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Sinnvolle Babypflege oder: Das Weniger-ist-mehr-Prinzip

Ob Babyöle oder Puder, Feuchttücher oder Popocreme – der Markt bietet unzählige Produkte für die tägliche Babypflege. Aber was braucht die Haut Ihres Kindes wirklich?


Kleiner Bade-Meister: Plantschen mit Mama ist das Schönste

Eltern wollen alles richtig machen. Von Anfang an. Das perfekt eingerichtete Kinderzimmer. Die komplette Baby-Erstausstattung. Am besten ein lückenloses Arsenal für Babyzubehör. Aber Vorsicht: Gerade beim Thema Babypflege und Hautpflege für das Neugeborene sollte man es nicht übertreiben!

Die Haut eines Babys ist noch weit entfernt von der Robustheit einer erwachsenen Haut. Die einzelnen Schichten sind um ein vielfaches dünner und damit auch empfindlicher. Deswegen sollte man die Haut der Kleinen auch möglichst wenig strapazieren oder mit den verschiedenen Babypflegeprodukten einen Eincreme-Overkill erzeugen.

 


Die Qual der Wahl – im Dschungel der Babypflegeprodukte

Eine Babycreme ohne allergieauslösende Duftstoffe für den bisweilen wunden Po und ein sorgsam ausgewähltes Babyöl für die wohltuende Massage nach dem Baden – das reicht eigentlich schon, um der zarten Babyhaut die ideale Pflege zu geben.

Lotionen, die Konservierungsstoffe oder Parfüm enthalten, können mehr schaden als nützen. Und statt duftiger Feuchttücher darf man sich ruhig auf profanes Wasser zum Saubermachen beschränken.

Das tägliche Bad?


Ob Babys bereits einen Badezusatz für ihre ersten Plantschversuche brauchen ist fraglich. Sabine Herold, geprüfte Hebamme in München, ist sich sicher: „Ein Badezusatz ist für kleine Babys noch vollkommen unnötig." Warmes, klares Wasser sei ausreichend.

Das tägliche Babybad, das vor 30 Jahren noch auf der To-do-Liste einer jeden Mutter stand, ist passé. Nur ein- bis zwei Mal in der Woche und nur wenige Minuten in klarem Wasser – fertig! Vergessen Sie nicht: Außer am Po, im Gesicht und in der Halsfalte wird ein Baby eigentlich nicht „schmutzig“. Und für diese Körperpartien genügt der sorgsam-sanfte Wisch mit einem Waschlappen und lauwarmen Wasser.

Und was ist nun praktischer? Baby-Badewanne oder Badeeimer? Viele Eltern entscheiden sich mittlerweile für beides: In den ersten sechs Monaten bietet der Eimer die größere Flexibilität, danach kommt die Wanne zum Einsatz. Manchen genügt aber auch ein ganz altmodischer Waschzuber. Und spätestens mit einem Jahr gibt es eh nichts Lustigeres als ein Badespaß mit Mama oder Papa in der großen Wanne.

Kleiner Unterschied ganz groß?


Was man rein pflegetechnisch bei Jungen und was bei Mädchen besonders beherzigen muss, erklärt Hebamme Sabine Herold: „Bei Buben sollte man darauf achten beim Säubern nicht die Vorhaut zurück zu ziehen, den Hoden gründlich zu säubern und sehr gut trocknen zu lassen. Bei Mädchen muss man aufpassen, dass man die Schamlippen nicht spreizt. Grundsätzlich gilt aber bei beiden: Viel Luft an den Windelbereich lassen!“

Flinke Finger


Zum Thema Fingernägel schneiden bei Babys gilt laut Hebamme Herold folgende Faustregel: Nach etwa drei Monaten kann man das erste Mal mit Schere ran. Zuvor riskiert man eine unnötige Nagelbettentzündung. Kürzen Sie die Nägel nur dann, wenn sie die Kuppen überragen. Für Kleinkinder gibt es entsprechende, rund geformte Scheren, um die kleinen und zarten Finger nicht zu verletzten.

Weitere Utensilien wie Waschlappen in Entenform, Badethermometer in Froschgestalt, Massagehandschuhe, Babybürsten und Co. sind zwar nette Beilagen, zählen aber für eine Babyerstausstattung erst einmal nicht zu den unbedingt notwendigen Basics.

Die Devise lautet also: Nicht übertreiben in der Babypflege. Und es sei Ihnen versichert: Nichts duftet großartiger als die reine und natürliche Babyhaut – ganz ohne Öl und Creme.




Bildnachweis: W&B/Silvia Lammertz/RYF
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Sandra Schmid / Vanessa von Blumenstein-Langer / www.baby-und-familie.de; 23.03.2009, aktualisiert am 23.01.2012
Bildnachweis: W&B/Silvia Lammertz/RYF

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