernährt, emp­fiehlt das Expertennetzwerk 50 Mikrogramm Jod zu ergänzen (zum Beispiel Tablette zerstoßen und dem abgekühlten Brei bei­mischen. Der Kinderarzt kann Jodtabletten verschreiben). Auf die Zugabe von Zucker und Salz bitte verzichten. "Salz bindet Wasser. In größeren Mengen hat es schädliche Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf­-Sys­tem, und es tritt ein Gewöhnungseffekt ein", erklärt Ernährungsberaterin Nadia ­Röwe. Fruchtsaft dagegen liefere Vitamin C, und Jod benö­tige Babys Schilddrüse.

Für Fortgeschrittene: Milch-Getreide-Brei und Getreide-Obst-Brei

Der Milch-Getreide-Brei oder wahlweise der Getreide-Obst-Brei steht etwa einen Monat nach Einführung des ersten Breis auf dem Speiseplan. Wer den Milch-­Getreide-Brei selbst zubereitet, sollte Vollmilch mit 3,5 Prozent Fett­­gehalt verwenden. Bitte unbedingt auf Roh- oder Vorzugsmilch verzichten, da darin Keime enthalten sein können. "­Neben Vollmilch kann der Brei auch mit Joghurt, Mutter- oder Säuglingsmilch zubereitet werden. Nur Quark ist nicht zu empfehlen, da er weniger Kalzium und deutlich mehr Eiweiß enthält als Kuhmilch", sagt ­Nadia Röwe. Zusätzlich zwei Esslöffel Fruchtsaft oder zerdrück­tes Obst sorgen auch bei diesem Brei für genügend Vitamin C.

Vorsicht vor Zucker und anderen Zusätzen im Brei

Bei fertigem Milch-Getreide-Brei ist die Auswahl groß. Aber nicht ­alle Produkte sind wirklich gut fürs ­Baby, sagt Ernährungswissenschaftlerin Röwe: "Auch hier sollten Eltern darauf achten, dass die Zusammensetzung der Zutaten den Empfehlungen für selbst zubereiteten Brei ähnelt. Zu­sätze wie Süßungsmittel, Kakao oder Aromen sind unnötig, und man sollte auf sie verzichten."

Im dritten Monat nach dem Beikost-Start ist dann entsprechend der letzte Brei dran. Auch hier gilt: je mehr Abwechslung, ­desto besser fürs Baby. Für den Getreide-Obst-Brei eignen sich ­etwa Vollkorngetreideflocken oder Grieß. Mit 100 Gramm püriertem Obst (vor allem Äpfel, Birnen, ­Bananen, Pfirsiche und Aprikosen), 90 Milli­liter Wasser und 1 Teelöffel Raps- oder Olivenöl vermengen.

Was sollten Babys zum Brei trinken?

Zusätzlich zu den Breien sollte das Kind weiter gestillt werden oder Säuglingsanfangsnahrung erhalten. Das deckt seinen Flüssigkeitsbedarf. Getränke wie Wasser oder ungesüßter Tee sind erst mit der Einführung des dritten Breis notwendig.

Allergien oder Unverträglichkeiten vorbeugen

Auch Kinder mit Allergie­risiko sollten die normale Beikost erhal­ten und zwischen dem fünften und siebten Monat damit beginnen. Be­stehen bei einem Baby bereits vom Arzt diagnostizierte Aller­gien oder Unverträglichkeiten gegenüber be­stimmten Nahrungsmitteln, soll­ten sich die Eltern vor dem Beikoststart mit dem Kinderarzt oder einem Ernährungsberater besprechen.



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