Für Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes gelten die gleichen grundsätzlichen Ernährungsempfehlungen wie für alle Schwangeren:
• Viel frisches Obst und Gemüse essen,
• mindestens zwei Liter zuckerfreie Flüssigkeit zu sich nehmen,
• beim Fett sparen, fettarme Nahrungsmittel bevorzugen,
• insgesamt wenig Fleisch und wenn, dann fettarmes, verzehren,
• ein- bis zweimal pro Woche Fisch essen,
• mit Gewürzen sparsam umgehen.
Nach Feststellung eines Schwangerschaftsdiabetes erfolgt zunächst eine intensive Ernährungsberatung durch eine/n geschulten Ernährungsberater/in. Sollten die Zuckerwerte nach einer Ernährungsumstellung gemäß dieser Beratung weiterhin oberhalb der Grenzwerte liegen, muss eine Insulintherapie erfolgen. Der Bedarf an diesem zuckersenkenden Hormon erhöht sich im Laufe der Schwangerschaft zunehmend, und der Energiestoffwechsel verändert sich. Reicht das Insulinangebot nicht aus, steigt der Blutzucker. Das Kind reagiert auf den erhöhten mütterlichen Blutzucker ebenfalls mit erhöhten Zuckerwerten und als Folge davon mit einer krankhaften Gewichtszunahme. Insofern ist eine gute Stoffwechseleinstellung der Mutter extrem wichtig, nicht zuletzt ihrer eigenen Gesundheit zuliebe.
Der spezialisierte Internist (Diabetologe) wird die Behandlung zunächst mit Normal- ("kurz wirkendes") oder Mahlzeiten-Insulin ("sehr kurz wirkendes" Insulin) beginnen, das zu den Mahlzeiten gespritzt wird. Gegebenenfalls wird er zusätzlich auch Insulin mit verzögerter Wirkung bzw. ein sehr lang wirkendes Insulin verordnen, um den Basisbedarf morgens und abends bzw. über 24 Stunden abzudecken. Insulin wird unter die Haut (subkutan) gespritzt. Nach entsprechender Schulung kann die Schwangere das selbst tun. Sie sollte natürlich auch lernen, wie sie ihren Blutzucker selbst messen kann, um ihn sooft wie nötig kontrollieren zu können. Leider ist das für eine gezielte Anpassung der Insulingaben bzw. der Nahrung unvermeidlich. Es gibt auch die Behandlungsmöglichkeit mit einer Insulinpumpe. Da nach der Geburt ein erhöhtes Diabetes-Risiko für die Mutter besteht, sind nach etwa einem Jahr Folgeuntersuchungen sinnvoll.
Prof. Dr. med. André Ahr, Experte der "Sprechstunde Schwangerschaft-Geburt-Stillen", in der Sie viele Fragen und Antworten rund um das Thema Schwangerschaft finden.
Diese Informationen enthalten nur allgemeine Hinweise und dürfen nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Sie können einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.
Prof. Dr. med. André Ahr / surfmed / www.baby-und-familie.de;
03.01.2008, aktualisiert am 26.01.2012
Bildnachweis: Digital Vision/RYF
Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
BABY und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung