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Sinnvolle Versicherungen für Familien

Vor allem für Familien ist es wichtig, sich gut abzusichern. Aber wie findet man Versicherungen, die wirklich zu einem passen? Ein Verbraucherschützer gibt Tipps


Raus aus dem Irrgarten: Wer sich richtig versichern will, braucht guten Rat

Theoretisch könnte man sich gegen alles versichern. Aber was ist sinnvoll – zum Beispiel als Familie? Und vor allem: Bei wem schließt man die Policen ab? Schließlich sind manche Versicherungen – etwa Kinder­invaliditäts-, Lebens- oder Berufs­unfähigkeitsversicherungen – teuer und auf ­eine lange Laufzeit angelegt. Sie vorzeitig zu kündigen kann kostspielig werden. Wichtig ist also, ein Unternehmen zu finden, dem man traut, und einen Tarif zu ermitteln, der optimal zur Lebenssituation passt. Wir fragten nach bei Dr. Peter Grieble vom Ressort „Versicherungen“ der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart.


Gibt es Versicherungsunternehmen, vor denen man sich aus Sicht eines Verbraucherschützers in Acht nehmen muss?

Man kann sicher sein, dass die Versicherer in Deutschland das Geld ihrer Kunden nicht auf den Bahamas verbraten und dann ­pleitegehen. Man sollte sich aber vor schwarzen Schafen unter den Versicherungsvermittlern in Acht nehmen – die einem Versicherungen empfehlen, die man nicht braucht, die nicht ­ausloten, welcher Tarif zu einem passt, die Verbraucher falsch informieren und in einer trügerischen Sicherheit wiegen, umfassend versichert zu sein.



Dr. Peter Grieble, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

Was bringt mir ein Versicherungs­vertreter überhaupt?

Grundsätzlich gilt erst einmal: Ein ­Versicherungsvertreter ­vertreibt in der Regel nur die Produkte einer Firma. ­Je größer die Produktpalette des Unternehmens, desto mehr kann ein Versicherungsvertreter anbieten. Aber: Verbraucher können natürlich nicht erwarten, dass der Vertreter ihnen auch ­Informationen zu möglicherweise­ besseren Versicherungstarifen anderer Unternehmen liefert. Manche Ver­­treter sind übrigens im Dienste mehrerer ­Unternehmen unterwegs. Das sind sogenannte Mehrfirmenvertreter. Das kann grundsätzlich besser sein als ein Einfirmenvertreter, weil es mehr Vergleichsmöglichkeiten gibt. Aber bei beiden Vertreterformen gilt: Sie stehen immer im Lager des Versicherers, nicht des Verbrauchers.

Was kann ich von einem Vertreter erwarten?

Sie können erwarten, dass er ­eine ordentliche Bedarfs­analyse macht, über die Angebote richtig informiert und zu den Versicherungen rät, die zum Verbraucher passen. Dabei wird etwa bei ­einer Lebensversicherung oder ­­einer ­Berufsunfähigkeitspolice ganz genau ­ermittelt, wie viel Geld im Versicherungsfall benötigt wird. Auf Basis der Analyse schlägt dann der Versicherungsvertreter die passende Police vor. So ein Gespräch kann aber  nicht in fünf Minuten ablaufen.

Wie finde ich jemanden, der nur mein Wohl im Auge hat?

Da wendet man sich am besten an einen Versicherungsmakler oder Honorarberater. Ein Versicherungsmakler hat einen möglichst großen Überblick über den Versicherungsmarkt und ­findet die ­beste Versicherung ­­heraus, die nach seiner ­Analyse zu ­seinem Kunden passt. Das kostet den Verbraucher nichts. Der ­Makler lebt von Provisionen der Firmen, für die er abschließt. Wirklich unabhängig berät nur ein Honorarberater. Er erhält ­­keine Provisionen, sondern lebt vom Honorar seiner ­Kunden.

Wie hoch ist das im Durchschnitt?

Das kann ganz unterschiedlich sein. 100 Euro in der Stunde sind ein Anhaltswert. Damit kommt man ziemlich weit – und spart ­dies unter Umständen anschließend bei der Versicherung ein. Dann nämlich, wenn der Honorarberater besonders günstige Tarife gefunden hat oder bei Vertragsabschluss keine Vertriebsprovision anfällt. Seriöse Honorar­berater ­findet man bei den Verbraucherzentralen oder beim Bundesverband der Versicherungsberater (www.bvvb.de*).

Wann muss ich hellhörig werden beim Versicherungsabschluss?

Grundsätzlich gilt: ­Pauschale Empfehlungen taugen nichts. ­Fragen Sie ruhig nach, wie lange der Vermittler schon im Geschäft ist. Wer bei einem Ver­­sicherungsabschluss zweifelt, sollte sich Rat holen, etwa bei den Verbraucherzentralen. Das kostet ein geringes Honorar – und erspart einem teure Fehler.

Welche größeren Versicherun­gen brauchen junge Familien?

In jedem Fall ­eine private Haftpflicht. Zudem ­empfehlen wir eine Kinderinvali­ditätsversiche­rung. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung brauchen alle, die Geld verdienen. Sinnvoll ist ­eine Risikolebensversicherung für Familien­ernährerinnen oder -ernährer.

 

* www.baby-und-familie.de übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Internetseiten




Bildnachweis: W&B/Privat, Getty Images/Visit Peaks & Derbyshire

Anne-Bärbel Köhle / Baby und Familie; erstellt am 20.08.2012
Bildnachweis: W&B/Privat, Getty Images/Visit Peaks & Derbyshire

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