Stillen: Die beste Ernährung für Ihr Baby

In der Muttermilch stecken alle Nährstoffe, die das Kind in den ersten Lebensmonaten braucht. Aber wie lange und wie oft sollte das Baby gestillt werden? Und was tun bei Problemen? Hier finden Sie Antworten

von Sandra Schmid, aktualisiert am 07.10.2014

Stillen ist ein sehr inniger Moment für Mutter und Kind

iStock/Nick Thompson

Wissen Sie, wie lange global durchschnittlich ein Kind gestillt wird? Etwa vier Jahre lang. Überrascht? Kein Wunder, denn in Deutschland geht der Still-Enthusiasmus meist nicht über ein halbes Jahr hinaus. Dabei gibt es in den ersten Lebensmonaten nichts Besseres für das Baby als Muttermilch.

Auch wenn die deutschen Mamas nicht zu den ausdauernden Still-Müttern weltweit zählen, so sind ihnen die Bedeutung und die Vorzüge des Stillens durchaus bewusst: Eine Umfrage im Auftrag von „BABY und Familie“ fand heraus, dass ein Großteil der Mütter in der Bundesrepublik ihrem Neugeborenen die Brust gibt. Nur jede siebte Frau sagt, sie habe ihr Kind überhaupt nicht gestillt. Damit halten sich die meisten Mütter an die Stillempfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Auch die Nationale Stillkommission empfiehlt: Ein Baby sollte bis zu sechs Monate ausschließlich mit Muttermilch ernährt werden.


Alles drin

Die WHO, die jedes Jahr sogar die „Woche des Stillens“ zelebriert, weist immer wieder darauf hin, dass Muttermilch im ersten halben Jahr das ideale Nahrungsmittel für Neugeborene ist. Alles, was das Baby in dieser Zeit an Nährstoffen braucht, ist in der Muttermilch. Wenn ein Kind voll gestillt wird, braucht es normalerweise auch keine zusätzliche Flüssigkeit mehr. Außerdem sind in der Muttermilch wichtige Antikörper enthalten, die das Baby widerstandsfähiger gegen bestimmte Krankheiten machen.

Vorteile des Stillens

Noch dazu ist Stillen eine praktische Angelegenheit: Man hat als Mama immer alles dabei! Keine Platz raubenden Fläschchenwärmer, keine Beutel mit Milchpulver, keine Desinfektionsmaschinen für die Sauger. Innerhalb von Sekunden kann das Neugeborene gefüttert werden. Auf natürliche, hygienische und – nicht zu vergessen – kostengünstige Art und Weise.

Für Tochter oder Sohn ist die Muttermilch ideal: Sie ist immer richtig temperiert, leicht verdaulich und perfekt auf deren Bedürfnisse abgestimmt. Aber auch für die Mama hat das Stillen noch einen weiteren Vorteil: Es fördert die Rückbildung der Gebärmutter.

Enge Bindung

Neben den gesundheitlichen und praktischen Vorteilen bringt das Stillen noch etwas mit sich: Es fördert eine besonders enge Beziehung und Bindung zwischen Mutter und Kind. Der Hautkontakt gibt dem Neugeborenen Sicherheit und vermittelt ihm Nähe. Der gemeinsame Rhythmus, der Körperkontakt und die Zuwendung sind gerade in den ersten Monaten von unschätzbarem Wert für die zukünftige Beziehung zwischen Mama und Kind.

Wie oft stillen?

Großmütter neigen ja bisweilen zu dem Hinweis, dass man Babys nur alle vier Stunden stillen sollte. Unter keinen Umständen öfter. Diese Ansicht ist überholt. Gerade zu Beginn sollte das Kind nämlich so oft angelegt werden wie es Hunger hat. Das kann alle drei Stunden, aber auch mal alle 90 Minuten sein. Hier gilt ein ganz profaner Grundsatz: Die Nachfrage regelt das Angebot! Die Milchproduktion wird angekurbelt, wenn Mama sich den Bedürfnissen ihres Babys anpasst.

Aller Anfang ist schwer

Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es mit dem Brust geben nicht auf Anhieb klappt. Unsicherheiten beim Stillen sind anfangs ganz normal. Oft braucht es seine Zeit bis es gut klappt. Hebammen oder Frauenärzte können durch einfache Tipps (zum Beispiel verschiedene Stillpositionen, Anlegetechniken) helfen. Vertrauen Sie sich und Ihrem Körper. Und nicht zuletzt dem Zusammenspiel zwischen Ihnen und ihrem Kind.

Und was kommt danach?

Zwischen dem fünften und siebten Monat – je nach Hunger Ihres Babys – sollten Sie auch beginnen zuzufüttern. Denn etwa ab dem Alter von einem halben Jahr genüngen die in der Muttermilch enthaltenen Nährstoffe dem Kind nicht mehr alleine. Das heißt aber nicht, dass Sie gleichzeitig abstillen müssen. Ganz im Gegenteil. Mutter und Kind entscheiden ganz individuell wie oft und wie lange noch weiter zugestillt wird.




Bildnachweis: iStock/Nick Thompson
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