Drei Situationen: Die eine Familie möchte Schulden loswerden, die andere eine Rücklage schaffen, die dritte ein Haus bauen. Wie sie ans Ziel kommen, erklärt unsere Expertin
Familien mit Kindern ist finanzielle Sicherheit oft besonders wichtig
Julia (29) und Peter (32) haben gerade geheiratet, im Juni bekommen sie ein Baby. Julia ist Verkäuferin, verdient 1200 Euro netto im Monat. Peter hat seinen eigenen Malerbetrieb, bringt es im Schnitt auf 2300 Euro monatlich. Die beiden wohnen im eigenen Haus, das sie noch abbezahlen. Für Kredit und laufende Kosten für das Eigenheim zahlen sie monatlich 1400 Euro. Viel sparen konnten sie in den vergangenen Jahren wegen des Hausbaus nicht. Nun wollen sie Geld zur Seite legen für ihr Alter und vor allem für das Kind. Sie wünschen sich sichere Anlageformen. Julia will ein Jahr Elternzeit nehmen, bekommt dann weniger Geld. Wie sollte das Paar am besten vorgehen?
Die Expertin rät:
Basisschutz: Julia und Peter besitzen durch ihr Haus schon eine gute Altersvorsorge. In der neuen Lebensphase sollten sie zunächst daran denken, ihre kleine Familie abzusichern, bevor sie weitere Sparverträge abschließen. Wichtig ist, dass beide eine Risikolebens- und eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben. Diese Policen, die im Todesfall einspringen oder wenn man aus gesundheitlichen Gründen den Beruf nicht mehr ausüben kann, gibt es oft als Kombination.
Beispiel: Für 1000 Euro im Jahr kann sich Julia ein monatliches Mindesteinkommen sichern. Stirbt sie, erhält Peter 50.000 Euro. Unverzichtbar sind auch eine Privathaftpflicht-, eine Wohngebäude- und bei höherwertigem Inventar eine Hausratversicherung. Ich empfehle, eine Kinderinvaliditätspolice abzuschließen, die den Nachwuchs absichert, wenn er durch Krankheit oder Unfall bleibende gesundheitliche Schäden erleidet und später nicht arbeiten kann.
Altersvorsorge: Bleibt jetzt noch Geld, rate ich, einen Notgroschen zu behalten und den Rest in die Tilgung des Hauses zu stecken. Die Zinsersparnis durch frühzeitiges Abbezahlen fällt höher aus als die Rendite, die man fürs Sparen bekommt. Eine Immobilie ist in der Regel eine sichere Geldanlage. Auch die staatlich geförderten Zusatzrenten Riester und Rürup können die Schuldentilgung nicht toppen.
Will das Paar trotzdem etwas zurücklegen, sollte Julia einen Riester-Vertrag abschließen. Die jährlichen Zulagen des Staates von 154 Euro für sie und 300 Euro für jedes Kind sollte sie sich nicht entgehen lassen. Peter kann als Ehepartner riestern und die Zulage von 154 Euro bekommen. Für ihn käme auch das Sparen in eine Rürup-Rente in Frage, von der Selbstständige profitieren, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Rürup lohnt sich unter anderem, weil man eingezahlte Beiträge steuerlich absetzen kann.
Sparen fürs Kind: Auf das Konto des Kindes sollte erst richtig Geld fließen, wenn Julia und Peter das Haus abbezahlt haben. Will das Paar aber nicht darauf verzichten, kann es in einen Banksparplan investieren. Das ist eine sichere Anlage, meist kostenfrei. Bei 100 Euro im Monat kommen bei einem Zinssatz von 3 Prozent nach 20 Jahren gut 32.000 Euro zusammen.
Extratipp: Da Julia ein Jahr Elternzeit nehmen möchte, sollte sie jetzt die günstige Steuerklasse 3 wählen. Das bringt ihr netto am meisten, was sich positiv auf das Elterngeld auswirkt. Dieses wird auf Grundlage des Netto einkommens der letzten zwölf Monate vor der Geburt berechnet.
Tina Haase, Baby und Familie;
03.02.2010, aktualisiert am 25.06.2010
iStock/kzenon
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