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Welche Arten der Hormonbehandlung kommen bei ungewollter Kinderlosigkeit infrage?

Wann werden welche Hormone wie angewandt? Aus der "Experten-Sprechstunde Schwangerschaft-Geburt-Stillen"


Der Arzt stimmt die Hormonbehandlung individuell auf die Patientin ab

Wenn im Prinzip die Fähigkeit, Eibläschen beziehungsweise Follikel reifen zu lassen, noch gegeben ist, also nicht nach den Wechseljahren, kann eine Hormontherapie ein solches Wachstum herbeiführen.

Frauen, die keinen Eisprung haben, können zunächst eine antiöstrogene Substanz, also einen Arzneistoff, der als Gegenspieler der weiblichen Östrogene wirkt, einnehmen. Infrage kommt hier Clomifencitrat über fünf Tage ("Zyklustag" 3-7 oder 5-9). Dies führt oft zum Wachstum von zwei bis drei Eibläschen. Der Arzt wird außerdem den optimalen Zeitpunkt für eine Befruchtung ermitteln, und wenn das Paar dann Geschlechtsverkehr hat, ist eine Befruchtung auf natürlichem Wege möglich (Verkehr zum Optimum, kurz VZO genannt).

Ist das nicht der Fall, kann nach der Stimulierungsbehandlung, also der medikamentösen "Anregung" der Eierstöcke, eine intrauterine Insemination (IUI, vgl. Frage "Was sind gängige Verfahren der künstlichen Befruchtung, die im Körper der Frau stattfinden?" aus der "Experten-Sprechstunde Schwangerschaft...", Übersicht siehe rechte Spalte) stattfinden. Dabei wird der Samen des Mannes direkt in die Gebärmutter gespült.

Ist eine In-vitro-Fertilisation (IVF, siehe Frage "Welche Möglichkeiten der künstlichen Befruchtung außerhalb des Körpers der Frau gibt es?") geplant, reicht die Einnahme einer antiöstrogenen Substanz nicht aus, da zu wenig Follikel entstehen. Deshalb greift man hier eher auf Gonadotropine, vor allem das Follikel-stimulierende Hormon FSH, zurück. Ab dem zweiten oder dritten "Zyklustag" werden diese Hormone einmal täglich gespritzt, was heute auch mit einem sogenannten Pen möglich ist, also einer sehr leicht anwendbaren Spritze, die sich die Frau selbst geben kann. Ein weiteres Präparat ist das sogenannte humane Menopausengonadotropin, das eine Mischung aus dem Luteinisierenden Hormon LH und dem Follikel-stimulierenden Hormon FSH darstellt.

Liegt die Ursache der Unfruchtbarkeit in einem zu niedrigen GnRH-Spiegel (GnRH = Gonadotropin-Releasing-Hormone; "Releasing" bedeutet "freisetzen"), kann dieses Steuerhormon mittels einer Boluspumpe unter die Haut abgegeben werden, um so eine Eizellreifung zu erreichen (siehe Frage „Bei welchen Problemen der Geschlechtshormone bleibt der Eisprung aus“, Punkt: „Hypogonadotrope Ovarialinsuffizienz).

 

 

Priv.-Doz. Dr. med. Stefan Kissler, Experte der "Sprechstunde Schwangerschaft-Geburt-Stillen", in der Sie viele Fragen und Antworten rund um das Thema Schwangerschaft finden.



Diese Informationen enthalten nur allgemeine Hinweise und dürfen nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Sie können einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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Priv.-Doz. Dr. med. Stefan Kissler / surfmed / www.baby-und-familie.de; 23.01.2008, aktualisiert am 26.01.2012
Bildnachweis: Brand X Pictures/ RYF

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