Es gibt Komplikationen, die durch das Virus selbst ausgelöst werden, wie zum Beispiel Lungenentzündungen, Leberentzündungen, Gelenkentzündungen, Gehirnentzündungen. Sie alle kommen zum Glück insgesamt eher selten vor. Bei Neugeborenen, deren Mütter kurz vor der Geburt an Windpocken erkrankt sind, oder bei Kindern mit Immundefekten bzw. unter einer Chemotherapie kann es jedoch zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen. Für diese Kinder steht ein sogenanntes Virostatikum (Aciclovir, den meisten bekannt als Creme bei Lippenbläschen) zur Verfügung, das über die Blutbahn gegeben werden kann. Es wird sofort nach Auftreten der ersten typischen Hautveränderungen eingesetzt.
Relativ häufig sind dagegen bakterielle Infektionen der Bläschen. Durch den starken Juckreiz werden sie nämlich häufig aufgekratzt. Dann kommen leicht Keime dazu, und die wunden Stellen entzünden sich. Auch bakterielle Lungenentzündungen können als Zweit- oder Folgeinfektion auftreten. Diese sollten rechtzeitig mit Antibiotika behandelt werden. Das gilt besonders für abwehrgeschwächte Patienten, bei Asthma oder bei Verschlimmerung der bakteriellen Hautentzündung, wenn sich eine Vereiterung entwickelt.
Werden innerhalb von vier Tagen nach Windpockenkontakt spezifische Immunglobuline, Antikörper gegen das Virus, gegeben, kann der Ausbruch der Erkrankung aufgehalten werden. Diese Maßnahme ist gerechtfertigt bei abwehrgeschwächten Patienten, bei schwangeren Frauen und bei Neugeborenen.
Dr. med. Christa Kappler,
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt,
ehem. Direktor des Dr. von Haunerschen Kinderspitals, Universität München
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29.05.2009, aktualisiert am 14.04.2011
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