Kinderkrankheit: Über 90 Prozent aller Erwachsenen hatten schon in der Jugend Windpocken
Überblick
Windpocken sind eine hochansteckende Kinderkrankheit: Über 90 Prozent der Erwachsenen haben als Kinder die Windpocken durchgemacht. Der Erreger gehört zur Familie der Herpes-Viren. Charakteristisch für die Infektion ist ein stark juckender, roter Hautausschlag mit sekrethaltigen Bläschen am ganzen Köper. Diese Symptome galten lange Zeit als relativ harmlos, da die Krusten meist sehr gut abheilen, ohne sichtbare Narben zu hinterlassen. Wenn die Patienten jedoch die Bläschen aufkratzen, besteht Gefahr, dass weitere Erreger hineingeraten und sich eine „Sekundärinfektion“, zum Beispiel durch Bakterien, bildet. Eine solche zusätzliche Infektion kann schlimmstenfalls auf das Gehirn übergreifen. Kinder, die ein gesundes Abwehrsystem haben, überstehen die Windpocken aber meist ohne größere Probleme. Wenn Erwachsene sich erstmals anstecken, verläuft die Erkrankung häufig schwerer und es können öfter Komplikationen, wie etwa eine Lungenentzündung, hinzukommen. Ein lebensbedrohliches Risiko besteht für Neugeborene.
Wer einmal Windpocken hatte, ist in der Regel vor einer erneuten Ansteckung geschützt. Allerdings können Erwachsene, wenn ihre Abwehr aus unterschiedlichen Gründen geschwächt ist, eine Zweitinfektion durch noch im Körper verbliebene Viren erleiden. Sie erkranken dann an einer Gürtelrose (Zoster). Im Jahr 2004 hat die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfempfehlung ausgesprochen. So sollen alle Säuglinge im Alter zwischen 11 und 14 Monaten neben Masern, Mumps und Röteln (MMR) auch gegen Windpocken geimpft werden. Ein zweiter Impftermin sollte im Alter zwischen 15 und 23 Monaten stattfinden. Der Mindestabstand zwischen den Impfungen beträgt vier bis sechs Wochen.
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13.09.2005, aktualisiert am 02.09.2010
Illustration: W&B/ Martina Ibelherr
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