Bei der Spirale unterscheidet man zwischen der herkömmlichen Spirale und der Hormonspirale. Beide bestehen aus einem kleinen T-förmigen Kunststoffkörper mit einem Rückholfaden. Die Spirale wird vom Arzt in die Gebärmutter eingesetzt und später auch wieder entfernt. Der Unterschied: "Die Hormonspirale gibt täglich geringe Mengen Gestagen direkt in die Gebärmutterschleimhaut ab", sagt Gynäkologe Hausser. Durch die Hormone wird der Gebärmutterhalsschleim verdickt und die Gebärmutterschleimhaut nur unvollständig aufgebaut. Die Hormonspirale wirkt sofort, der Empfängnisschutz besteht bis zu fünf Jahre.
Die herkömmliche Spirale hingegen gibt keine Hormone ab und hat daher keinen Einfluss auf den Monatszyklus. Besteht die Spirale aus reinem Plastik, funktioniert sie empfängnisverhütend, indem sie eine befruchtete Eizelle an der Einnistung hindert. Ist ihr Schaft zusätzlich mit einem Kupferdraht umwickelt, gibt sie Kupfer-Ionen ab. Diese schädigen die Spermien – die Eizelle kann nicht befruchtet werden. "Die herkömmliche Spirale kann bis zu drei Jahre in der Gebärmutter verbleiben", erklärt Hausser.
Bevor der Arzt Ihnen eine Spirale einsetzt – gleich ob Hormonspirale oder normale Spirale – wird er Sie gynäkologisch untersuchen. Das ist nötig, um die Form und Größe Ihrer Gebärmutter beurteilen, und die passende Spirale wählen zu können. "Die Spirale gibt es nämlich in unterschiedlichen Größen". Eingesetzt wird sie dann während der Monatsblutung – zu dieser Zeit ist der Gebärmutterhalskanal am weitesten. Danach wird ihr Sitz mittels Ultraschall kontrolliert. Wichtig: "Der korrekte Sitz der Spirale sollte in halbjährlichen Abständen vom Arzt überprüft werden", empfiehlt Hausser.
Mögliche Nebenwirkungen der Hormonspirale
Die freigesetzten Gestagene können unter Umständen Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Brustspannen, Gewichtsveränderungen und sexuelle Unlust auslösen. Bei manchen Frauen treten auch Hautunreinheiten oder Akne auf.
Vor- und Nachteile der Hormonspirale
Die Hormonspirale ist sehr sicher, Anwendungsfehler sind ausgeschlossen. "Von Vorteil ist außerdem die Tatsache, dass sie die Hormone nicht an den gesamten Körper, sondern nur an ihre unmittelbare Umgebung in der Gebärmutter abgibt", sagt Hausser. Entfernt der Arzt die Spirale, können Sie in der Regel schnell schwanger werden. Durch die Gestagene wird die Monatsblutung schwächer oder bleibt gar ganz aus – viele Frauen empfinden das als angenehmen Nebeneffekt.
Allerdings: In den ersten Monaten der Anwendung kann sich die Regelblutung verstärken, oder lang und unregelmäßig auftreten. Bei manchen Frauen passiert es auch, dass die Spirale verrutscht, oder vom Körper wieder ausgestoßen wird. Auch kann die Gebärmutter beim Einsetzen verletzt werden. Und: Auch bei dieser Form der Verhütung besteht kein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
Für wen geeignet?
Die Hormonspirale eignet sich vor allem für Frauen, die langfristig verhüten möchten und/oder deren Familienplanung bereits abgeschlossen ist. Gerade bei jungen Frauen, die noch keine Kinder geboren haben, besteht die Gefahr, dass ihre Gebärmutter noch zu klein für eine Spirale ist.
Der Pearl-Index der Hormonspirale beträgt 0,16.
Mögliche Nebenwirkungen der Spirale
Die Spirale kann die Periodenblutung und Regelschmerzen verstärken. Kurz nach dem Einsetzen ist das Risiko einer Entzündung der Eileiter oder einer Eileiterschwangerschaft leicht erhöht. Durch das Rückholbändchen in der Scheide können Keime leichter in die Gebärmutter aufsteigen und dort Entzündungen auslösen.
Vor- und Nachteile der Spirale
"Die Plastik- oder Kupferspirale gibt keine Hormone ab und greift somit nicht in den Hormonhaushalt und den natürlichen Zyklus der Frau ein", sagt Experte Hausser. Da die Spirale bis zu drei Jahre in der Gebärmutter bleiben kann, müssen Sie sich in dieser Zeit keine Gedanken um die Verhütung machen. Nach dem Entfernen der Spirale kann sich eine Schwangerschaft schnell einstellen.
Von Nachteil hingegen sind die möglichen Nebenwirkungen (siehe oben) und die Tatsache, dass die Spirale manchmal mit der Regelblutung wieder ausgestoßen werden kann.
Für wen geeignet?
Die Spirale eignet sich für Frauen, die längerfristig verhüten möchten, die keine hormonellen Verhütungsmittel vertragen oder nehmen, oder deren Familienplanung bereits abgeschlossen ist. Für junge Frauen, die sich noch ein Baby wünschen, ist die Spirale aufgrund der möglichen Nebenwirkungen nicht das Mittel der ersten Wahl.
Der Pearl-Index der Spirale liegt zwischen 0,4 und 1. Wichtig: Sollten Sie trotz Spirale schwanger werden, suchen Sie bitte sofort Ihren Arzt auf. Die Spirale muss in einem solchen Fall entfernt werden.
Vanessa von Blumenstein / www.baby-und-familie.de;
27.08.2010, aktualisiert am 29.09.2011
Bildnachweis: Thinkstock/Photodisc
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